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Aus der Stadt Im Video: Das war die "Lüttje-Lage"-Lesung der HAZ-Redaktion
Hannover Aus der Stadt

Im Video: Das war die "Lüttje-Lage"-Lesung der HAZ-Redaktion

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18:47 11.04.2021
In der etwa einstündigen Live-Veranstaltung lesen Bernd Haase, Susanna Bauch, Hans-Peter Wiechers, Uwe Janssen und Simon Benne.
In der etwa einstündigen Live-Veranstaltung lesen Bernd Haase, Susanna Bauch, Hans-Peter Wiechers, Uwe Janssen und Simon Benne. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Der HAZ-Autor Jo Freter veröffentlichte vor 25 Jahren die erste Lüttje Lage in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Seitdem sind etwa 7500 Glossen diverser Redakteurinnen und Redakteure auf der ersten Seite des Lokalteils erschienen. Oft geht es inhaltlich um kleine Skurrilitäten des Alltags, genaue Beobachtungen der Widrigkeiten des Lebens, Momente, die schmunzeln lassen. Die Leserinnen und Leser schätzen die Glosse sehr. Denn die Autorinnen und Autoren, die ansonsten bemüht sind, die Welt der Nachrichten möglichst kritisch und sorgfältig zu untersuchen, einzuordnen und zu bewerten, beschreiben in der Rubrik Lüttje Lage humorvoll das Leben, wie es ist. Oder wie es sein könnte. Zum Jubiläum haben nun fünf Autorinnen und Autoren zu einer kleinen Lesung ihrer Lieblingskolumnen eingeladen.

2019 feierte die HAZ 70-jähriges Bestehen mit einer Glossen-Lesung im Astor-Kino. Damals konnten die Autoren und Autorinnen noch eng nebeneinander stehen. Quelle: Katrin Kutter

In der etwa einstündigen Live-Veranstaltung lesen Bernd Haase, Hans-Peter Wiechers, Uwe Janssen, Susanna Bauch und Simon Benne. Entsprechend wird es um das Heimatdorf von Bernd Haase, Twenge, gehen, um mitunter philosophisch anmutende Diskussionen am Küchentisch im Haushalt von Simon Benne, und um Anmerkungen zum Zeitgeist von Hans-Peter Wiechers, den die Leser und Leserinnen eher unter dem Kürzel hpw kennen. Die Moderation übernimmt der stellvertretende HAZ-Chefredakteur Felix Harbart.

Hier sehen Sie die Lesung im Video

Der Stream funktioniert nicht? Klicken Sie hier...

Der Pavillon sorgte für den Livestream der Lesung

Zur letzten großen Lüttje-Lage-Lesung im ausverkauften Astor-Kino kamen mehr als 500 Leserinnen und Leser. In der Corona-Krise ist eine analoge Lesung nicht möglich. So trifft sich das Autorenteam nun vor den Kameras des Kulturzentrums Pavillon und lädt zum digitalen Jubiläumsfest. Das Team des Pavillon organisiert seit Beginn des Jahres Streaming-Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Podcast-Produktionen.

So blicken am 17. April Wegbereiter und Programmleiter des Pavillon wie Gerd Kespohl, Hiltraud Krause und Christoph Sure auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und legen selbst Musik auf. Am 22. April spielt die Pop-Band „Abigale and the unwritten love letters“ und präsentiert melancholische Songs. Und am 23. April übernimmt das Duo Wezn und sorgt für elektronische Popklänge.

Die jeweiligen Streams finden Interessierte auf dem Youtube-Kanal des Pavillon. Kosten entstehen bei der digitalen Veranstaltung natürlich keine. Nur für die passenden Kaltgetränke müssten die Zuschauer und Zuschauerinnen selbst sorgen.

Das ist das Team am Sonnabend

Bernd Haase. Quelle: Tim Schaarschmidt

Bernd Haase thematisiert in seinen Glossen das Leben in der Siedlung Twenge. Über die Texte sagt der Autor selbst: „30 Prozent müssen stimmen, ansonsten geht in der Lüttjen Lage schon mal Pointe vor Wahrheitsgehalt. Ich weiß, dass einige Leser schon zu uns nach Twenge gekommen sind, um sich den Schauplatz meiner Lüttjen Lagen mal selbst anzugucken. Einmal hatte ich über exzessive Weihnachtsbeleuchtungen geschrieben, das Gefunkel in den Gärten. Natürlich maßlos übertrieben. Da waren die Leute dann tatsächlich enttäuscht.“

Susanna Bauch. Quelle: Katrin Kutter

Susanna Bauch lässt sich für ihre Glossen gern in der List inspirieren. Unterwegs passiere so viel. Die Welt sei voller Stoff für Lüttje Lagen. Vor allem das Feedback der Leserinnen und Leser freut sie. „Man bekommt viele nette Zuschriften auf Lüttje Lagen, gerade im Lockdown. Die Leute mögen es, morgens ein bisschen Spaß zu haben. Ich wurde allerdings auch schon dafür gerügt, dass in meinen Glossen zu viel Rotwein getrunken wird. Seitdem gibt es dort mehr Kaffee.“

Hans-Peter Wiechers. Quelle: Meding

Hans-Peter Wiechers war bei der Entstehung der Lüttjen-Lage-Rubrik 1996 dabei und erinnert sich gut an die Lust auf etwas Abwechslung vom Nachrichten-Teil. „Es hat schon vor 1996 regelmäßige Sonnabend-Glossen gegeben, meist verfasst vom legendären Kollegen Klapa. Irgendwann hatten wir die Idee, jeden Tag was Lustiges zu bringen, an einem festen Platz.“ Viele Kollegen wollten mitmachen. Dabei waren Hubert Böllert, Susanne Hildebrandt-Heene und eben Jo Freter. Am Sonnabend nimmt sich Hans-Peter Wiechers wie gewohnt aktuelle Moden und Trends vor.

Uwe Janssen. Quelle: Picasa

Uwe Janssen ist Teil des Satire-Sextetts Salon Herbert Royal und regelmäßig mit Imre Grimm unterwegs, um öffentlich den Spaß am Blödeln zu pflegen. Janssen ist überzeugter Friese und erinnert sich gern an seine erste Glosse über Missverständnisse beim Friseur. „Als die Friseurin zehn Jahre später ihren Laden in der Limmerstraße aufgab, bat ich darum, ihr letzter Kunde sein zu dürfen. Die Geschichte hatte uns für immer verbunden.“

Simon Benne. Quelle: Astrid Köhler

Simon Benne thematisiert gern das Zusammenleben und Zusammenwirken mit seinen vier Kindern. So hat Benne auch einen Ausflug zum Buckingham Palace in London mit den Kindern geschildert. „Eine nette Leserin schnitt die Lüttje Lage aus und schickte sie an die Queen persönlich. Sie bekam tatsächlich eine Antwort von einer freundlichen Hofdame. Die schrieb, man habe sich im Buckingham Palace sehr über die Lüttje Lage gefreut. Unsere Rubrik wird also von führenden Königshäusern empfohlen!“

Von Jan Sedelies