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Aus der Stadt IHK-Präsident: Auto und Industrie sind keine Feinde des Menschen
Hannover Aus der Stadt

Industrie- und Handelskammer Hannover: Auto und Industrie sind keine Feinde des Menschen

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19:48 09.01.2020
IHK-Präsident Christian Hinsch spricht beim Neujahrsempfang im Kuppelsaal. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Weniger Bürokratie, geringere Steuern und Abkehr vom „Feindbild Auto“ – das wünscht sich die Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) für das neue Jahrzehnt. Mehr als 900 Gäste hatte der Verband zum traditionellen Neujahrsempfang am Donnerstag in den Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums (HCC) eingeladen, darunter viel politische Prominenz. Landesminister wie Olaf Lies, Bernd Althusmann und Grant Hendrik Tonne gaben sich die Ehre, ebenso Oberbürgermeister Belit Onay und Regionspräsident Hauke Jagau. Einer der Gastredner war Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Der Empfang ist eine gute Gelegenheit für Wirtschaft und Politik, sich gegenseitig den Puls zu fühlen“, sagte Weil.

IHK-Präsident Christian Hinsch (v. li.), Ministerpräsident Stephan Weil und IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage beim Neujahrsempfang im Kuppelsaal. Quelle: Nancy Heusel

Vorsichtige Kritik an OB Onay – und ein Gesprächsangebot

In ihren Reden gehen Weil und IHK-Präsident Christian Hinsch behutsam miteinander um. Zu Beginn des Jahres will keine Seite Misstöne erzeugen. Eine spitze Bemerkung in Richtung OB Onay kann sich Hinsch aber nicht verkneifen. „Dass wir als IHK gegen Maßnahmen sind, die den Individualverkehr in der Innenstadt einschränken, ist bekannt“, sagt Hinsch und spielt auf das Wahlversprechen Onays an, die Innenstadt für Autos zu sperren. „Zu diesem Thema möchten wir mit Ihnen, Herr Onay, gerne in konstruktive Gespräche kommen“, sagt der IHK-Präsident diplomatisch.

Oberbürgermeister Belit Onay und Regionspräsident Hauke Jagau sind unter den Gästen des IHK-Neujahrsempfangs. Quelle: Nancy Heusel

Hinsch plädiert für Respekt gegenüber „seriösen Unternehmen“

Insgesamt wünscht sich Hinsch, dass Industrie und insbesondere Autoindustrie nicht verteufelt werden. „Ausgerechnet im Autoland Deutschland bekommt man bei aktuellen öffentlichen Debatten manchmal den Eindruck, das Auto und die Autoindustrie seien der Feind des Menschen“, sagt der Verbandschef. Jedoch wolle er nicht für Nachsicht gegenüber Dieselbetrügern werben, sondern für einen „neutralen, vorurteilsfreien Blick“ auf die neueste Dieseltechnologie. Insgesamt plädiert er für einen „Erhalt der unternehmerischen Freiheit“ sowie einen angemessenen Respekt gegenüber „seriösen Unternehmen“.

Dem will der Ministerpräsident nicht widersprechen. „Wir sollten mit einem realistischen Selbstbewusstsein in das kommende Jahrzehnt starten“, sagt Weil. Jedoch sei Deutschland aufgefordert, mit der Dynamik der technischen Entwicklung Schritt zu halten. „Wir müssen schneller werden, und daran arbeiten wir“, sagt Weil und verweist unter anderem auf den Ausbau des Mobilfunknetzes in Niedersachsen.

Weil: Ausbau erneuerbarer Energien nötig

Ein Kernthema Weils ist der Klimaschutz. Sein Problembewusstsein sei gestiegen, räumt er ein und verweist auf die Wälder im Harz, denen Hitze und Trockenheit zugesetzt haben. Dreh- und Angelpunkt für den Kampf gegen den Klimawandel sei der Ausbau der erneuerbaren Energien, sagt Weil. „Zugleich brauchen Unternehmen sichere und bezahlbare Stromversorgung“, fügt er hinzu. Insofern sei Klimaschutz nicht ohne kluge Wirtschafts- und Industriepolitik möglich. „Wir haben zehn spannende Jahre vor uns“, sagt Weil. Da will niemand widersprechen.

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Von Andreas Schinkel

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