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Aus der Stadt Fridays for Future: Was die Aktivisten selbst für das Klima tun
Hannover Aus der Stadt

Klimademo in Hannover: Was Fridays for Future selbst fürs Klima tut

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20:55 23.08.2019
Die Fridays-for-Future Demo am Freitag. Was tun die Aktivisten eigentlich privat für das Klima? Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die Fridays-for-Future Proteste haben wieder begonnen – und die Aktivisten in Hannover haben jetzt auch konkrete Forderungen im Gepäck. Sie wollen unter anderem eine autofreie Innenstadt, mehr Ökostrom und weniger Flüge. Doch was tun die Teilnehmer der Demonstration in Hannover selbst, um das Klima zu schützen? Die HAZ hat Demonstranten gefragt. Ein Ergebnis: Die Sache mit dem Klimaschutz ist nicht so einfach wie manche vielleicht denken:

Verzicht auf Avocados fällt schwer

Pauline Braitsch, 18. Quelle: Alina Stillahn

Erst im April hat Pauline Braitsch ihren Führerschein gemacht. Trotzdem versucht sie, viel Fahrrad zu fahren. Wichtig ist ihr auch, weniger Plastik zu verwenden. Aber manchmal falle ihr der Verzicht dann doch schwer. „Ich koche gern“, erklärt sie. Vor allem exotische Früchte und Avocado könnten da schon mal fehlen.

Keine neuen Klamotten, aber gelegentlich fliegen

Laurin Rademacher, 24. Quelle: Alina Stillahn

„Ich kaufe seit zwei Jahren keine neuen Klamotten mehr“, erzählt Laurin Rademacher stolz. In der Hochschule plädiert er dafür, dass bald Ökostrom genutzt wird. Seine Wohngemeinschaft lebt ohnehin seit Langem vegetarisch. Aber mit der Musikhochschule fährt er häufig auf Konzerte, da lasse sich nicht immer auf den Flieger verzichten. Trotzdem möchte er das Fliegen so weit es geht einschränken.

Fleisch? „Nur regional“

Christian Welge, 65. Quelle: Alina Stillahn

Christian Welge hat sein Auto am Freitag stehen lassen. Er versucht Plastik zu vermeiden. Und Fleisch? „Nur regional“, erklärt er. Außerdem kocht er gern Marmelade aus Streuobst ein. Doch am Vortag habe er sich geärgert: Für den selbstgemachten Kartoffelsalat habe er auch Würstchen gewollt – diese habe er aber nur noch in Plastik verpackt bekommen.

Vegan, nur das Plastik stört

Anne Darmstädter, 20. Quelle: Alina Stillahn

Vor vier Jahren hat Anne Darmstädter angefangen vegan zu leben. Was sie immer noch stört, sind die vielen Plastikverpackungen. „Aber das will ich tatsächlich reduzieren“, sagt sie. Sie meint, das lasse sich mit einem Besuch im Unverpacktladen sicher machen.

Urlaub in Deutschland, aber Plastik ist ein Problem

Carla, 23 und Mario, 26. Quelle: Alina Stillahn

Dieses Jahr haben die Carla und Mario auf den Flieger verzichtet und sind stattdessen ins Elb-Sandstein-Gebirge gefahren. Außerdem versuchen sie, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Plastik zu vermeiden. Gerade in Bad und Küche funktioniere das aber nicht einwandfrei, gibt Carla zu. „Wir studieren beide und müssen auch auf den Preis achten“, meint Mario.

Seit 40 Jahren Vegetarier, und auch die Lederschuhe sollen weg

Peter Sieden, 77. Quelle: Alina Stillahn

„Ich bin seit 40 Jahren Vegetarier“, erzählt Peter Sieden nicht ohne Stolz. Seit vier Jahren lebt er sogar vegan und geht zu einem veganen Stammtisch. Außerdem kümmert er sich um Nisthilfen für Insekten. Ab und zu fahre er noch Motorrad, aber keine großen Touren. Doch seine Lederschuhe ärgern ihn augenscheinlich, die trage er jetzt nur noch auf.

Auto weg, weniger Müll

Marlene Scherper, 29. Quelle: Alina Stillahn

„Mein Mann und ich haben uns vor einem Jahr entschieden, das Auto stehen zu lassen", sagt Marlene Scherper. Seitdem sind sie mit Fahrrad oder Bahn mobil. Zudem versuchten sie, weniger Müll zu produzieren und auf Plastik zu verzichten. Aber manchmal wisse man einfach nicht, was in den Produkten drin sei und wo man klimafreundliche Produkte kaufen könne, ärgert sie sich.

Secondhand-Klamotten, aber das Auto ist bequem

Charly Borghorst, 18. Quelle: Alina Stillahn

„Ich habe angefangen, mehr Secondhand zu kaufen“, erklärt Charly Borghorst. Da finde man wirklich viele schöne Sachen. Doch nicht nur auf neue Klamotten, auch auf Fleisch und Fisch verzichtet sie. Manchmal ist das trotzdem nicht so einfach: Wenn sie faul sei, würde sie auch ihre Eltern fragen, ob die sie mit dem Auto abholten.

Fahrradfahren, doch auch die Politik ist gefordert

Miriam, 39 und Dodo, 46. Quelle: Alina Stillahn

Miriam und Dodo haben eine lange Liste, wie sie auch privat auf die Umwelt achten. Das beginnt beim Fahrrad und endet im Unverpacktladen. Urlaub machen Miriam und Dodo auf dem Campingplatz, um Energie zu sparen. „Klar, man kann immer noch mehr machen“, sagt Miriam. Aber jetzt sei auch die Politik gefragt, meint Dodo.

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Von Alina Stillahn

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