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Aus der Stadt Zwei Millionen Euro für die Jugend
Hannover Aus der Stadt Zwei Millionen Euro für die Jugend
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20:10 13.11.2018
Billardspiel im Jugendsportzentrum an der Podbielskistraße: Die Stadt will an weiterführenden Schulen erfragen, welche Angebote hoch im Kurs stehen. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Knapp 2 Millionen Euro für die Jugend, Bekämpfung der Kinderarmut sowie Stärkung der Familienzentren und der Freien Träger: Das Ampelbündnis aus SPD, Grünen und FDP hat im Jugendhilfeausschuss ein üppiges Paket für den Doppelhaushalt 2019/2010 geschnürt. „Wir nehmen für die Jugend so viel Geld in die Hand wie seit zehn Jahren nicht mehr“, sagte der jugendpolitische Sprecher der SPD, Christopher Finck. Sein Kollege Norbert Gast von den Grünen hob hervor, dass Hannover seit 2011 um 25 000 Menschen gewachsen ist – „ein Großteil der Bevölkerungszunahme ist im Bereich der unter 30-Jährigen, es leben mittlerweile 16 500 Kinder mehr in der Stadt.“ Es gehe in der Jugendpolitik um Aufbau, ergänzt der jugendpolitische Sprecher der FDP, Patrick Döring. „Das ist ein sehr gutes Zeichen, die Zukunft der Stadt liegt im Themenbereich Jugend.“ Folgende Bereiche sollen unterstützt werden:

Kinderarmut: Mit 277 000 Euro sollen die bald 48 Familienzentren und Elterntreffs sowie Träger übergreifender Programme Bildungs- und Beteiligungschancen von Vorschulkindern erhöhen. Die Zentren erreichen derzeit rund 4300 Kinder und deren Familien.

Jugendarbeit: Eine stadtweite Befragung an allen weiterführenden Schulen soll darstellen, was Jugendliche sich wünschen, und damit den Weg für eine bedarfsgerechte Planung ebnen. Die Befragung soll alle fünf Jahre wiederholt werden, für die erste Runde stehen 100 000 Euro bereit. Zudem wird die Stelle eines Stadtjugendpflegers wieder besetzt. Das Haus der Jugend an der Maschsstraße soll aufgewertet werden, es soll ein Jugendbeteiligungsbüro bekommen. „Die Jugendlichen in der Stadt sollen eine zentrale Anlaufstelle für Fragen und Ideen bekommen“, sagt Finck.

Jugendverbände: Die Jugendverbandsförderung wird neu aufgestellt, der Stadtjugendring gestärkt. Die Zuschüsse in diesem Bereich werden ab 2020 um rund 250 000 Euro erhöht. Zudem hat sich das Bündnis darauf geeinigt, alle Personalausgaben der Freien Träger zunächst um 1,5 Prozent und danach „dynamisch“ zu erhöhen. Damit sollen die Angebote der Jugendhilfe wie Beratung oder Jugendschutz abgesichert werden. „Wir wollen ausdrücklich die Trägervielfalt erhalten“, betont FDP-Jugendexperte Döring.

Vielfalt: Mit einem queeren Jugendzentrum (für Lesben, Schwule, Bi-, Inter- und Transsexuelle) sowie der Förderung der Skateranlage Gleis D sollen Vielfalt und Toleranz gefördert und auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingegangen werden.

Die CDU-Fraktion konnte sich etlichen Anträgen anschließen, zwei ihrer Schwerpunkte indes nicht durchsetzen. Zum einen wollen die Christdemokraten – wie jedes Mal – die Zuschüsse für das Jugendzentrum Kornstraße sowie das Essensgeld für Kita-Kinder streichen. „8 Millionen Euro Einnahmen einfach mal so zu kippen ist nicht machbar“, sagte Döring zur Ablehnung. Angesichts der Einführung der gebührenfreien Kitas sei es Eltern zuzumuten, Essensgeld zu zahlen.

Die Anträge der AfD wurden allesamt abgelehnt. „Kürzungen von 2,2 Millionen Euro im Jugendbereich sind keine Alternative für unsere Stadt“, betonte SPD-Mann Finck. „Die AfD will pauschal bestimmte Träger nicht fördern. Es ist schwer erträglich, darüber überhaupt zu beraten“, ergänzte Lars Pohl (CDU).

Von Susanna Bauch

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