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Aus der Stadt Historisches Gartentheater wird saniert
Hannover Aus der Stadt Historisches Gartentheater wird saniert
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00:17 25.08.2018
Neustart: Das barocke Theater soll bald wieder genauso aussehen wie anno 1690. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Von grün-weißem Flatterband werden die Eingänge des Gartentheaters in Herrenhausen flankiert. Auf den Stufen der Balustrade stehen Holzstangen, die mit gleichem Material umwickelt wurden. Es gehört viel Fantasie dazu, um darin die Vorboten für einen Neuanfang in dem historischen Theater zu sehen. Doch genau darum geht es am Mittwochnachmittag, als Herrenhausen-Chef Ronald Clark den Oberbürgermeister und andere Besucher durch die Anlage führt.

Das 327 Jahre alte Barockensemble soll so umgestaltet werden, dass es seinem Ursprungszustand von 1690 deutlich näherkommt als bisher – mit mehr Platz vor der Bühne, freier Sicht auf die Galerie, veränderten Pflanzungen und zusätzlichen Goldfiguren. Los geht es Ende September 2019, im folgenden Frühjahr soll alles fertig sein. Fürs Erste symbolisieren die besenartigen Stangen die neuen Bäume, das wehende Plastikband zeigt die künftigen Grenzen der Hecken auf.

Dass das Theater es verdient hat, mit einer Summe von 500 000 Euro zu seinen Wurzeln zurückgeführt zu werden, steht für den Gartendirektor, Denkmalpfleger und andere Experten außer Frage. „Es ist weltweit einmalig“, betont Clark. Das gelte für die Größe ebenso wie für die Ausstattung und die Eingliederung in die Gartenanlage. Nach derzeitigem Stand der Forschung ist es das erste Heckentheater Deutschlands und wegweisend für alle Nachfolger.

Nicht nur die Historie ist bedeutsam. Noch immer wird das Gartentheater ausgiebig für Freiluftveranstaltungen genutzt – beim Kleinen Fest, bei den Kunstfestspielen oder anderen Kulturreihen. Dabei fällt nur Kennern auf, welche Veränderungen das einst für Kurfürst Ernst August und seinen Hofstaat angelegte Theater in der Vergangenheit durchlaufen hat. Vor allem im 20. Jahrhundert, in den Dreißiger- und Sechzigerjahren, kam es zu Eingriffen, die die barocke Grundstruktur veränderten. Diese sollen nun rückgängig gemacht werden.

Das barocke Ensemble soll wieder so aussehen wie einst im Jahr 1690.

Am augenfälligsten dürften die Veränderungen bei den Bäumen sein, die sowohl die Bühne wie die Balustrade säumen. Die derzeit im Kastenschnitt gestutzten Linden entsprechen in keiner Weise den kegelartig beschnittenen barocken Vorgängern. Um den Originalzustand wieder herzustellen, muss allerdings ein Opfer gebracht werden: „Die gut 50 Jahre alten Linden sollen durch 38 Jungbäume aus der städtischen Baumschule ersetzt werden“, sagt Clark. Diese sind bereits an die fünf Meter groß, also schon stattliche Nachfolger. Sie werden in Richtung Galerie so angeordnet, dass erstmals wieder der bisher verstellte Blick auf das Gebäude möglich ist.

Eine neue Sichtachse wird es auch zum Großen Parterre hin geben. Die Hecken an den Theatereingängen werden dafür gelichtet. Um das barocke Vorbild bis ins Details korrekt nachzubilden, müssen unterm Strich 160 Meter Hainbuchenhecken gerodet und 200 Meter neu gepflanzt werden. Weitere Korrektur: Der Orchestergraben, den es zu Zeiten des Kurfürsten nicht gab, wird zugeschüttet. „Der wurde längst nicht mehr genutzt“, sagt Clark.

Gute Nachricht für alle Besucher, die sich an den goldenen Figuren auf der Theaterbühne erfreuen: Die 17 vorhandenen, vor einiger Zeit restaurierten Originale von 1690 bekommen Zuwachs. Weil es ursprünglich 27 Exemplare waren, werden nun Repliken aufgestellt, die die Gruppe wieder vollständig machen. Die Kosten von 70 000 Euro trägt die Wenger-Stiftung, die bereits die Restaurierung bezahlt hat. Weitere Überraschung: Auch auf der Balustrade und sogar im Zuschauerraum werden künftig einige der Figuren anzutreffen sein.

Der erste Eindruck überzeugt die Teilnehmer von Clarks Führung. „Eine runde Sache“, findet Oberbürgermeister Stefan Schostok. „Das wird stark“, meint FDP-Ratsherr Wilfried Engelke. Auch Ursula Waitzmann ist angetan von den Plänen. Die ehrenamtliche Fremdenführerin zeigt Touristen die Herrenhäuser Gärten: „Dann kann ich meinen Gästen bald viel Neues erzählen.“

Von Juliane Kaune

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