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Aus der Stadt Muttermilchbank hilft Frühchen
Hannover Aus der Stadt Muttermilchbank hilft Frühchen
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00:21 07.03.2019
Freuen sich über den Start der Muttermilchbank:  Karolina Voß mit Sohn Mats, Milchbankleiterin Anja Rudolph,  Ina Hoffmann und Spenderin Marlene Doebke mit Lina (von links).
Freuen sich über den Start der Muttermilchbank: Karolina Voß mit Sohn Mats, Milchbankleiterin Anja Rudolph, Ina Hoffmann und Spenderin Marlene Doebke mit Lina (von links). Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Dass Muttermilch für Babys das Beste ist, ist bekannt. Damit Frühgeborene damit ausreichend versorgt sind, hat das Kinderkrankenhaus Auf der Bult jetzt eine Muttermilchbank eröffnet. „Das ist keine Frage von Komfort. Natürliche Milch verbessert die Chancen von Frühgeborenen auf ein gesundes Überleben nachweislich“, betont Chefarzt Professor Florian Guthmann. Pläne dazu gab es bereits länger.

Spendermilch hilft – bis die Mutter selbst stillen kann

Rund 90 extrem Frühgeborene versorgen die Mitarbeiter im gemeinsamen Perinatalzentrum von Kinderkrankenhaus und Diakovere-Geburtshilfe pro Jahr. Die Kinder wiegen bei der Geburt weniger als 1500 Gramm oder kommen vor der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt. Für diese Frühchen sind gute Ernährung und der Schutz vor Krankheiten vom ersten Tag an entscheidend. „Mütter haben meist erst am dritten Tag Milch. Für Babys, die ausgereift zur Welt kommen, ist das kein Problem“, erklärt Anja Rudolph, Fachärztin für Neonatologie.

Natürliche Milch enthält viele Schutzstoffe

Doch Frühchen sind wesentlich größeren Risiken ausgesetzt. Jetzt bekommen sie Rohmilch von Müttern, die ebenfalls in der Klinik entbunden haben. Die Frauen werden zuvor untersucht, die Milch wird zusätzlich auf bakteriologische Verunreinigungen geprüft. Streng gekühlt ist sie sechs Monate haltbar. Vorher hatte die Kinderklinik Spendermilch bei 60,5 Grad pasteurisiert. Dann waren alle schädlichen Viren und Bakterien tot, allerdings auch für die Krankheitsvorbeugung wichtige Immunstoffe. „Muttermilch enthält mehr als 400 gesundheitsfördernde Substanzen wie Immunzellen und gute Bakterien“, erläutert Rudolph, Leiterin der Muttermilchbank.

Ina Hoffmanns Tochter Emily kam mit 565 Gramm nach einem Notkaiserschnitt zur Welt. „Ich war wirklich froh, dass sie Spendermilch bekam.“ Wenige Tage später konnte Hoffmann selbst stillen und will nun eigene Milch spenden. „Unter den Müttern auf der Intensivstation gibt es eine große Verbundenheit, weil keine mit einem gesunden Baby nach Hause gehen kann“, sagt Karolina Voß, deren Sohn Mats Bruno nach der Geburt zunächst nicht trinken konnte. Seine Speiseröhre musste operiert werden. Voß gab gerne von ihrer überschüssigen Milch ab.

Das Sozialministerium hat die Muttermilchbank in Hannover mit 72.000 Euro unterstützt. Weitere Standorte sind Vechta und in Kürze Wolfsburg.

Von Bärbel Hilbig

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