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Aus der Stadt Initiative stellt Ende 2020 Wohnungen für Obdachlose bereit
Hannover Aus der Stadt

Housing-First-Projekt in Hannover: Projekt für Obdachlose soll Ende 2020 fertig sein

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07:22 05.11.2019
Mit Housing First wollen sie Obdachlosen helfen: Eckart Güldenberg von der Stiftung Ein Zuhause (von links), Andreas Sonnenberg vom Werkheim e.V., Jürgen Schabram von der Sozialen Wohnraumhilfe und Maik Gildner von der Dachstiftung Diakonie. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

15 neue Wohnungen für Obdachlose in Vahrenwald – in Hannover nimmt ein weiteres Projekt im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit Gestalt an. Unter der Federführung der hannoverschen Stiftung Ein Zuhause entsteht auf einem städtischen Grundstück im Karl-Imhoff-Weg ein mehrstöckiger Neubau mit 15 Ein- und Zweizimmerwohnungen, ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Stadt. „Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten Mieter Weihnachten 2020 einziehen“, sagt Eckart Güldenberg, Sprecher der Stiftung. „Wohnungslose, die normalerweise auf dem Wohnungsmarkt immer am Ende der Schlange stehen, kommen hier endlich nach vorne“, betonen auch Andreas Sonnenberg vom Werkheim e.V. und Jürgen Schabram von der Sozialen Wohnraumhilfe. Beide haben die Stiftung gemeinsam mit der Dachstiftung Diakonie gegründet.

Housing First bietet zuerst ein Dach über dem Kopf

Das Besondere an dem neuen Projekt ist: Die Vermietung verläuft nach dem Housing-First-Prinzip. Das heißt: Man gibt den zuvor Obdachlosen ein Dach über dem Kopf, bevor man sich um anderes kümmert: Drogen- oder Suchtprobleme, Langzeitarbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen.

In anderen Städten ist dieser Ansatz erfolgreich. In Hannover hat die evangelische Landeskirche deshalb ein Mini-Modulhaus (Tiny House) gebaut. Vom Verein Little Home stammt eine spartanischere Variante, die in Hannover unlängst für viel Wirbel sorgte. Eine obdachlose Frau weigerte sich, mit ihrem Little Home ihren rechtswidrigen Standort, einen Parkplatz vor einem Kirchengrundstück in Ricklingen, zu räumen. Ein Gericht entschied, dass sie weichen muss.

So soll das Gebäude aussehen. Quelle: Nancy Heusel

Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro

Das Grundstück am Karl-Imhoff-Weg, auf dem die Stiftung mithilfe des Architekturbüros Mosaik jetzt für Obdachlose bauen will, war von der Stadt zunächst als Flüchtlings-, dann als Obdachlosenunterkunft vorgesehen. Der Bezirksrat Vahrenwald-List hatte sich gewehrt, da es in dieser Gegend schon viele Sozialwohnungen gebe. Problematisch ist jetzt noch: Obwohl der Bauantrag seit Monaten beim Bauamt liegt, fehlt die Bewilligung. „Ein Ärgernis“, sagt Güldenberg, der zeitliche Verzug verteure das Projekt: „Inzwischen sind die Gesamtkosten auf 2,6 Millionen Euro gestiegen – ursprünglich waren es 400.000 Euro weniger.“ Trotzdem rechnet Güldenberg damit, dass die ersten Arbeiten im Januar beginnen können.

Die Stiftung soll das Grundstück in Erbpacht erhalten, der auf 30 Jahre laufende Erbbauvertrag soll im Dezember unterzeichnet werden. Zwölf Ein- und drei Zweizimmerwohnungen mit einer Durchschnittsgröße von 35 Quadratmetern sollen auf dem bislang wild überwucherten Gelände in direkter Nachbarschaft einer Kindertagesstätte und eines Seniorenheims entstehen. In den größeren Wohnungen sollen Mütter mit ihren Kindern unterkommen.

„Würdige Wohnverhältnisse“

Die Kaltmiete soll etwa 5,80 Euro pro Quadratmeter betragen. „Wir wollten einen fairen Preis und würdige Wohnverhältnisse haben“, sagt Güldenberg. Der Neubau am Karl-Imhoff-Weg soll überdies der Beginn einer Erfolgsgeschichte werden. Das Grundstück sei mit seinen fast 1400 Quadratmetern groß genug für weitere Neubauten, sagt er: „Dafür sind wir weiter auf großzügige Spenden angewiesen.“

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