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Aus der Stadt Hilfe für Frauen: Hannover bekommt Notaufnahme für Gewaltopfer
Hannover Aus der Stadt

Hilfe für Frauen: Hannover bekommt Notaufnahme für Gewaltopfer

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18:00 26.10.2019
Frauen in Hannover bekommen mehr Schutz vor Gewalt. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover

Hannover bekommt noch in diesem Jahr eine Notaufnahme für misshandelte Frauen. Die Region hat – rund ein Jahr nach der Bekanntgabe eines umfassenden Hilfsprogramms für gewaltbetroffene Frauen – endlich eine Immobilie gefunden, um das Projekt zu starten. Die neue Anlaufstelle für Frauen in einer akuten Bedrohungslage verfügt über 15 Betten und soll nach Angaben von Regionssprecherin Sonja Wendt im Dezember 2019 ihren Betrieb aufnehmen. Telefonisch wird sie unter der Rufnummer (0800) 7708077 erreichbar sein. Das FrauenHaus.24 – so der Projektname – soll künftig täglich rund um die Uhr geöffnet sein und als zentrale Annahmestelle für Gewaltopfer dienen.

Gewaltopfer warten derzeit Monate auf Platz

Das ist auch dringend nötig. Wie berichtet sind die drei Frauenhäuser in der Region Hannover chronisch überfüllt. Ein- bis zweimal täglich müssen sie Gewaltopfern mitsamt Kindern derzeit abweisen. Rund 400-mal im Jahr kommt das nach Angaben von Silke Dietrich vom Frauenhaus Hannover mittlerweile vor. Der Grund: Es dauert inzwischen aufgrund der Wohnungsknappheit oft neun bis zwölf Monate, bis eine Bewohnerin in eine eigene Wohnung ziehen kann. Andere Gewaltopfer warten oft monatelang auf einen Platz; zudem müssen sie die Frauenhäuser für freie Plätze einzeln abtelefonieren. In der Notaufnahme sollen sie künftig sofort unterkommen – und später auf die Frauenhäuser verteilt werden.

Standort nur Übergangslösung

Der neue Standort für das FrauenHaus.24 ist allerdings nur eine Übergangslösung. Die Landeshauptstadt stellt eine von ihr angemietete, möblierte Immobilie zur Verfügung. Das eigentliche FrauenHaus.24 soll seinen Platz Ende 2020/21 in einem dann erst fertiggestellten Neubau in zentraler Lage in Hannover finden. Derzeit befinde sich das Objekt noch in der Planung, sagte Wendt. Es bestehe jedoch Einigkeit zwischen dem Bauträger und dem Trägerverein von FrauenHaus.24, die Räumlichkeiten anzumieten.

Immobilie für weiteres Frauenhaus gesucht

Die Pläne für ein neues Frauenhaus im Umland liegen allerdings bislang noch auf Eis. Dabei stehen für das Hilfsprogramm der Region für gewaltbetroffene Frauen allein in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt rund 2,4 Millionen Euro bereit. Der Grund: Die Region suche dringend eine Immobilie für ein weiteres Frauenhaus, um 30 zusätzliche Plätze für Frauen und Kinder im Umland einzurichten, sagt Sozialdezernentin Andrea Hanke. Interessenten können sich in jeder Umlandkommune melden.

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