Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover wird Hauptstadt der Elektromobilität
Hannover Aus der Stadt Hannover wird Hauptstadt der Elektromobilität
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 01.04.2019
Enercity-Chef Susanna Zapreva und Üstra-Chef Volkhardt Klöppner präsentieren ihre Pläne für den schnellen Ausbau von Ladestationen. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Hannover soll in nur eineinhalb Jahren das dichteste Ladenetz für Elekroautos in ganz Deutschland erhalten. Dazu baut das Energieversorgungsunternehmen Enercity bis Ende 2020 insgesamt 480 Ladesäulen im ganzen Stadtgebiet. 30 Ladestation für das besonders schnelle Aufladen der Batterien werden in Kooperation mit der Üstra direkt an Bushaltestellen entstehen. Außerdem sind im Umland weitere 120 Ladestationen geplant.

Strom tanken kostet 6,5 Cent pro Minute

Enercity betreibt derzeit in Hannover 21 E-Ladestationen mit 42 Ladepunkten um mit regenerativ erzeugtem Strom Elektroautos und Elektrofahrräder aufzuladen. Derzeit wird noch die Ladezeit abgerechnet, die Umstellung der Abrechnung auf Kilowattstunden ist geplant. Derzeit kostet das Laden 6,5 Cent pro Minute, an den Schnellladestationen 8 Cent pro Minute. In den Parkhäusern ist das Laden preiswerter, dort kostet jeder Ladevorgang pauschal 3 Euro. Mit den neuen Ladesäulen will Enercity die Preise gezielt steuern. Dann wird das Tanken von Strom immer dann teurer sein, wenn der Andrang besonders groß ist. Die derzeit auf dem Markt befindlichen Elektroautos verbrauchen nach Herstellerangaben zwischen 11 und 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.

Hannover will an die Spitze

„Wir werden die mit Abstand führende Stadt beim Ladenetz sein“, sagte Enercity-Vorstandschefin Susanna Zapreva bei der Vorstellung des Programms am Freitag. Derzeit liege Stuttgart mit 60 Ladepunkten pro 100.000 Einwohnern an der Spitze, gefolgt von München und Hamburg. Hannover habe lediglich 20 Ladesäulen pro 100.000 Einwohner. In eineinhalb Jahren werde die Landeshauptstadt dann 90 Ladepunkte pro 100.000 Einwohner haben. Zapreva kündigte am Freitag auch eine spätere Aufstockung an, falls das Netz mit Ladesäulen nicht ausreichen sollte.

Bürger sollen Vorschläge machen

Die neuen Ladestationen sollen rund je zur Hälfte im öffentlichen Raum sowie auf Firmengeländen entstehen, berichtete Zapreva. Geplant sei es, die Bürger bei der Standortsuche zu beteiligen. Sie forderte die Hannoveraner auf, Vorschläge für künftige Standorte in ihrem Stadtteil zu machen., Außerdem werde es einen Wettbewerb der Stadtbezirke um die meisten Standortwünsche geben.

Schnelladestationen an Bushaltestellen

An den neun Bushaltestellen, die für die Busse der Üstra Ladestationen erhalten, werde es besondere Schnelladestationen auch für Autos geben. Dort sollen die Wagen, die mit der sogenannten DC-Technik ausgerüstet sind, die Autobatterien in 10 bis 30 Minuten aufladen können.

Trotz der 480 neuen Ladestationen in Hannover seien ausreichende Kapazitäten im Stromnetz vorhanden, betonte Zapreva. Niemand müsse befürchten, dass wegen der E-Mobilität nicht mehr genügend Strom für seinen Kühlschrank vorhanden sei. Die Enercity-Chefin rechnet damit, dass sich die Behinderungen auf den Straßen durch die Baustellen in Grenzen halten werden. Die Kabel seien meist direkt an den Gehwegen verlegt, berichtete sie.

Üstra braucht 48 Elektrobusse

„Das ist ein tolles Beispiel, wie die Zusammenarbeit funktionieren kann“, sagte Üstra-Vorstandschef Volkhardt Klöppner. Die E-Mobilität des Nahverkehrs dürfe kein abgeschlossenes System sein. Derzeit hat die Üstra drei Elektrobusse im Einsatz. Bis zum Jahr 2023 will das Unternehmen den Busbetrieb innerhalb der hannoverschen Umweltzone komplett auf Elektrobusse umstellen. Dafür sind 48 neue Busse nötig.

Enercity plant Info-Veranstaltungen

Bürger können ihre Wunschstandorte hier angeben. Außerdem können Standorte bei Informationsveranstaltungen von Enercity vorgeschlagen werden. Die Infoveranstaltungen finden statt am Montag, 29. April am Firmensitz an der Glocksee, am Montag, 6. Mai im Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Straße 92, am Montag, 15. Mai, im Enercity-Standort Ricklingen, Stammestraße 105, und am Montag, 3. Juni, im Bürgerhaus Misburg, Seckbruchstraße 20. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

Von Mathias Klein

Die Polizei Hannover hat am Freitag ihren jährlichen Verkehrssicherheitsbericht vorgestellt. Insgesamt sind die Unfallzahlen zwar zurückgegangen, allerdings stiegen im Gegensatz dazu die Zahlen der Verletzten und Getöteten. Sorgen bereitet der Polizei die Autobahn 2: Dort starben 2018 insgesamt 13 Menschen.

29.03.2019

Das Verfahren wegen Sachbeschädigung wird nach verwirrenden Aussagen der Angeklagten und des Geschädigten eingestellt. Nun steht noch eine unglaubliche Behauptung im Raum – hat der 79-Jährige die Frau vergewaltigt?

01.04.2019

Ein betrunkener Autofahrer hatte den Außenbereich des Bistros Mon Bonheur an der Voßstraße komplett demoliert. Der Wirt wartete wochenlang auf das Versicherungsgutachten für den Wiederaufbau – jetzt kann sie wieder aufgebaut werden.

29.03.2019