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Aus der Stadt Suche nach Magazin: Wo sollen Hannovers Schätze lagern?
Hannover Aus der Stadt

Historisches Museum und Museum August Kestner: Lagerräume für Hannovers Schätze gesucht

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08:31 23.12.2019
Gerüste stützen das Gebäude des Historischen Museums und schränken die Ausstellungsmöglichkeiten ein. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Dem Historischen Museum Hannover stehen schwere Zeiten bevor. Das Gebäude am Hohen Ufer muss dringend saniert werden und schließt nach den Osterferien für mindestens drei Jahre. Zugleich ist noch immer nicht absehbar, wo die Schätze des Museums gelagert werden können. Ähnliches gilt für das Museum August Kestner. Das Gebäude neben dem Rathaus muss ebenfalls repariert werden, und auch hier drohen monatelange Schließzeiten.

Jetzt fordert die Ratspolitik, dass für die Museen rasch Lagerräume gefunden werden. „Viel Zeit hat die Stadtverwaltung nutzlos vertan“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Ausschreibung blieb ohne Erfolg

Monatelang hat die Stadt per Ausschreibung nach einem Standort für ein großes Magazin gesucht – ohne Erfolg. Nicht nur die Bestände der Museen sollten darin Platz finden, sondern auch das Stadtarchiv mit seinen historischen Akten und Dokumenten. Ein Lager mit einer Fläche von 25.000 Quadratmetern wurde gesucht, innenstadtnah und nicht zu teuer.

Die Angebote hielten sich in Grenzen, vorsichtig gesagt. Lediglich ein einziger Standort an der Grenze zwischen Linden-Mitte und Badenstedt kam infrage, doch der Freundeskreis des Stadtarchivs protestierte. Das „Gedächtnis der Stadt“ sollte nicht in die Peripherie verfrachtet werden.

Archiv in historischen Conti-Bauten? Zu hohe Schadstoffbelastung

Ebenfalls ohne Zuspruch blieb der Vorschlag von Bauunternehmer Günter Papenburg, das Archiv und die Museumsbestände in den historischen Conti-Gebäuden auf dem Wasserstadt-Gelände unterzubringen. Unklar ist, ob sich Papenburg tatsächlich an der Ausschreibung beteiligt hat. In der Ratspolitik blickt man aber ohnehin skeptisch auf den Vorschlag. Die Schadstoffbelastung in den Conti-Gebäuden sei zu hoch, das könne man den Stadtmitarbeitern nicht zumuten, heißt es.

Voraussichtlich 70 Millionen Euro für Archiv-Neubau

„Wir brauchen jetzt eine Übergangslösung für das Historische Museum und das Kestnermuseum“, sagt SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman. Der Umzug des Stadtarchivs sei zunächst nicht so dringend. Mittelfristig müsse man sich aber überlegen, wo die Museumsmagazine und das Stadtarchiv gemeinsam untergebracht werden können. „Die Stadt sollte durchrechnen, ob Anmietung, Kauf oder ein Neubau wirtschaftlicher ist“, sagt Zaman. Ihr Kollege von den Grünen, Daniel Gardemin, sieht das ähnlich. „Eigentlich hätte die Stadt längst eine temporäre Lösung suchen müssen“, meint er. Ein neues Archiv einschließlich Magazin zu bauen, verschlinge vermutlich eine Summe von 70 Millionen Euro.

Museum will Präsenz in Stadtteilen zeigen

Während der Schließzeit soll das Historische Museum zumindest in Teilen sichtbar bleiben. Unter dem Motto „Geschichte wird weiter gemacht“ will das Haus in den Stadtteilen Flagge zeigen. „Wir möchten den Menschen Hannovers Geschichte dezentral nahe bringen“, sagte Museumsdirektor Thomas Schwark kürzlich gegenüber der HAZ. Er verweist auf das Historische Museum in Frankfurt, das während einer Bauphase in Turnhallen oder einem Schwimmbad untergekommen ist. Auf große Ausstellungen und Sonderschauen müssen die Hannoveraner aber mehrere Jahre verzichten.

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Von Andreas Schinkel

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