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Aus der Stadt Studenten fordern mehr Geld vom Land
Hannover Aus der Stadt

Hohe Semesterbeiträge: Studenten fordern mehr Geld für Wohnheime und Studentenwerk

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14:49 30.10.2019
Essen gerne aus Protest Erbsensuppe: Leonard Wujec und Nils Bode nehmen gefüllte Schüsseln von Renate Koblitzek und Cornelia Bostelmann in Empfang (von links). Quelle: Samantha Franson
Hannover

In der Hauptmensa in Hannover kommt den ganzen Dienstag nur Erbsensuppe auf den Tisch. Dazu erklärt ein Flyer, „warum’s nur noch für Eintopf reicht ...“. Ein symbolischer Protest, mit dem Asta und Studentenwerk Hannover mehr Geld von der Landesregierung einfordern. Landesweit laufen Aktionen. „Das ist nur der Auftakt“, kündigt Julian Schrenk vom Asta der Hochschule Hannover an. Die Studenten beklagen eine Unterfinanzierung der niedersächsischen Studentenwerke, die sich um Wohnheime, Bafög, Sozialberatung und Mensen kümmern.

Studenten zahlen mehr – das Land weniger

Der Beitrag der Studenten für das Studentenwerk steigt stetig an, der Landeszuschuss stagniert dagegen. „Eine erneute Erhöhung der Studierendenbeiträge wollen wir nicht mehr mittragen“, sagt Schrenk, der auch für die Landesastenkonferenz spricht. Das Land hat seine Finanzhilfe für die gesetzlichen Aufgaben der Studentenwerke seit 2014 nicht mehr angehoben. „Das ist unser größtes Problem. Das Land gibt jährlich 16,3 Millionen Euro und will das weiter bis 2022 festschreiben“, kritisiert der studentische Interessenvertreter. Dabei ist die Zahl der Studenten von 2014 bis 2018 um rund 19 Prozent gestiegen, die Personalkosten der Studentenwerke wuchsen durch Tariferhöhungen um 20 Prozent. Die Inflation lässt außerdem Kosten für Waren, Energie und Bauen steigen.

Beitrag in Hannover steigt bald auf 115 Euro

„Das geht zulasten der Studenten, die einen immer größeren Anteil der Finanzierung tragen müssen“, kritisiert Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks Hannover. Die Asten als gewählte Interessenvertretungen der Studenten in Niedersachsen haben bereits vor rund einem Jahr das Bündnis SOS Studiwerke gegründet. In seiner Kampagne beklagt das Bündnis jetzt eine Verschiebung in der Finanzierung der Studentenwerke. Der Anteil der Finanzhilfe des Landes beträgt nur noch 10 Prozent, der Anteil der Studenten erreicht landesweit inzwischen mehr als 25 Prozent.

In Hannover ist der studentische Beitrag an den Einnahmen des Studentenwerks von 21 Prozent im Jahr 2014 sogar auf 27 Prozent gestiegen. Der Landesbeitrag sank von 13 auf 11 Prozent. Und das Studentenwerk Hannover plant eine Erhöhung von 95 auf 115 Euro zum Wintersemester 2020/21. Göttingen hat ebenfalls 115 Euro angekündigt. Bundesweit zahlen Studenten im Durchschnitt mit ihren Semesterbeiträgen 73 Euro für das Studentenwerk.

Asta fordert mehr Geld für Wohnheime und Studentenwerk

„40 Euro gehen dann in Hannover allein für die Sanierung von Wohnheimen drauf“, beklagt Asta-Vertreter Schrenk. Denn das Studentenwerk Hannover versucht auf diesem Wege gegen den Sanierungsstau anzugehen. Der liege in Niedersachsen inzwischen bei rund 150 Millionen. Ein von Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) angekündigtes Sanierungsprogramm stehe aber weiter aus, kritisiert Schrenk.

Die Asten fordern deshalb ein Sofortprogramm der Landesregierung für Sanierung und Neubau von Studentenwohnheimen in Höhe von 150 Millionen Euro, die sofortige Erhöhung des Landeszuschusses für Studentenwerke um 25 Prozent und eine automatische jährliche Erhöhung um 3 Prozent.

Protest kommt bei Studenten gut an

Unter Studenten in der Mensa in Hannover kommt der Erbsensuppen-Protest gut an. „Das Fördergeld vom Land sollte proportional zur Anzahl der Studenten steigen“, meint Chemiestudent Leonard Wujec. Sein Kommilitone Nils Bode unterstützt die Forderungen des Bündnis SOS Studiwerke ebenfalls, auch das Extra-budget für die Gebäudesanierung. „Die Sanierungskosten für Wohnheime und Mensen sind schließlich aufgelaufen, weil das Land sie vorher vernachlässigt hat.“

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Von Bärbel Hilbig

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