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Aus der Stadt Lungenfacharzt Prof. Schönhofer verabschiedet sich ins Private
Hannover Aus der Stadt

Krankenhaus Siloah: Chefarzt der Pneumologie verabschiedet sich in den Ruhestand

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00:16 18.05.2019
Der Pneumologe Prof. Dr. Schönhofer hört am Siloah auf. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Zunächst haben sich alle Sorgen gemacht. Der renommierte, engagierte, beliebte Pneumologe, Intensivmediziner und Chefarzt im Siloah zieht sich mit 60 Jahren ins Private zurück? Da kann doch etwas nicht stimmen. Dabei stimmt eigentlich alles. Keine Erkrankung, keine Erschöpfung, kein Frust. Prof. Bernd Schönhofer hat es sich reiflich überlegt, „alles gegen Null fahren zu lassen, auch in meiner akademischen Welt.“ Wichtige Lebensprojekte wie Bücher und Netzwerke habe er abgeschlossen. „Nach 20 Jahren ohne Wochenende sollte jetzt mal etwas anderes kommen.“

Mit klassischem Altersruhestand allerdings soll das nichts zu tun haben. „Ich mache jetzt jede Menge andere Dinge, die mir wichtig sind“, sagt der Pneumologe, der 17 Jahren im Krankenhaus Siloah gewirkt hat – und das nicht nur als Arzt sondern gewissermaßen auch als Kulturbeauftragter, ein Experte für Bass und Beatmung. Die Familie steht künftig ganz vornean, außerdem interessiert sich der Mediziner für Vogelkunde, treibt leidenschaftlich jede Menge Sport – „auch, um den Alterungsprozess hinauszuzögern“ – , liebt die Musik, das Querdenken und hat auch schon ein paar Ideen für ein Ehrenamt. Erst seit wenigen Wochen hat er seinen Entschluss in der Klinik kommuniziert, Ende Juni zieht er den Kittel aus. „Und dann bin ich den Sommer über erstmal komplett weg, ich verschwinde auf verschlungenen Pfaden in Spanien.“

Auf der Suche nach etwas Neuem

Aufgewachsen ist Schönhofer in Aachen, wo er auch studiert hat. Seinen Facharzt machte er in Würzburg, danach folgte die Habilitation in Marburg. Zwei Jahre arbeitet er in einer Lungenklinik im Sauerland, zwei weitere in Chicago mit dem Schwerpunkt der Möglichkeiten eines eigenständigen Patientenlebens trotz Beatmung. 2001 übernahm der Professor das Heidehaus und die Lungenklinik im Oststadtkrankenhaus, seit sieben Jahren wirkt der Pneumologe im Siloah.

Prof. Schönhofer freut sich darüber, dass er bei der Wahl seiner Nachfolge miteinbezogen wird. „Ich möchte meinem Team nur Gutes zumuten. Vor allem die Mitarbeiter mit weniger Einfluss liegen mir am Herzen, sie dürfen nicht übersehen werden.“ Seine Mannschaft bedauert, dass er – vorzeitig – geht. „Blöd für uns, schön für Sie, wurde mir gesagt. Das tut gut – und stimmt.“ Sein Abschied sei definitiv kein Aufhören, „ich begebe mich einfach auf die Suche nach etwas Neuem“, so der 60-Jährige.

Einsatz für die Umwelt

Dass er nicht von jetzt auf gleich mit dieser Entscheidung glücklich leben wird, ist ihm klar. „Ich lasse los und bin sicher, dass es mir in zwei, drei Jahren gut damit geht.“ Für den Abstand brauche es eine gewisse Zeit. Aber vor allem seine Familie habe er ziemlich vernachlässigt, das soll nun ein Ende haben. „Da geht noch was, ich habe alles abgearbeitet, was Zeit frisst.“ Den Raum für ein paar professionelle „Restaktivitäten“ im Bereich Pneumologie und Intensivmedizin will er sich trotzdem schaffen. „Aber definitiv außerhalb der Klinik.“ Und Schönhofer möchte sich mehr mit seiner Umwelt beschäftigen. Er werde da sicher kein Aktivist, „aber ich werde in die Thematik eintauchen, mich engagieren und nicht mehr nur Zuschauer sein.“

Klein zu denken ist seine Sache nicht. „Ich möchte als Bürger zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Und das sicherlich nicht in einem Golfclub.“ Wer so viel vor hat, muss eigentlich zwangsläufig vor der Zeit aufhören zu arbeiten. Also keine Sorge, kein Frust, einfach nur die pure Lust aufs – andere – Leben.

Von Susanna Bauch

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