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Aus der Stadt Kommentar: Wer die Verkehrswende will, muss auch in sie investieren
Hannover Aus der Stadt

Kommentar zum Gratis-Nahverkehr in Hannover: Wer die Verkehrswende will, muss auch in sie investieren

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19:50 30.11.2019
Einen ganzen Tag lang war der Nahverkehr gratis. Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Es war der größte Nahverkehrsversuch, den Hannover in den vergangenen Jahren erlebt hat. Einen Tag lang durfte jeder fahren, so oft und wohin er wollte. Auch wenn es noch keine belastbaren Zahlen gibt: Tausende sind es gewesen, die die Freifahrten ausprobiert haben, viele von ihnen waren vielleicht zum ersten Mal mit Bus und Bahn unterwegs. Und weil das Projekt gut geplant war und alle mitgezogen haben, hat Hannover keine überfüllten Busse und Bahnen erlebt und keine nennenswerten Verspätungen.

Das ist gut so, denn gerade solche Eindrücke schrecken mehr ab, als dass sie Neukunden von den Vorteilen des öffentlichen Nahverkehrs überzeugen. So war es ein entspannter Tag für alle.

Schlussfolgerung überraschend zurückhaltend

Angesichts des Erfolgs fällt die Schlussfolgerung überraschend zurückhaltend aus. Zwar bezeichnet der Verkehrsdezernent das Projekt als „guten Einstieg in die Verkehrswende“. Vor der möglichen Konsequenz aber, das für die Adventssonnabende im nächsten Jahr erneut anzukündigen, schrecken alle Verantwortlichen zurück.

250.000 Menschen shoppen am Sonnabend in Hannover – und es gibt keine Verkehrsprobleme. Sollte der Aktionstag mit Gratis-Nahverkehr wiederholt werden?
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Ja, der Tag war teuer – etwa 600.000 Euro wird er am Ende gekostet haben. Und ja: So etwas lässt sich mit dem vorhandenen Personal wohl nicht zum Dauerzustand machen. Andererseits ist es seltsam, den Leuten ein erfolgreiches Pilotprojekt zu servieren und dann daraus keine Schlüsse zu ziehen.

Wer die Verkehrswende will, muss investieren

Das Positive an diesem Feldversuch war, dass er fast komplett ohne Einschränkungen und Verbote ausgekommen ist. Stattdessen wurden attraktive Alternativen zum Auto geboten. Das hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass 250.000 Menschen einen entspannten Tag in der Innenstadt erlebt haben, und eben auch die Autofahrer. Es scheint, als müsse die Regionspolitik Geld für eine Verstetigung solcher Angebote freischaufeln.

Wer die Verkehrswende ernsthaft will, muss auch in sie investieren.

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