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Aus der Stadt Grundschuleltern starten Online-Petition für bessere Inklusion
Hannover Aus der Stadt

Inklusion: Grundschuleltern starten Online-Petition

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14:15 07.05.2019
Fordern mehr Hilfe bei der Inklusion; Angela Payer, Elternvertreterin an der Gebrüder-Körting-Schule, und Schulelternratsvorsitzender Peter Meyer. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Elternräte von mehr als 25 Schulen in Hannover und dem Umland, zumeist Grundschulen, fordern in einer jetzt gestarteten Online-Petition eine bessere personelle Ausstattung, um die Inklusion umzusetzen. In der jetzigen Situation sei der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung eine „Mogelpackung“, da unzureichende Mittel im Gießkannenprinzip auf alle Schulen verteilt würden, heißt es. Vor ein paar Wochen hatten auch die Leiter der Integrierten Gesamtschulen Alarm geschlagen.

„Sonderpädagogische Grundversorgung erhöhen“

Die Grundschuleltern treten jetzt mit konkreten Forderungen an die Politik heran: Die sonderpädagogische Grundversorgung müsse von zwei Stunden pro Klasse auf fünf steigen, sagt Angela Payer, Elternvertreterin an der Gebrüder-Körting-Schule. Schulen in sozialen Brennpunkten müssten darüber hinaus noch mehr Hilfe durch Förderschullehrer bekommen, auch Klassen, in denen bei weiteren Kindern ein Förderbedarf festgestellt werde, müssten noch besser ausgestattet werden.

Hier geht es zur Petition

Die Sonderpädagogen müssten fest an den Regelschulen angestellt werden und nicht mehr pendeln müssen, fordern die Elternvertreter außerdem. Die feste Beschäftigung eines Sonderpädagogen an einer Regelschule hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gerade erst möglich gemacht, bislang waren die Sonderpädagogen von Förderschulen abgeordnet worden, mussten teils zu mehreren Regelschulen pendeln.

Lehrer am Limit

Die Grundschullehrer seien in den vergangenen Jahren mit der Inklusion zusehends alleingelassen worden, sagt Peter Meyer, Schulelternratsvorsitzender der Gebrüder-Körting-Schule. Die Grundschule in Badenstedt hat sich schon seit Jahren der Integration behinderter Schüler verschrieben. Schon lange, bevor Deutschland 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben und Niedersachsen 2012 das Recht auf Inklusion ins Schulgesetz geschrieben hat. Die vierfache Mutter Payer hatte ihren ältesten Sohn schon 2006 auf der Grundschule, jetzt geht ihr jüngster Sohn in die zweite Klasse. „Die Lehrer sind immer mehr belastet worden“, sagt sie, „sie sind am Limit.“

Zu den Kindern mit Handicap kämen an den Grundschulen immer mehr Schüler, die einen Anspruch auf einen Nachteilsausgleich hätten, weil sie eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder eine Rechenschwäche hätten, schreiben die Eltern in ihrer Petition. Einige Kinder kämen aus sehr belasteten Familien, die Väter oder Mütter seien alleinerziehend, viele arm. Von den 250 Schülern seien 124 berechtigt, über das Bildungs- und Teilhabepaket unterstützt zu werden, hatte der Schulelternrat schon im Januar 2018 in einem Brandbrief an Kultusminister Tonne geschrieben. Hinzu kämen die Flüchtlinge. Viele geflüchtete Kinder seien traumatisiert, sprächen kein Deutsch, manche seien noch gar nicht alphabetisiert.

Zeichnungsfrist läuft bis zum 5. Juni

Zwar sei es richtig, dass es bislang zu wenig Sonderpädagogen auf dem Markt gebe, sagt Schulelternratsvorsitzender Meyer: „Aber wir müssen irgendwann mal anfangen, die Anzahl der Studienplätze deutlich zu erhöhen, wenn nicht jetzt, wann dann?“ Die Grundschullehrer seien mit der Inklusion alleingelassen worden. An den Schulen müssten multiprofessionelle Teams arbeiten, sagt Payer, neben Regel- und Förderschullehrer auch Schulbegleiter, Sozialarbeiter, Therapeuten und Erzieher.

Die Online-Petition ist noch bis zum 5. Juni online. Innerhalb der ersten Tage hätten bereits 600 Unterstützer die Forderungen unterzeichnet, sagt Meyer. Wenn 5000 Unterschriften zusammenkommen, muss sich der Petitionsausschuss des Landtages mit dem Thema befassen. Neben der Gebrüder-Körting-Schule stehen auch die Elternräte der Albert-Schweitzer-Schule, der Grundschule Am Sandberge, der Grundschule Am Lindener Markt, der Otfried-Preußler-Schule, der Grundschule Beuthener Straße, aber auch der Integrierten Gesamtschulen Badenstedt und Roderbruch sowie zahlreicher Grundschulen im Umland dahinter.

Von Saskia Döhner

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