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Aus der Stadt Jugendliche zeigen Theaterstück über Diskriminierung
Hannover Aus der Stadt

Haus der Jugend: Jugendliche zeigen Theaterstück über Diskriminierung

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17:48 26.10.2019
Maskierung und Tanz zählten zu den maßgeblichen Elementen des Theaterstücks im Europasaal. Quelle: Tim Schaarschmidt
Südstadt/Linden

Wann beginnt Diskriminierung? Kann mein Aussehen etwas über meinen Charakter aussagen? Und wird man zu Diskriminierung erzogen? Diese Fragen sollten die Besucher des Theaterstücks „#dissdochnicht“ vor Beginn der Vorführung im Haus der Jugend selbst beantworten, durften ihre Überlegungen auf eine Reihe von Infotafeln schreiben. 18 Kinder und Jugendliche gaben in den folgenden 60 Minuten im Europasaal selbst ein paar Antworten und zeigten, welche Spielarten von Diskriminierung es beispielsweise gibt: Ignorieren, Ausgrenzen, Beleidigen oder systematisch Mobben. Und diese Ausgrenzung kann die unterschiedlichsten Gründe haben, religiöse und ethnische etwa oder auf der Behinderung eines Klassenkameraden basierend.

Dabei sprengte die Vorführung an der Maschstraße die vertrauten Grenzen eines Theatersaals. Mal saßen die rund 80 Zuschauer um eine Bühne herum, mal stand ein Teil der Akteure hinter ihnen und rezitierte Texte, dann wieder liefen die Schauspieler zwischen den Besuchern herum oder tauchten doch noch auf einer klassischen Bühne am Rande des Geschehens auf. Immer im Spiel waren fantasievoll gestaltete Masken, manche fröhlich bunt, manche bedrohlich düster. Die Schauspieler, zwischen zehn und 19 Jahre alt, setzten sie mal auf, mal ab, je nach Sinn und Zweck der Szene.

Darsteller haben Beleidigungen selbst erlebt

Das meiste von dem, was die Akteure am Sonntag im Haus der Jugend zeigten, hatten sie selbst erarbeitet: Choreografien, Lieder, Texte und Spielszenen. Es ging um Gruppenzwänge und Aufschneiderei wider Willen, um Verzweiflung, Depression und Selbstmordfantasien. Und die Betroffenheit war phasenweise deutlich spürbar. „Hier stinkt’s nach Jungfrau“ bekam zum Beispiel ein junges Mädchen von einer Gleichaltrigen an den Kopf geworden – aus gutem Grund wurde den Zuschauern schon vor Vorstellungsbeginn erklärt, dass die Darsteller die in „#dissdochnicht“ gehörten Beleidigungen so oder so ähnlich erlebt haben.

Fluktuation war hoch

Mehr als anderthalb Jahre lang wurde das Stück „#dissdochnicht“ von Jugendlichen entwickelt, erprobt und geübt. Drei Workshops boten die Coaches im Lindener Jugendzentrum Posthornstraße an: für Schauspiel, für Tanz, für Musik mit Stimme oder Instrument. „Die meisten der Mädchen und Jungen haben einen oder zwei Kurse belegt, drei Workshops waren eher die Ausnahme“, erzählt Projektleiterin Franziska Thom. Allerdings sei die Fluktuation bei den Teilnehmern aus Linden oder Ricklingen, aus Vahrenwald, Mühlenberg oder Seelze sehr hoch gewesen; rund 80 junge Leute hätten sich seit März 2018 mal kürzer und mal länger mit der Ausgrenzungsthematik auseinandergesetzt. Finanziert wurde die Performance vom städtischen Fachbereich Jugend und Familie im Rahmen des ästhetischen Bildungsprojekts „Connecting Art“.

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Von Michael Zgoll

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