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Aus der Stadt Keine Chance für ein neues Restaurant im Künstlerhaus
Hannover Aus der Stadt

Keine Chance für ein neues Restaurant im Künstlerhaus Hannover

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19:10 17.01.2020
Das Kellergewölbe im Künstlerhaus steht seit vielen Jahren leer. Quelle: Michael Thomas (Archivfoto)
Hannover

Seit Jahren stehen die Räume des ehemaligen Restaurants Maestro im Künstlerhaus leer – jetzt gibt die Stadtverwaltung das endgültige Aus für jegliche Gastronomie im Kellergewölbe bekannt. „Das Künstlerhaus steht auf wackligem Fundament“, sagte Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf am Freitag im Kulturausschuss. Das habe sich bei einer Ausschachtung in den Kellerräumen gezeigt. Jetzt müsse man das Fundament verstärken, um die Statik des Gebäudes zu stabilisieren.

Boden musste einen halben Meter tief abgegraben werden

Der Boden des Gewölbes musste ausgehoben werden, weil die Deckenhöhe in den Räumen nicht mehr aktuellen Vorschriften entspricht. Ein Absenken von einem halben Meter wäre nötig gewesen. Doch nach den ersten Spatenstichen wurde klar: So kann es nicht weitergehen. „Backsteine lagen auf sandigem Boden – das war das Fundament“, berichtet Beckedorf. Man habe sogleich einen Gutachter gebeten, die Statik zu überprüfen. Ergebnis: Technisch ist es durchaus möglich, den Boden einen halben Meter tief abzutragen und neue Fundamente einzuziehen, doch das würde voraussichtlich 4 Millionen Euro verschlingen.

„Der Aufwand ist nicht zu rechtfertigen, daher ist eine Kellergastronomie nicht umsetzbar“, sagt Beckedorf. Zugleich müsse das Künstlerhaus, das bereits seit 165 Jahren in der Sophienstraße steht, abgesichert und das Fundament verstärkt werden. Aus den Verträgen mit Gastronom Reiner Pröhl, der die Räume pachten wollte, könne die Stadt ohne finanzielle Verluste aussteigen. „Wir überlegen jetzt zusammen mit dem Schauspielhaus, ob wir auf dem Innenhof ein gastronomisches Angebot schaffen“, sagt Beckedorf. Das Kellergeschoss könne möglicherweise als Lagerraum dienen.

Kellerrestaurant bot einst Platz für 150 Gäste

Das verwinkelte Kellergewölbe bot einst Platz für 150 Gäste. An den Biertischen auf dem Theaterhof konnten noch einmal 200 Gäste tafeln. Das damalige Restaurant Maestro war beliebt bei Theaterbesuchern, Künstlern und Literaten. An diese Tradition wollte Pröhl mit seiner Gastronomie wieder anknüpfen.

Ratspolitiker bedauern die Absage an jegliche Gastronomie im Keller des Künstlerhauses. Essen und Trinken nur im Sommer auf dem Hof anzubieten, findet die SPD nicht ausreichend. „Auch im Inneren des Gebäudes sollte es ein Restaurant geben“, meint SPD-Ratsherr Andreas Markurth. Dezernentin Beckedorf hat wenig Hoffnung, dass das gelingt. „Das Haus wird gut genutzt“, sagt sie.

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