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Aus der Stadt Ihme-Zentrum: Besitzer kleiner Gewerbeflächen müssen zahlen – und fürchten die Insolvenz
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Ihme-Zentrum in Hannover: Besitzer kleiner Gewerbeflächen müssen zahlen – und fürchten die Insolvenz

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07:00 23.01.2020
Das Sockelgeschoss des Ihme-Zentrums soll für 50 Millionen Euro wieder in Schuss gebracht werden. Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)
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Hannover

Die Eigentümer kleinerer Gewerbeflächen im Ihme-Zentrum sind in Sorge: Sie müssen sich mit bis zu sechsstelligen Summen an der Sanierung des maroden Sockelgeschosses in dem Großkomplex beteiligen. „Es könnte sein, dass uns das finanziell das Genick bricht“, sagt Solie Lee, einer der Inhaber der Kampfsportschule Lee Gym an der Spinnereistraße. Er rechnet mit bis zu 200.000 Euro, die im Zuge der von Haupteigentümer Lars Windhorst angekündigten Sanierung auf ihn und seinen Geschäftspartner zukommen könnten. „Wir sind in einem Schockzustand“ sagt Lee.

Windhorst zahlt Löwenanteil

Wie berichtet, haben Windhorst und die Eigentümergemeinschaft im Ihme-Zentrum einen Vergleich geschlossen. Demnach sollen in den kommenden Jahren mindestens 50 Millionen Euro in Bauarbeiten in den Handels-, Büro- und Parkflächen im Sockelgeschoss fließen. Den Löwenanteil zahlt Windhorst, der 96 Prozent der Gewerbeareale besitzt. Aber auch 16 Gewerbeeigner, denen kleinere Flächen gehören, werden nun anteilig an den Sanierungskosten beteiligt. Alle 550 Wohnungsbesitzer sind hingegen von einer Kostenbeteiligung im Gewerbebereich freigestellt.

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Kostenschlüssel gilt seit 1978

Laut Verwalter Torsten Jaskulski gilt dieser Kostenschlüssel bereits seit 1978. Allerdings wurde im Ihme-Zentrum seit vielen Jahren nicht mehr im großen Stil investiert – offenbar wurden einige Betroffene nun von der Lage der Dinge überrascht. „Wir sind verzweifelt, wir wussten nicht, dass die Kosten solche Ausmaße annehmen würden“, sagt Eleni Spyridonidou, deren Vater eine chirurgische Praxis in der Ihmepassage einrichten wollte. 2016 hatte die Familie die Immobilie erworben, der damalige Kaufpreis habe unter dem Betrag von 150.000 Euro gelegen, der nun für die Sanierung gezahlt werden solle: „Das werden wir nicht stemmen können, unsere Ersparnisse sind weg.“ Rund 160.000 Euro kommen auf die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zu, deren Gesellschafter dort Büroräume erworben haben, um Kulturkonzepte für den Komplex zu entwickeln. „Noch wissen wir nicht, wie wir das bezahlen sollen“, sagt Hans Mönninghoff, früherer Umweltdezernent der Stadt, der zu den Gesellschaftern gehört.

Summen bis zu 510.000 Euro

Laut Jaskulski fallen für die Betroffenen Summen zwischen 33.000 und 510.000 Euro an, je nach Größe der Fläche. Die Beträge müssten anteilig je nach Baufortschritt gezahlt werden, erklärt er. Die erste Rate wird am 1. März fällig. „Wir bleiben mit allen Eigentümern im Gespräch“, versichert er. Ein erstes Treffen hatte es am Dienstagabend gegeben. Einige Gewerbeeigner schließen rechtliche Schritte gegen den Vergleich nicht aus.

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