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Aus der Stadt Krankes Personal: Zahlreiche S-Bahnen fallen in Hannover aus
Hannover Aus der Stadt

Krankes Personal: Zahlreiche S-Bahnen fallen aus 

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18:42 03.11.2019
Mehrere S-Bahnen fielen bis Sonntagnachmittag aus. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Kunden der S-Bahn in der Region Hannover mussten am Wochenende mit gravierenden Einschränkungen zurechtkommen. Wie die Deutsche Bahn über ihren Twitter-Account mitteilte, fielen etliche Verbindungen aus, da Mitarbeiter kurzfristig krank geworden waren.

Bereits am Sonnabend wurden mehrere Verbindungen der Linie 5 ganz oder teilweise gestrichen. Am Sonntag traf es hingegen die Linie 6.

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S-Bahn-Ausfälle: Strafen für DB Regio vervierfacht

Bei der S-Bahn kommt es immer wieder wegen kranker Lokführer zu Ausfällen. Innerhalb von drei Jahren sind die Strafen, die die Deutsche Bahn an die Region Hannover wegen ausgefallener S-Bahnen zahlen muss, auf das Vierfache gestiegen. Allerdings: Trotz der Mängel sind die Kunden zufrieden– das geht zumindest aus Fahrgastbefragungen der Bahn hervor.

Grund für die zahlreichen Zugausfälle ist nach Angaben der Bahn der bundesweite Lokführermangel – spontane Krankmeldungen verstärken das Problem dann noch. Nach Angaben von Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, fehlen im gesamten Bundesgebiet rund 1500 Triebwagenführer. Angesichts eines Starteinkommens von 38.000 Euro im Jahr erscheint der Job vielen nicht mehr attraktiv genug.

S-Bahnlinie 6 muss Personal abgeben

Bereits im Juli teilte eine Sprecherin der HAZ mit, dass aufgrund des Personalengpasses im Raum Hannover vor allem die S-Bahnlinie 6 darunter leiden muss. Da diese Strecke von und nach Celle ebenfalls von der S7 bedient wird, ergeben sich für die Bahn dort am ehesten Kompensierungsmöglichkeiten. Bei Engpässen könnten die Lokführer daher einfacher abgezogen werden, um auf anderen Linien auszuhelfen – beispielsweise bei der S5 zwischen Hannover und Paderborn.

Seit geraumer Zeit buhlen die Unternehmen um entsprechendes Fachpersonal. So veranstaltete die Bahn erst Ende August am Steintor eine Art Jobbörse. Allein im Norden sollen 3000 Stellen in allen Bereichen besetzt werden, am begehrtesten sind dabei natürlich Lokführer.

Dabei ist es dem Konzern egal, ob es sich um Berufsstarter oder Quereinsteiger handelt. Andere Firmen in der Bahnbranche wiederum werben auf andere Art um neue Mitarbeiter: Sie bieten Lokführern der Konkurrenz fünfstellige Beträge an, sollten sie wechseln. Das dürfte den Fachkräftemangel auf Dauer allerdings nicht beheben.

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Von Frerk Schenker und Peer Hellerling