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Aus der Stadt „Weihnachtstrucker“ kommen wohlbehalten an: Johanniter verteilen Hilfsgüter aus Hannover in der Ukraine
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Konvois erreichen Osteuropa: Weihnachtstrucker kommen wohlbehalten an: Johanniter verteilen Hilfsgüter aus Hannover in der Ukraine

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12:03 30.12.2019
Die Ehrenamtlichen der Johanniter verteilen die mitgebrachten Güter an hilfsbedürftige Menschen in verschiedenen Einrichtungen. Quelle: Johanniter
Hannover

Endlich am Ziel: 18 ehrenamtliche Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe Niedersachsen/Bremen sind zwei Tage nach ihrer Abfahrt in Wunstorf mit insgesamt drei Lastwagen voller Hilfsgüter in der Ukraine angekommen – gesund und unversehrt, aber völlig erschöpft. Nach einer Nonstop-Fahrt legte der Konvoi innerhalb von nur zwei Tagen 1500 Kilometer zurück. „Unsere drei Lkw und die drei Begleitwagen sind durch rotierende Fahrerwechsel trotz eines 22-stündigen Abfertigungsmarathons an der polnisch-ukrainischen Grenze schon am Sonnabendmorgen angekommen“, berichtet der Projektleiter Jan Klaassen vom Landesverband.

Die Johanniter kommen nach zwei Tagen Nonstop-Fahrt in der Ukraine an und laden die Pakete aus. Quelle: Johanniter

„Johanniter-Weihnachtstrucker“ – so nennt sich das bundesweite Hilfsprojekt, an dem sich der Landesverband Niedersachsen/Bremen nun schon bereits zum dritten Mal beteiligt. In der Vorweihnachtszeit hatten die Johanniter aus Niedersachsen mit Unterstützung von Schulen, Kindergärten, Vereinen, Firmen und Privatleuten insgesamt 3600 Pakete mit Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln und kleinen Spielsachen gepackt. Nun wurden die Hilfsgüter wohlbehalten an drei Standorten in der Ukraine an Menschen in verschiedenen Einrichtungen und Unterkünften ausgeliefert – darunter 1408 Pakete allein aus der Region Hannover.

Grenzabfertigung dauert insgesamt 22 Stunden

In den frühen Morgenstunden des zweiten Weihnachtsfeiertags waren die 18 ehrenamtlichen Helfer in Richtung Ukraine aufgebrochen. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend überquerte der Konvoi laut Johanniter-Landesverband die ukrainische Grenze. Wegen des Regierungswechsels und neuer Antikorruptionsgesetze habe die Abfertigung an der polnisch-ukrainischen Grenze mehr als doppelt solange gedauert wie im vergangenen Jahr, sagt Projektleiter Klaassen.

Die „Weihnachstrucker“ der Johanniter kommen nach nach zwei Tagen Nonstop-Fahrt in der Ukraine an. Quelle: Johanniter

Er war im vergangenen Jahr bei der Auslieferungsfahrt der Hilfsorganisation noch selbst mit dabei und steht in diesem Jahr mit den 18 Ehrenamtlichen im ständigen Austausch. Auf ukrainischem Gebiet habe sich der Konvoi aufgeteilt und unterschiedliche Ziele angesteuert: die Stadt Schytomyr, etwa 120 Kilometer westlich von Kiew, Iwano-Frankiwsk in der Westukraine und Poltawa, östlich von Kiew in der Nähe von Charkow. Dort wurden die Kartons mit Waren wie Mehl, Zucker, Öl, Reis, Schokolade und Zahnpasta an hilfsbedürftige Erwachsene und Kinder in verschiedenen Einrichtungen, Gemeinden und Unterkünften verteilt. „Unter den Empfängern der Pakete sind auch viele Binnenflüchtlinge“, sagt Klaassen.

Nun werden die Helfer in Deutschland schon in Kürze zurückerwartet: „Ein Teil des Konvois ist am Sonntagmittag zur Rückfahrt aufgebrochen, der Rest am Sonntagabend“, berichtet Klaassen. Spätestens am Silversterabend sollen alle wieder Zuhause sein.

Insgesamt 49 Sattelschlepper transportieren 62.390 Hilfspakete

Vor 26 Jahren starteten erstmals Weihnachtstrucker der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Bayern mit rund 3000 Päckchen in Richtung Osteuropa. Inzwischen beteiligt sich nach Angaben der Johanniter nahezu jeder Landesverband an den Fahrten. In diesem Jahr wurden demnach bundesweit 62.390 Pakete gesammelt und mit insgesamt 49 Sattelschleppern nach Südosteuropa gebracht. Die Johanniter aus Niedersachsen brechen in die Ukraine auf, weitere Hilfskonvois starten in Richtung Albanien, Bosnien, Bulgarien und Rumänien. Hannes Wendler aus dem Landesvorstand der Johanniter Niedersachsen/Bremen würdigt die Arbeit aller Helfer. „Weihnachtstrucker ist ein großes Gemeinschaftsprojekt“, sagt Wendler. Zu danken sei nicht nur den Ehren- und Hauptamtlichen Johannitern für die Vorbereitung und den Helfern der Auslieferungsfahrten. Eingebracht haben sich laut Wendler vor allem auch die Menschen, die den Inhalt der Pakete beigesteuert haben.

In der Ukraine werden die Hilfsgüter in verschiedenen Einrichtungen und Unterkünften verteilt. Quelle: Johanniter

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