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Aus der Stadt Murzarella lässt die Puppen aus dem Bauch heraus singen
Hannover Aus der Stadt

Kleines Fest im Großen Garten: Murzarella lässt die Puppen aus dem Bauch heraus singen

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17:42 23.07.2019
Opernarien mal anders: Sabine Murza alias Murzarella mit der eigenwilligen Puppendame Adelheid an der Hand. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

 Eins vorweg: bloß kein Wort übers Bauchreden. Für eine Bauchrednerin ist Schweigen über die eigene Profession vielleicht ungewöhnlich, doch Sabine Murza, Künstlername Murzarella, erklärt es auf einer Bank in den Herrenhäuser Gärten so: „Das will ja immer jeder wissen, wie das geht. Aber dann ist halt die Illusion weg. Man verrät ja auch keine Zaubertricks.“ Kommt die Stimme für ihr Puppenensemble also wirklich aus dem Bauch, oder doch von irgendwoanders her? Nur so viel dazu von Murzarella: Bauchreden – oder in ihrem Fall Bauchsingen – ist eine Technik, die man lernen kann. Zuschauer, die das Rätsel lösen wollen, müssen bei Murzarellas Auftritten eben sehr genau hinsehen.

Kurz vor ihrer Show beim Kleinen Fest ist Sabine Murza bestens gelaunt. Mit Überresten ihres Ruhrpottdialekts erzählt die gebürtige Gelsenkirchenerin, wie sie zur Kleinkunst kam. Sie genoss eine klassische Gesangsausbildung, trat in Musicals wie „Hair“ und „Evita“ auf, sang in Bands und ist oft die Stimme aus dem Off, wenn der Kultursender „Arte“ Reportagen zeigt. Dazu gibt sie noch Gesangsunterricht.

Im Programm: eine prollige Ratte

Und doch: Irgendwann reichte Sabine Murza dieser Zustand nicht. „40 Frauen bewerben sich für eine einzige Rolle in einem Musical, und alle sind blond. Oder es wird nur ein dunkelhaariger Typ gesucht, dann ist man gleich raus“, sagt sie. Von diesen Abhängigkeiten und Zwängen habe sie sich frei machen wollen. „Ich wollte mein eigenes Ding machen.“

Die Bauchsingerei wies einen Weg. Als sie einmal mit einem Programm auftrat und einer Puppe, einem Kakadu, ihre Stimme lieh, interessierten sich die Leute sehr für diesen bunten Vogel. Sie verfeinerte ihre Technik – und bald baute Murza ein Bühnenprogramm drumherum. Dudu, der Vogel, blieb, hinzu kamen Kalle, die prollige Kanalratte mit Heimat in Wanne-Eickel, und Adelheid, eine feine ältere Dame, die dem Bürgertum Baden-Badens entstammen könnte. Das ist die Stadt, in der Murza inzwischen lebt.

Nun singt sie auf der Bühne mit drei unterschiedlichen Stimmen und aus entsprechend unterschiedlichen Musikbereichen. Opernarien wie die „Königin der Nacht“ aus der „Zauberflöte“, Hardrockklassiker wie „Highway to Hell“ und atemlos Schlagerhaftes hat sie im Angebot, immer mit der passenden Puppe dazu. Dabei ist die Technik das Eine. Murzas Stimme ist dauernd unter Volldampf, es gibt keine Pause, auch nicht in ihrem 90-Minuten-Programm. „Aber viel schwieriger“, sagt sie gestenreich, „ist es, mich von der Puppe zu trennen, obwohl die Figur und ich gleichzeitig präsent sein müssen.“ Murzarella singt und spricht, die Puppen singen und sprechen mit eigenem Charakter, manchmal geht es rasend hin und her, und dann müssen die Figuren auch noch unablässig bewegt werden. Murzas rechte Hand ist praktisch das zweite Gehirn auf der Bühne.

Disziplin und Ingwertee

Bauchsingen scheint ein anstrengender Beruf zu sein. Diszipliniert leben, viel schlafen, abends nach dem ersten Glas Wein aufhören und jeden Tag Ingwertee trinken, das gehört für Murza zum Tourneealltag. Seit bald zwei Jahren ist sie mit ihrem Programm unterwegs. „Unbedingt“ soll man schreiben, dass sie am 1. Oktober bei Desimo im Apollo in Hannover-Linden auftritt. Als ihre Show an diesem Tag vorbei ist – die Tribüne war voll, die Bänke davor ebenso, noch an den Gängen standen die Menschen in Reihen hintereinander – läuft Sabine Murza, die eben noch Murzarella war, schnell hinter die kleine Bühne und holt Flyer fürs Publikum. Werbung in eigener Sache eben.

Kann man von der Kleinkunst allein leben, nach so kurzer Zeit im Geschäft? Sie überlegt kurz. Die Antwort ist nicht ja und nicht nein. Es ist, sagt sie im Ruhrpottslang, „in der Kömme“.

Das Kleine Fest läuft bis zum 28. Juli. Für jeden Tag liegen noch 300 Tickets an der Abendkasse bereit; maximal zwei Karten pro Person werden abgegeben. Einlass ist ab 17.30 Uhr, das Programm beginnt eine Stunde später.

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Bunt, bunter, Kleines Fest – der Bericht vom Premierenabend

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Von Gunnar Menkens

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