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Aus der Stadt Umquartierung der Roma: So geht es nicht!
Hannover Aus der Stadt Umquartierung der Roma: So geht es nicht!
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00:19 22.04.2019
Die Unterkunft für obdachlose Familien an der Podbielskistraße. Quelle: Michael Wallmüller

Hannover hat bei der Integration von Roma-Familien schon oft Lehrgeld bezahlt. Zu sehr sind diese Menschen mit ihrer Kultur verbunden, zu sehr hat bitterste Armut, Ausgrenzung,  ihr Leben geprägt: Bildung steht bei Eltern, die oft selbst nie eine Schule gesehen haben, nicht hoch im Kurs. Der Umgang mit Abfall ist oft problematisch.  Im Bezirksrat Ahlem-Badenstedt- Davenstedt kam es wegen der neu in die Unterkunft Ahlemer Holz gezogenen Roma 2018 zu tumultähnlichen Szenen. Anwohner gingen wegen Vermüllung, Lärm, Diebstahl, auf die Barrikaden. Auch Roma-Familien im Burgweg sorgten deshalb schon für Ärger

Wie geht die Stadt mit obdachlosen Kindern um?

Jetzt werden 70 Roma aus dem Burgweg 5, darunter viele Kinder, von einem Tag auf den anderen in der Notunterkunft in der Podbielskistraße 115 einquartiert. Daran knüpft sich die Frage: Wie geht die Stadt mit obdachlosen Kindern um? Wie mit Schulen, die sie unterrichten? Ist es akzeptabel, dass man Grundschulkinder, für die es nicht ohne Grund eigentlich eine Schulbezirksbindung gibt, plötzlich mitten im Schuljahr in eine neue Unterkunft verfrachtet und zur alten Grundschule notdürftig Kontakt über einen Busshuttle hält? Zumal es sich um eine bloße „Zwischenlösung“ handelt. Ein weiterer Umzug nach Lahe nach nur drei, vier Monaten ist beschlossen.

Die Begründung der Stadt muss für jeden, der den Burgweg kennt, zynisch klingen. Der bauliche Zustand in der Podbi sei besser, die Wohnungsgrößen in Lahe noch besser. Das mag richtig sein. Richtig ist aber auch: Vom desaströsen Zustand der kürzlich geschlossenen Unterkunft in der Alten Peiner Heerstraße ist der Burgweg 5 weit entfernt. Zudem haben soziale Projekte dort eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Die Stadt setzt diese Integration aufs Spiel, in dem sie nicht einmal wartet, bis die neue Unterkunft in Lahe fertig ist und dann einen, statt zweier Umzüge organisiert, geschweige denn endlich ein Konzept für den Umgang mit den Roma entwickelt. Die Grundschulen, die die Kinder im Herbst aufnehmen, werden das ausbaden müssen.

Baudezernat düpiert den Bezirksrat

Das Baudezernat – zuständig für Obdachlosen-Unterbringung -, zeigt sich aber nicht nur dickfellig gegenüber den Roma und ihren Kindern. Es nimmt – siehe Ahlem - zum wiederholten Mal in Kauf, dass auch Anwohner unter sozial kaum abgefederten Umquartierungen leiden. Wie sehr das Desinteresse gegenüber den Menschen diese Behörde prägt, kann man daran sehen, wie kaltschnäuzig sie mit der Politik umgeht. Seit bekannt ist, dass der Burgweg geräumt wird, gibt es Gerüchte, dass die Roma in der Podbi untergebracht werden.

Die Verwaltung aber spielte nicht mit offenen Karten, signalisierte dem Bezirksrat offenbar sogar, dass es dort keine Konzentration von Roma-Familien gibt. Jetzt zeigt sie eindrucksvoll, was ihr Wort wert ist und düpiert ausgerechnet das Gremium, das – siehe Ahlem – mögliche Anwohner-Proteste aushalten muss. Dem Baudezernat, das sich offenbar auch bei der Unterbringung Obdachloser als reiner Gebäudeverwalter versteht, mag egal sein, dass es durch sein Handeln soziale Konflikte schürt, statt sie zu befrieden. Die Politik sollte sich das nicht weiter bieten lassen.

Von Jutta Rinas

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