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Aus der Stadt Regionsklinikum macht Millionenverlust
Hannover Aus der Stadt

Krankenhäuser in Hannover: Regionsklinikum macht Millionenverlust

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15:07 01.07.2019
Auf das Klinikum, hier der Eingang zur Notaufnahme im Siloah, kommen erhebliche finanzielle Herausforderungen zu. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Das Jahr ist gerade einmal zur Hälfte um, aber schon jetzt ist klar, dass das Regionsklinikum in diesem Jahr tief in die roten Zahlen rutschen wird. „Wir müssen davon ausgehen, dass das Klinikum 2019 nicht wirtschaftlich arbeiten kann und ein erhebliches Defizit haben wird“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Regionspräsident Hauke Jagau, bei der Präsentation der Bilanz.

Zahlen nannte Jagau nicht. Aus dem Aufsichtsrat ist aber zu erfahren, dass das Defizit im einstelligen Millionenbereich liegen könnte. „Die Stimmung ist sehr ernst“, heißt es aus dem Kontrollgremium. Schon im vergangenen Jahr lief es schlechter als erwartet: Zwar konnte das Klinikum einen Gewinn von 1,36 Millionen Euro melden, im Jahr 2017 hatte das regionseigene Unternehmen aber noch knapp 5 Millionen Euro regulären Gewinn gemacht.

Es gibt kaum noch Pflegekräfte

Die Geschäftsführung des Klinikums macht für die wachsenden Probleme steigende gesetzliche Vorgaben und den Fachkräftemangel im Pflegebereich verantwortlich. Der Gesetzgeber sieht seit Neustem für bestimmte Bereiche eine Mindestpersonalmenge vor; allerdings sei der Markt bei den Pflegekräften komplett leer gefegt, berichtet Unternehmenssprecher Steffen Ellerhoff. Deshalb nützt es auch nicht, dass zusätzliche Pflegekräfte seit diesem Jahr von den Krankenkassen bezahlt werden.

Die Folge des Personalmangels sei, dass freie Betten nicht belegt werden könnten, dadurch sinke die Zahl der behandelten Fälle. Wie viele Betten in dem Krankenhausverbund mit zehn Kliniken derzeit frei bleiben, konnte Ellerhoff am Donnerstag nicht sagen.

Klinikum kritisiert auch die Krankenkassen

Auf scharfe Kritik beim Klinikum stößt auch die Haltung der Krankenkassen. Denn diese weigerten sich immer häufiger, Behandlungen vollständig zu bezahlen. Beispielsweise prüfe der Medizinische Dienst der Krankenkassen, ob überhaupt eine stationäre Krankenhausbehandlung notwendig und ob jeder einzelne Tag der Behandlung begründet war. Zum einen erhöhe das den Verwaltungsaufwand erheblich. Außerdem stiegen die Rechnungskürzungen – für das Regionsklinikum macht das nach eigenen Angaben inzwischen einen Verlust in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags aus.

Das Klinikum hatte sich in den vergangenen Jahren aus tiefroten Zahlen nach oben gearbeitet. Im Jahr 2013 hatte der Verlust noch bei rund 20 Millionen Euro gelegen. Im Jahr 2016 hatte das kommunale Krankenhausunternehmen dann erstmals wieder einen Gewinn vermeldet: 3,7 Millionen Euro.

Konkrete Maßnahmen noch nicht zu erkennen

Im Aufsichtsrat herrscht der Eindruck vor, dass die Geschäftsführung noch nicht weiß, wie das Klinikum wieder in die schwarzen Zahlen kommen könnte. „Uns sind zwar Eckpunkte eines ersten Konsolidierungskonzepts vorgestellt worden“, ist aus dem Kontrollgremium zu hören. „Das war aber alles noch sehr vage.“ Konkrete Maßnahmen seien aus dem Papier nicht zu erkennen gewesen.

Von Mathias Klein

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