Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Black Friday: „In Wahrheit geht es darum, dass die Händler ihre Lager leerräumen wollen“
Hannover Aus der Stadt

Interview: Black Friday als Halloweenisierung des Handels in Hannover?

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
08:01 29.11.2019
Das war der Black Friday 2018: Die Innenstadt war voll, der Handel hat gute Umsätze gemacht. Quelle: Rainer Dröse
Anzeige
Hannover

250.000 Besucher waren im Vorjahr zum Black Friday in Hannovers Innenstadt. Der Handel hofft in dieser Woche auf ähnlich gute Umsätze. Ein Interview mit Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft.

Herr Prenzler, zum Black Friday bietet Hannovers Innenstadt wieder Latenightshopping bis 22 Uhr. Eigentlich ist das Thema über das Internetshopping aus Übersee zu uns geschwappt. Warum profitiert der Innenstadthandel davon?

Anzeige

Wir haben vor zwei Jahren gemerkt, wie die Menschen sich an diesem Tag auf Schnäppchenjagd einstellen, sicherlich animiert durch die starke Werbung. 2017 war es erstmals ein Phänomen wie beim Schlussverkauf: Die Leute standen noch abends um 20 Uhr vor den Geschäftstüren und wollten weiter einkaufen. Aber wir mussten schließen. Deshalb haben wir 2018 erstmals Latenightshopping angeboten – und waren überwältigt vom Erfolg. Ein bisschen sind wir auch geschmeichelt, dass dieses Thema aus dem Internet zu uns kommt: Die Menschen wollen die Waren am liebsten gleich mitnehmen, und das geht nunmal am besten in der Innenstadt.

Aber ist das nicht ein bisschen die Halloweeniniserung des Handels?

Die wenigsten wissen, dass der Trend ursprünglich gar nicht aus Amerika kommt. In Asien gibt es seit vielen Jahren den sogenannten Single-Day mit den Einsen im Datum, den 11.11.. Da kaufen die Asiaten wie verrückt ein, Alibaba macht Hunderte Millionen Umsatz an dem Tag. In Amerika wurde daraus der Black Friday zwischen Thanksgiving und dem Wochenende. In Wahrheit geht es darum, dass die Händler vor dem Weihnachtsgeschäft ihre Lager leerräumen wollen, wie bei uns früher im Schlussverkauf. Es ist also ein ganz normales Phänomen – aber weil alle drüber reden, nimmt das Thema stark Schwung auf.

Martin Prenzler, Geschäftsführer City-Gemeinschaft Quelle: HAZ

In welchen Segmenten kann man denn besonders gute Schnäppchen machen?

Tatsächlich war der Black Friday ursprünglich stark techniklastig. Das hat sich aber geändert: Ob Mode oder Wohnaccessoires, ob Autohaus oder Dienstleistung: Ich wüsste kaum ein Geschäft, das nicht mitmacht. Wobei es bei Black Friday ja nicht so sehr um das einzelne Sonderangebot geht, sondern um den Paketverkauf: Kaufst du dies, bekommst du das dazu.

Nun ist am Folgetag, dem Sonnabend vor dem ersten Advent, der Nahverkehr kostenlos als Testlauf dafür, ob die Leute gern stressfrei auch ohne Auto in die Stadt kommen. Kannibalisieren sich solche Projekte nicht in so dichter Abfolge?

Ich gehe davon aus, dass die Stadt am Sonnabend genauso voll sein wird wie an jedem anderen Sonnabend in der Vorweihnachtszeit auch. Das Angebot der Region ist ein guter Testlauf, um den Menschen Alternativen anzubieten. Wenn viele Leute mit Stadtbahnen, S-Bahnen und Bussen kommen, wird vieles entspannter sein in der Stadt – und die, die trotzdem mit dem Auto kommen, haben auch weniger Stress.

Lesen Sie auch

Von Conrad von Meding

In den Streit um Baumängel und die Kostenexplosion an der Regionsleitstelle der Berufsfeuerwehr Hannover kommt Bewegung. Offenbar stimmt die Baufirma dem von der Stadt vorgeschlagenen Vergleich zu, ihre Forderungen von 36,7 auf 12,5 Millionen Euro zu senken. Ein unabhängiger Gutachter soll aber die Mehrkosten überprüfen

29.11.2019

Er ist einer der größten Popstars aller Zeiten: Im Juni kommt Paul McCartney zu einem Konzert in die HDI-Arena nach Hannover. HAZ und NP präsentieren das einzige Deutschland-Konzert im Rahmen der aktuellen Tournee „Freshen Up“. Ab Freitag gibt es Tickets im offiziellen Vorverkauf.

29.11.2019

Zwei große Ereignisse sorgen dafür, dass es am Freitag eng wird in der Innenstadt. Die Aktivisten von Fridays for Future wollen sich am globalen Klimastreik beteiligen und rufen zu einer Demo mit mehreren tausend Teilnehmern auf den Opernplatz. Zeitgleich lockt der sogenannte Black Friday mit zahlreichen Schnäppchen und Angeboten die Kunden in die Geschäfte.

30.11.2019