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Aus der Stadt MHH-Neubau: Und wo hält die Bahn?
Hannover Aus der Stadt MHH-Neubau: Und wo hält die Bahn?
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20:42 01.04.2019
Vorne liegt der Haupteingang der MHH mit dem Haupteingang, oben im Bild befinden sich die Grünflächen der Kleingartenanlagen. Dorthin soll die neue MHH-Klinik umziehen. Quelle: Google-Maps
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Hannover

Wer in den vergangenen Jahren Patientenbesuche in der MHH absolviert hat oder vielleicht selbst Patient war, weiß: Es ist gut, dass der Klinikkomplex endlich neu gebaut wird. Die Gebäudetechnik ist vielfach veraltet, die Grundrisse sind längst nicht mehr zeitgemäß für moderne Kliniken – und immer öfter müssen die Mitarbeiter improvisieren, um den Medizinalltag in dem Sechzigerjahrebau zu bewältigen. Für ein Krankenhaus, in dem Spitzenforschung betrieben und der medizinische Nachwuchs ausgebildet wird, ist diese Hülle nicht mehr akzeptabel. Weit mehr als eine Milliarde Euro wird das Projekt kosten. Für das Land ist es ein finanzieller Kraftakt, aber einer, dringend vonnöten ist in einem seiner Vorzeigekrankenhäuser.

Da ist es nur schlüssig, dass die Planer einen Bau auf bisherigen Kleingartenflächen favorisieren, anstatt mit dem Neubau mühsam zwischen den Bestandsgebäuden auf den parallel laufenden Medizinbetrieb Rücksicht nehmen zu müssen. Die Standortwahl wird das gesamte Projekt beschleunigen. Der Pferdefuß aber ist die schlechte Erreichbarkeit. In einer Zeit, in der Städte wie Hannover darüber diskutieren, wie mehr Menschen zum Umsteigen in den öffentlichen Nahverkehr bewegt werden können, ist es peinlich, dass über die Stadtbahnanbindung der neuen MHH offenbar noch nicht einmal ernsthaft nachgedacht wurde. Es wäre ein echter Rückschlag, wenn die größte Klinik Niedersachsens um etwa 500 Meter weiter von der Stadtbahnstation entfernt neu aufgebaut würde. Bei den Planern sind jetzt Ideen gefragt.

Von Conrad von Meding