Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Volle City mit Zukunftssorgen
Hannover Aus der Stadt Volle City mit Zukunftssorgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 22.12.2018
Komm_von Meding_Conrad von Meding Conrad (Haz Redakteur) Komm_von Meding_Conrad von Meding Conrad (Haz Redakteur) Quelle: Samantha Franson
Hannover

Trotz Nieselwetters ist Hannovers Innenstadt in diesen Tagen proppevoll. Mit Taschen und Tüten drängen sich die Kunden von Geschäft zu Geschäft. Klar, Internetbestellungen haben so kurz vor dem Fest kaum noch eine Chance, rechtzeitig anzukommen. Da zeigt sich die große Chance des stationären Handels: Kunden können gleich mitnehmen, was ihnen gefällt, und sind nicht auf Gedeih und Verderb auf die Arbeit der Paketboten angewiesen. Doch auch dafür wappnet sich der Onlinehandel: Die Branche will noch schneller werden und bald innerhalb weniger Stunden ausliefern, was im Netz bestellt wurde. Die Konkurrenz der Innenstädte schläft eben nicht.

Es hat schlechte Nachrichten gegeben aus Hannovers Handel in diesem Jahr. Der Schreibwarenhändler Osswald hat sein Innenstadtgeschäft nach vier Generationen geschlossen. Berufsbekleider Christoph & Oschmann am Steintor hat nach fast 80 Jahren aufgegeben. Fachgeschäfte wie Baby Walz sind verschwunden, Modezarin Donna musste sich verkleinern. Die Ernst-August-Galerie weist im zehnten Jahr ihres Bestehens einigen Leerstand auf, weil viele Mietverträge ausgelaufen sind. Und völlig offen ist, wie viele der bisher vier Warenhäuser es nach Karstadt-Kaufhof-Fusion Ende 2019 noch in der City gibt.

Man kann diese bitteren Nachrichten damit abtun, dass Handel nun einmal Wandel braucht. Niemand sollte aber unterschätzen, wie wichtig Innenstadthandel für Hannover ist. Nicht nur, weil Tausende Arbeitsplätze daran hängen und Steuereinnahmen in Multimillionenhöhe. Sondern auch, weil eine florierende City wichtig ist für die Strahlkraft einer Landeshauptstadt.

Da ist es gut, dass es auch positive Nachrichten gibt zum Jahresausklang. Während bundesweit viele Innenstädte schleppende Weihnachtsgeschäfte beklagen, klingeln in Hannover die Kassen zufriedener Händler. Mit Manufactum ist ein Magnet gekommen. Die Ernst-August-Galerie investiert gut 20 Millionen Euro und will mit frischen Geschäften punkten. Und nun will auch Onlinegigant Zalando eine Offlinefiliale in der City eröffnen.

Trotzdem muss der stationäre Handel dringend an seiner Attraktivität arbeiten. Wenn die Städte lebendig bleiben sollen, dann hilft kein Appell an die Kunden, weniger im Internet zu kaufen: Aus Mitleid gibt niemand Geld in der Innenstadt aus. Die Internet-Shops haben vorgemacht, wie man mit hoher Servicequalität und radikalem Ausrichten auf Kundenwünsche Kundschaft gewinnt und hält. Dort muss sich niemand entschuldigen, wenn er etwas umtauschen will, dort wird der Kunde scheinbar immer freundlich bedient, dort gibt es keine Parkplatzprobleme und zugestellten Radwege. Gegen all dies muss der Innenstadthandel ankämpfen – aber er kann damit punkten, dass der Einkauf ein schönes Erlebnis sein kann, mit Geselligkeit, mit Menschenkontakt und Dingen zum Anfassen. Auch und gerade in der Weihnachtszeit.

Von Conrad von Meding

Ines Tintemann hat Multiple Sklerose. Ihre ganze Familie meistert das Leben mit der Krankheit beeindruckend – doch ihre finanzielle Situation ist extrem angespannt. Ein Fall für die HAZ-Weihnachtshilfe.

25.12.2018
Aus der Stadt Statistik, Grafiken und Daten - Hannover in Zahlen: So jung sind wir

Wissen Sie eigentlich, welches der jüngste Stadtteil Hannovers ist? Oder wo die meisten Säuglinge und Rentner leben? In unserer neuen Serie „Hannover in Zahlen“ haben wir viele Daten und Fakten aufbereitet. In dieser Folge geht es um das Alter der Hannoveraner.

30.12.2018

Die Bundespolizei hat für den Hauptbahnhof Hannover in der Silvesternacht ebenfalls ein Böllerverbot ausgesprochen. Die Ermittler folgen damit der Stadt, die bereits Feuerwerkskörper an zentralen Plätzen der City untersagt hat.

22.12.2018