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Aus der Stadt Obst und Gemüse in Kleingärten staubt zu
Hannover Aus der Stadt

Kolonie in Hannover: Obst und Gemüse in Kleingärten stauben zu

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16:34 28.06.2019
Als die HAZ recherchierte, begannen die Bauarbeiter den Schutt zu wässern. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Bisher waren Mäuse, die sich an den Stromzählerkästen zu schaffen machten, das größte Ärgernis der Kleingärtner in der Kolonie „Neues Leben“ in Hannover-Badenstedt. Seit geraumer Zeit macht einem Teil der Kleingärtner aber ein ganz anderes Problem zu schaffen: Gewaltige Mengen Staub sind in den Gärten niedergegangen.

„Stellenweise ist die Staubschicht einen halben Zentimeter dick“, berichtete der Geschäftsführer der Kolonie, Walter Bosse, am Freitag. Alles sei von dem Staub bedeckt, Salat, Gurken, Erdbeeren und Blumen. „Wir haben das sogar in den Lauben“, sagt Bosse. Der Staub ziehe durch die kleinsten Ritzen.

Sind Schadstoffe im Staub?

Aber nicht nur das. „Wir wissen gar nicht, ob sich Schadstoffe in dem Staub befinden“, sagt der Kolonie-Geschäftsführer. „Niemand sagt, ob der abgerissene Bau möglicherweise mit Asbest belastet ist und die Asbestfasern jetzt durch die Gärten fliegen und auf unserem Salat sitzen“, meint er. Wegen möglicher Schadstoffe sei auch völlig unklar, ob die Kleingärtner derzeit ihre Kinder oder Enkelkinder in die Gärten lassen könnten.

Neben dem Kleingartengelände werden nach dem Abriss des früheren Zentralinstituts für Versuchstierzucht Gebäudeteile zerkleinert, mit einer enormen Staubentwicklung, wie Bosse berichtet. In dem Mäuseburg genannten Gebäudekomplex wurden früher Versuchsmäuse gezüchtet.

Bauarbeiter wollten nicht wässern

Die Bauarbeiter hätten sich geweigert, bei den Arbeiten Wasser zu benutzen, um die Staubentwicklung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Sie meinten, der Beton werde sonst matschig, berichtet Bosse. Lediglich vor ein paar Tagen, als die von Kleingärtnern gerufene Polizei anrückte, hätten die Arbeiter kurzzeitig Wasser benutzt.

Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG), die das Areal der früheren Mäuseburg für die Bebauung vorbereitet, habe von der starken Belastung der Kleingärtner bisher nichts gewusst, sagt Projektleiter Klaus Friedrichs. Die Firma, die die Gebäudereste zerkleinere, wolle den Einsatz von Wasser verstärken, sagte er auf Anfrage. Außerdem würden die Lastwagen, die das zerkleinerte Material abtransportieren, auf der Baustelle langsamer fahren. Auch das verringere die Staubentwicklung.

Friedrichs betonte, dass die HRG mit den Kleingärtnern kooperieren wolle. „Wir kümmern uns“, sagte er.

Auf dem Gelände will die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) 370 Wohnungen bauen. Außerdem ist dort eine Kita vorgesehen. Die KSG plant zudem Geschäfte in den Erdgeschossen der Häuser.

Von Mathias Klein

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