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Aus der Stadt In keiner Großstadt so viel Gewalt wie in Hannover
Hannover Aus der Stadt

In keiner Großstadt so viel Gewaltverbechen wie in Hannover

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16:06 11.07.2019
9387-mal musste die Polizei im vergangenen Jahr wegen Raub, Körperverletzung und Angriffen auf die persönliche Freiheit ermitteln. In keiner anderen der 15 größten deutschen Städte ist der Wert im Verhältnis zur Einwohnerzahl so hoch. Quelle: Symbolfoto
Hannover

Bei gewaltsamen Übergriffen nimmt Hannover den bitteren Spitzenplatz unter den 15 größten deutschen Städten ein. Das geht aus dem Großstadtvergleich hervor, den die Stadt in dieser Woche vorgelegt hat. Demnach kommen auf 100 000 Einwohner genau 1800 sogenannte Rohheitsdelikte – also Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. In keiner anderen deutschen Großstadt sind es, gemessen an der Einwohnerzahl,derart viele Verfahren. Nach Angaben der Polizei waren es absolut gesehen im vergangenen Jahr 9387 Vorgänge im Stadtgebiet. Insgesamt sei die Zahl aber rückläufig. Noch 2016 registrierten die Ermittler in Hannover noch 10. 519 Gewaltübergriffe.

Was unterscheidet Hannover bei Gewaltdelikten von anderen Großstädten?

Ob die Gewaltbereitschaft in Hannover höher ist als in den anderen Großstädten oder es an einem anderen Anzeigeverhalten liegt, darüber kann die Polizei auch nur spekulieren. Geografische Besonderheiten und die Infrastruktur spielten vielleicht eine Rolle, sagt Sprecherin Isabel Christian. Zum Beispiel könnten die Lage Hannovers an zwei stark befahrenen Autobahnen, der Flughafen und die vielen Großveranstaltungen eine Rolle spielen. Hannover sei „Anziehungspunkt für Menschen im weiteren Umkreis“. Allerdings gilt das auch für Vergleichsstädte wie Hamburg, München, Frankfurt oder Leipzig. Eine Besonderheit sei, dass Hannovers Polizei Gewaltfälle in Familien konsequent verfolge und anzeige, sagt Christian. Derartige Schwerpunkte könnten dazu beitragen, dass die Zahlen in Hannover zwar höher, die Sicherheit aber nicht geringer sei.

Hohe Aufklärungsquote

Überdurchschnittlich hoch ist die Aufklärungsquote in Hannover mit 63 Prozent der Straftaten – damit liegt sie zehn Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Vergleichsgroßstädte von 53 Prozent. Zum Vergleich: In Dresden lag sie bei 70 Prozent, in Berlin aber nur bei 44 Prozent. Die Zahlen stammen allerdings von 2017.

Bei Straftaten insgesamt landet Hannover auf Platz 2

Betrachtet man nicht nur die Rohheitsdelikte, sondern die Zahl aller Straftaten, so sinkt diese in Hannover. 2015 waren es 84.126, im vergangenen Jahr 70.121. Im Großstädtevergleich landet Hannover damit trotzdem auf dem zweiten Platz hinter Frankfurt. Allerdings liegt das vor allem daran, dass Schwarzfahren in der Landeshauptstadt besonders stark geahndet wird – die Platzierung hat also nichts mit der Sicherheit von Einwohnern zu tun. Jedoch zeigt der Städtevergleich, dass Hannover auch bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und bei Diebstählen auf dem viertschlechtesten Platz landet.

Zum Weiterlesen:

Kriminalstatistik: Zahl der Straftaten im Stadtgebiet Hannover gesunken

Von Conrad von Meding

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