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Aus der Stadt Ihme-Zentrum: Windhorst noch immer kein Großeigentümer
Hannover Aus der Stadt

Investorenübergang: Ihme-Zentrum: Windhorst noch immer kein Großeigentümer

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13:38 13.06.2019
Wartet noch auf seine Eintragung als Großeigentümer im Ihme-Zentrum: Investor Lars Windhorst. Quelle: Moritz Frankenberg (Montage)
Hannover

„Spätestens im Mai“ wollte Investor Lars Windhorst als neuer Großeigentümer der Gewerbeareale im Ihme-Zentrum eingetragen sein, so hatte er es im März bei einer Sondersitzung im Rathaus zugesagt. Das hat nicht geklappt: Der Übergang der entsprechenden Firma von der Berliner Intown in Windhorsts Firmenimperium ist noch nicht besiegelt. Offenbar hat es bei der Bank eine Verzögerung gegeben. „Das Geld ist bezahlt“, sagt Windhorsts Sprecher Andreas Fritzenkötter. Es liege seit Wochen auf einem Treuhandkonto bei der Bank. Weil eine Freigabe vonseiten des Verkäufers gefehlt habe, sei die Eintragung noch nicht vollzogen.

Wieder nur Investorenversprechen ohne Folgen im Ihme-Zentrum?

Der Vorgang ist misslich, weil jede Verzögerung und jedes nicht eingehaltene Investorenversprechen in Sachen Ihme-Zentrum zu neuer Verunsicherung führt. Auch Windhorsts Vorgänger hatten stets vollmundig Projekte angekündigt, sich dann aber überraschend zurückgezogen. Fritzenkötter bemüht sich, den Eindruck zu zerstreuen: „Es ist wirklich nur eine Formalie.“

Anfang Juli will Windhorsts Mannschaft einen „konkreten Zeitplan“ für Hannovers Ihme-Zentrum vorlegen

Unabhängig davon, dass Windhorst formal noch nicht Eigentümer der teils ruinösen Gewerbeareale ist, liefen Gespräche und Planungsabstimmungen, sagt Fritzenkötter. Spätestens Anfang Juli wolle man in Hannover „einen konkreten Zeitplan“ dafür vorlegen, wie es jetzt weitergeht. Als erstes steht die Erneuerung der Fassade zur Blumenauer Straße an, wo der Abriss der alten Betonteile weit vorangeschritten ist. Dann sollen im Inneren die Einkaufsbereiche vermietungsfein gemacht werden. Für die Fassade gilt ein Enddatum am 30. Juni 2021, das Investitionsvolumen soll rund 8 Millionen Euro betragen. Bei der Handelsfläche muss Windhorst bis Ende 2021 mindestens 9000 Quadratmeter an Geschäfte vermietet haben. Hält er die Fristen nicht ein, drohen ihm Millionenausfälle bei Mieteinnahmen, weil die Stadt dann von Büromietverträgen zurücktreten kann.

Mehr Tempo beim Umbau des Ihme-Zentrums?

Windhorst hatte im März versprochen, sich an die bestehenden Sanierungsvereinbarungen halten zu wollen – und beim Tempo sogar noch eine Schippe drauflegen zu wollen. Als „Unsinn“ bezeichnete er während der Rathausanhörung den Plan, zunächst nur kleine Teilbereiche zu sanieren. Die Sockelgeschosse sähen „wie nach dem Zweiten Weltkrieg“ aus, sagte der Finanzinvestor: „Da sind ja teilweise nicht mal Fenster drin.“ Teilsanierungen seien bei 100.000 Quadratmeter Leerstandsfläche unwirtschaftlich – deshalb wolle er bis Ende 2021 auch die anderen 70.000 Quadratmeter fertig saniert haben. Auf skeptische Rückfragen sagte er, die Politik solle etwas Geduld haben: „In einem halben Jahr sprechen wir uns, wenn wir weiter sind.“ Das soll nun offenbar im Juli soweit sein.

Gespräche zur Erneuerung des Radwegs

Mit der Stadt laufen nach Angaben Fritzenkötters außerdem die Gespräche für den Bau eines Radweges durch das Ihme-Zentrum. Der Bund hat dafür 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, eine Million Euro schießt die Stadt selbst hinzu. Für den Durchgang durchs Parterre der Immobilie sind auch Abrissarbeiten vorgesehen, damit der Radweg nicht durch ein finsteres Loch führt.

Windhorsts Firma heißt jetzt Tennor-Gruppe

Derweil hat der Unternehmer, der einst als „Wirtschaftswunderkind“ mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf Asienreise unterwegs war, seine Firma umbenannt. Aus der bisherigen Sapinda-Gruppe wurde die Tennor-Gruppe, er will jetzt auch in den USA aktiv werden. Das Finanzpolster gilt als gut ausgestattet: Zum Ihme-Zentrum sagte er während der Anhörung, er wolle die Sanierung ohne Bankkredite finanzieren.

Von Conrad von Meding

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