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Aus der Stadt Windhorst informiert Wohnungsbesitzer über seine Pläne
Hannover Aus der Stadt Windhorst informiert Wohnungsbesitzer über seine Pläne
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00:21 28.04.2019
Lars Windhorst (2. v. l.) hat vor wenigen Wochen Hannovers Ratspolitik über seine Pläne für das Ihme-Zentrum informiert – nun traf er die Wohnungseigentümer. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Beim zweiten Mal hat es geklappt: Lars Windhorst, der neue Großeigentümer im Ihme-Zentrum, hat den Wohnungseigentümern des Komplexes am Donnerstag Rede und Antwort gestanden. Bei einer Versammlung, zu der etwa 200 der rund 545 Wohnungseigner gekommen waren, informierte der Unternehmer diese darüber, wie er die maroden Gewerbeflächen wieder beleben will. Eigentlich wollte er dies schon vor einer Woche tun. Doch kurzfristig hatte er den Termin verschieben lassen.

Der Finanzunternehmer und Chef der milliardenschweren Sapinda-Holding will 83 Prozent des Ihme-Zentrums vom derzeitigen Investor Intown erwerben; bis Ende Mai soll der Verkauf perfekt sein. Bei der anderthalbstündigen nicht öffentlichen Veranstaltung im historischen Stadtwerke-Gasspeicher hinterließ Windhorst offenbar einen guten Eindruck. „Er ist ehrlicher aufgetreten als alle bisherigen Investoren“, berichtet Wohnungseigentümerin Erika Obenhaus im Anschluss an die Veranstaltung. „Herr Windhorst hat ganz klar zugegeben, dass er mit dem Ihme-Zentrum Geld verdienen will und nicht genau sagen kann, wie lange er dort aktiv sein wird.“ Das zeige, dass er keine illusorischen Versprechungen mache.

Windhorst übernimmt Verträge von Intown

Laut Wohnungsbesitzer Jürgen Oppermann, dem Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats, ging die Versammlung in einer „neutralen bis freundlichen Stimmung“ über die Bühne. Windhorst habe bekräftigt, dass er die von Intown mit der Stadt geschlossenen Verträge für eine Sanierung des Ihme-Zentrums vollständig übernimmt. Diese sehen vor, dass die Stadt ihre Mietkontrakte in der Immobilie um 20 Jahre verlängert – unter der Bedingung, dass der erste für die städtischen Ämter genutzte Bürokomplex bis zum Herbst 2022 fertig saniert ist.

Zudem muss Windhorsts Firma bis Ende 2021 Mietverträge über gut 30.000 Quadratmeter abgeschlossen haben: Da die Stadt rund 23.000 Quadratmeter für Büros und Archive anmieten will, muss Sapinda bis zum Stichtag weitere 9000 Quadratmeter Gewerbeflächen vermarktet haben, etwa an Geschäfte, Sport- und Fitnesscenter oder ähnliche Mieter.

In dem Großkomplex gibt es neben den gesperrten Parkplätzen auch bereits sanierte Stellflächen, die aber nicht leicht zu finden sind.

Bereits Ende März hatte der Unternehmer in einer öffentlichen Sitzung im Rathaus Politikern sein Vorhaben erläutert. Seinerzeit hatte er eine erste Investitionssumme von 50 Millionen Euro genannt – die er nun wieder aufgriff. Windhorst habe zwar offengelassen, wie viel Geld letztlich nötig sei, um den Sanierungsstau im gesamten Ihme-Zentrum zu beheben, sagt Oppermann. „Aber er hat zugesichert, dass er auch die Stabilisierung der Bausubstanz im Blick behalten wird, das ist für die Wohnungsbesitzer sehr wichtig.“ Nicht alle sind von Windhorsts Auftritt angetan: Es sei eine „sehr nichtssagende Veranstaltung“ gewesen, sagt ein Wohnunsgbesitzer. Einige Eigner bewerten es kritisch, dass Windhorst ausschließlich Gewerbe im Ihme-Zentrum vermieten will. Intown hatte auch Wohnnutzungen vorgesehen.

Fassadenarbeiten gehen weiter

Wie Verwalter Torsten Jaskulski auf Anfrage erklärt, hat Windhorst bekräftigt, die von Intown bereits im Januar begonnenen Arbeiten an der Fassade zur Blumenauer Straße weiterzuführen. Jüngst wurden im Bereich am Schwarzen Bären neue Gerüste aufgestellt. Gemäß der Verträge müssen bis Juni 2021 rund 70 Prozent der Fassade fertig sein.

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Von Sapinda hieß es am Donnerstag, man habe den Eigentümern den aktuellen Stand der Dinge mitgeteilt. „Die Informationen gehen über die im Rathaus vorgestellten nicht hinaus“, sagt Sapinda-Sprecher Andreas Fritzenkötter auf Anfrage.

Eigentlich wollte auch Oberbürgermeister Stefan Schostok an der Veranstaltung teilnehmen. Er war aber nicht erschienen – offenbar wegen der aktuellen Entwicklungen rund um die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn.

Grafitti, Bauzäune und verrammelte Türen und Fenster – um das Ihme-Zentrum wieder attraktiver werden zu lassen, wäre viel zu tun. Ein Rundgang durch den umstrittensten Gebäudekomplex Hannnovers.

Von Juliane Kaune

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