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Aus der Stadt Klinikum rechnet mit Minus von 100 Millionen Euro für die kommenden sechs Jahre
Hannover Aus der Stadt

Krankenhausfinanzierung in Hannover: Klinikum rechnet mit Minus von 100 Millionen Euro

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18:00 16.02.2020
Das Klinikum leidet unter schlechten Zahlen, hier die Notaufnahme im Krankenhaus Siloah. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Das Klinikum der Region Hannover wird über Jahre Millionenverluste machen. Nach einem prognostiziertem Defizit im vergangenen Jahr von 13,2 Millionen Euro rechnet die Geschäftsführung für dieses Jahr mit einem Minus von 16,8 Millionen Euro, bis zum Jahr 2024 soll sich das jährliche Minus jeweils zwischen 17 und 18 Millionen Euro bewegen. Das ergibt über sechs Jahre ein Minus von fast 100 Millionen Euro.

Das geht aus dem Wirtschaftsplan des regionseigenen Krankenhausunternehmens mit zehn Standorten hervor, den die Geschäftsführung jetzt den Mitgliedern des Gesundheits- und Sozialausschusses vorgelegt hat, überraschenderweise hinter verschlossenen Türen. In früheren Jahren war der Wirtschaftsplan öffentlich besprochen worden. Zum Klinikum gehören unter anderem die Krankenhäuser Siloah und Nordstadt in Hannover, aber auch mehrere Häuser im Umland.

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„Liquidität ist kritisch“

Der hohe Zuschussbedarf ist aber nicht das einzige Problem: „Die Liquidität der Gesellschaft ist aus heutiger Sicht als kritisch zu sehen“, heißt es im Wirtschaftsplan. Trotz einer geplanten Kapitalerhöhung müsse das Klinikum ab dem kommenden Jahr das sogenannte Cash-Management der Region in Anspruch nehmen. Das Cash-Management ist ein gemeinsames finanzielles Dach der Regionsfirmen wie Klinikum, Zoo, Üstra und Regiobus. Die Unternehmen können sich im Bedarfsfall gegenseitig Geld leihen.

Der „Gesetzgebungsmarathon des Bundesgesundheitsministers und die neuen Prüfkriterien der Kostenträger führen dazu, dass die Gesundheitsversorgung in eine Schieflage gerät“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau, der auch Aufsichtsratschef des Klinikums ist. Durch die Entwicklung der Rahmenbedingungen sei es aktuell nicht möglich, das Regionsklinikum kostendeckend zu führen. Er gehe davon aus, dass das Klinikum die Belastung aus eigener Kraft stemmen wird, betont Jagau. „Dennoch ist es für das Klinikum natürlich wichtig, mit der Region Hannover einen starken Partner zu haben“, sagt der Regionspräsident. Die Geschäftsführung des Klinikums werde alles tun, um die finanziellen Risiken abzumildern.

Gegenmaßnahmen ohne Wirkung

Ähnlich äußert sich auch Klinikumssprecher Steffen Ellerhoff. Auch bereits eingeleitete Gegenmaßnahmen würden nicht zu einer Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahr führen, meint er. Und Ellerhoff weist noch auf weitere finanzielle Risiken hin. Dazu gehörten „noch nicht genau einschätzbare Veränderungen im Finanzierungs- und Abrechnungssystem“.

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