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Aus der Stadt Hoteliers sind zufrieden mit Hannover Messe
Hannover Aus der Stadt Hoteliers sind zufrieden mit Hannover Messe
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00:15 06.04.2019
„Die große Hotelketten in Hannover sind für uns keine echte Konkurrenz“: Ulrike Haase, Chefin im Hotel Haase in Laatzen-Grasdorf. Quelle: SAMANTHA_FRANSON
Hannover

Gästezimmer sind kaum noch frei in Hannover: Es ist Messezeit. Doch nicht nur die großen Ketten sind ausgebucht, auch die mittelgroßen Hotels freuen sich über Nachfrage. Ein Gespräch über treue Gäste, gute Messen und die neu erwachsenen Konkurrenzen.

Frau Haase, die großen Hotels in Hannover sind zur Hannover Messe komplett ausgebucht. Wie geht es mittleren Hotels wie Ihrem?

Die Hannover Messe produziert weiterhin eine immense Nachfrage: Unsere 45 Zimmer sind natürlich komplett ausgebucht. Für dieses Jahr – und für die Messe im kommenden Jahr auch schon. Diese Messe war bisher ja immer in ungeraden Jahren stärker als in geraden, aber durch die Integration der Logistikmesse Cemat in die Industriemesse sind jetzt auch die geraden Jahre stärker nachgefragt. Ausgebucht waren wir jedes Jahr und zusätzlich auch zur CeMAT im Mai alle 3 Jahre, die fällt jetzt ja weg.

Woher kommen Ihre Gäste?

Drei Zimmer sind an eine Firma aus Ohio vermietet und ebensoviele an eine Firma aus der Schweiz, eine italienische Firma nutzt acht Zimmer, und die Firma Pöppelmann aus Lohne hat wieder sieben Zimmer gebucht. Ich mache das hier seit 32 Jahren – und so lange ist Pöppelmann schon Gast bei uns zur Hannover Messe.

Die Hannover Messe läuft gut – andere schwächeln, die Cebit ist komplett abgesagt. Ein Problem für Sie?

Die Cebit war zum Schluss sehr schwierig. Allein durch die Absage der Telekom als Großaussteller auf der Cebit ist uns im vergangenen Jahr eine wichtige Aufbaufirma abgesprungen. Insofern ist das Aus für diese Messe nachvollziehbar. Aber es haben sich ja längst andere Messen stark entwickelt: die Agritechnica, die Eurotier, zweijährig die Ligna und die IAA, die laufen alle richtig gut. Wir haben pro Jahr rund 30 Tage, die wir komplett mit Messegästen belegt sind.

Und im Rest des Jahres?

Wir sind ein Hotel, das viel zum Beispiel für Familienfeiern gebucht wird, für Klassentreffen und ähnliche Veranstaltungen. Aber wir merken natürlich auch, wenn Plaza-Festival ist oder der Kongress der Zeugen Jehovas in der Tui-Arena – dann sind wir ebenfalls komplett ausgebucht. Das reine Tourismusgeschäft spielt bei uns dagegen nur eine kleinere Rolle. Wir sind zwar Bed-and-Bike-zertifiziert, Radtouristen können ihre Räder im umgebauten Schafstall abstellen und genießen unser gutes Essen. Nicht zu vergessen sind auch die vielen Firmen und reisende Stammgäste, die uns außerhalb der Messen berücksichtigen und das gepflegte Ambiente lieben. Aber ein echtes Touristenhotel sind wir nicht. Die Städtetouristen übernachten eher in Hannover und eben nicht in Laatzen.

In den kommenden Jahren werden in Hannover zwölf weitere Hotels neu eröffnet. Fürchten Sie die Konkurrenz?

Na herzlichen Glückwunsch – woher wollen die denn noch qualifiziertes Personal nehmen? Nein, die große Hotelketten in Hannover sind für uns keine echte Konkurrenz. Die sind eher ein Risiko für die kleinen Garni-Hotels. Als mittelgroßes Hotel leben wir davon, dass sich unsere Gäste wohlfühlen. Ich sage immer: Hier wäre es warm, auch ohne Heizung. Wenn die Gäste sich wohlfühlen, dann kommen sie beim nächsten Anlass auch wieder. Ihr Zuhause in Laatzen-Grasdorf ist nicht nur eine Phrase!

Das ist das Hotel Haase

Ulrike Haase (51) betreibt mit ihrem Mann Thomas Haase (57) das Hotel Haase in Laatzen am Rande der Masch. 1698 wurde das Grundstück erstmals erwähnt – schon damals gehörte es Cord Haase. Seit etwa 200 Jahren gibt es dort sogenannte Krügerrechte, also ein Schankrechte. Seit 1957 firmiert das 45-Betten-Hotel unter dem Namen Hotel Haase.

Zwölf neue Hotels in Hannover geplant

Immer neue Hotels wollen in Hannover eröffnen – zwölf sollen es in den nächsten Jahren sein. Nächste Woche feiert das Steigenberger im neuen Hochhaus am Raschplatz Richtfest, für das Motel One (Georgstraße gegenüber der Oper) und das Me and all (Aegidientorplatz) haben die Umbauarbeiten sichtbar begonnen. Am Südostrand des Steintorplatzes läuft die Planung für ein neues Hotel. Und auch in das ehemalige Maritim Grand Hotel am Friedrichswall sollen, nachdem nun die Flüchtlinge ausgezogen sind, wieder Hotelgäste einquartiert werden – allerdings wird der Umbau bis mindestens 2022 dauern.

Das Interesse von Investoren und Betreibern zeigt, dass es am Hotelmarkt in Hannover Geld zu verdienen gibt. „Gerade die großen Hotelketten bringen auch neue Besuchergruppen, die dann in der Stadt Tagungen und Kongresse abhalten“, sagt Maike Scheunemann von der Hannover Marketing- und Tourismusgesellschaft (HMTG). Unter der Woche sei die Nachfrage nach Hotelbetten in Hannover sehr hoch. Im Gegensatz zu Tourismusregionen, wo eher Wochenenden und Ferienzeiten gefragt sind. „In diesen Zeiten könnte es nach den Neueröffnungen zu Nachfrageproblemen in Hannover kommen“, sagt Scheunemann.

Zur aktuell laufenden Hannover Messe aber sind in Hannover alle Betten ausgebucht. „Es kann höchstens noch ein paar freie Zimmer geben, die kurzfristig zurückgegeben wurden“, heißt es bei der HMTG. Für Firmen seien Hotels in einem ungewöhnlich großen Radius angemietet worden: bis Walsrode, Magdeburg und Kassel. Während auf der Internetplattform AirBnB noch 87 von 306 Unterkünften frei sind, seien bei der Zimmervermittlung der HMTG „von 300 Unterkünften null frei“.

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