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Aus der Stadt Darauf freut sich der Neuzugang am Schauspiel Hannover
Hannover Aus der Stadt

Interview: Darauf freut sich der Neuzugang am Schauspiel Hannover

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18:00 22.05.2019
Neu in Hannover: Schauspieler Nils Rovira-Muñoz. Quelle: Rainer Droese

Nils, du startest in der kommenden Spielzeit am Schauspiel Hannover

Yeah!

Wieso Hannover?

Ich kannte die neue Intendantin Sonja Anders schon aus Berlin, wo ich studiert habe. Da hat sich dann eine Einladung zum Vorsprechen ergeben, und es war ein sehr schönes Vorsprechen. Als ich in den Raum kam, habe ich sofort gemerkt, dass die Stimmung sehr wohlwollend ist, sehr interessiert, offen und ehrlich. Da konnte man sich auf Augenhöhe begegnen. Außerdem komme ich aus Bremen und freue mich, mal wieder Richtung Norden zu kommen. Es ist etwas anderes, wenn man im Süden oder in einem anderen Land wie Österreich Theater macht. Und auch das Kinopublikum in Hannover ist super. Wenn das auch im Theater so ist, freue ich mich sehr.

Nils Rovira-Muñoz startet in der kommenden Spielzeit am Schauspiel Hannover. Gerade erst war der 27-Jährige in einem Kinofilm mit Katja Riemann zu sehen.

Das Kinopublikum kennst du, weil du vor Kurzem mit Katja Riemann den Film „Goliath96“ im Kino am Raschplatz vorgestellt hast. Ihr spielt darin die beiden Hauptrollen. Wie war das, als junger Schauspieler mit einer solchen Bekanntheit zusammenzuarbeiten?

Katja war supercool und hat mich ernst genommen als Kollegen. Man kann sich wahnsinnig viel von ihr abgucken.

Zum Beispiel?

Ihre Arbeitshaltung. Sie macht alles ganz gewissenhaft, ist aber trotzdem offen für Einwände. Oder auch: Die Stimmung, mit der sie in eine Szene rein- und rausgeht, passt immer perfekt zu den Szenen davor und danach. Man dreht ja nicht chronologisch. Aber sie hat das alles schon im Kopf, Wahnsinn. Das hat mit Fantasie und gewissenhafter Vorbereitung zu tun.

Du spielst einen jungen Mann, dem alles zu viel wird und der sich von allen abschottet, sogar von seiner Mutter. Konntest du dich damit identifizieren?

Ich glaube, jeder kennt die Momente, in denen man überfordert ist. Dann möchte man keinen Kontakt nach außen haben. Das waren Andockpunkte für mich. Ich habe mich selbst nie im Zimmer eingeschlossen. Im Freundeskreis habe ich aber zwei ähnliche Fälle von außen miterlebt. Deswegen war mir der Stoff nicht unbekannt.

Sind das auch so extreme Situationen wie im Film?

Im Film ist es wirklich zugespitzt, dass Mutter und Sohn gar keinen Kontakt mehr haben. Bei meinen Bekannten ist das noch etwas anders. Aber die Fronten zu den Eltern sind da schon verhärtet. Ich weiß auch nicht, was da die Lösung ist.

Mochtest du den Charakter, den du gespielt hast?

Doch, ja. Ich versuche als Schauspieler immer, empathisch mit den Figuren zu sein. Natürlich muss man gucken, wo die Abgrenzungen zu einem selbst sind, was man definitiv anders machen würde – aber wo man eben auch Verständnis hat. Die Aufgabe ist es, diese Komplexität von zwischenmenschlichen Beziehungen darzustellen.

Welche Erwartungen hast du an die kommenden zwei Jahre hier in Hannover?

Ich glaube, dass das Staatstheater hier einen guten Stand hat und die Leute gerne ins Theater gehen. Man kann hier gut zusammenarbeiten und sich mit der Stadt auseinandersetzen. Ich wünsche mir, dass wir etwas kreieren, das nicht austauschbar ist. Deswegen habe ich mich auch für Hannover entschieden, weil ich das bei den Personen hier sehe.

Das ist Nils Rovira-Muñoz

Nils Rovira-Muñoz wurde 1991 in Nürnberg geboren. Er wuchs in Ecuador und Bremen auf und studierte ab 2011 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, die er 2015 abschloss. Anschließend war der heute 27-Jährige zwei Jahre lang am Volkstheater Wien engagiert, weitere zwei Jahre arbeitete er frei an mehreren Film-, TV- und Theaterproduktionen sowie an Tanzprojekten.

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Von Johanna Stein

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