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Aus der Stadt Kronsberg: Stadtwerke lassen Windrad sprengen
Hannover Aus der Stadt

Kronsberg: Windrad der Stadtwerke Hannover wird gesprengt

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17:12 27.11.2019
Kommt weg: Eines der Windräder am Kronsberg. Quelle: Enercity
Hannover

Bei ihrer Montage vor knapp 30 Jahren war die Windenergieanlage der Stadtwerke Enercity eine der ersten ihrer Art im niedersächsischen Binnenland. Jetzt ist sie technisch veraltet, weshalb die Stadtwerke sie in den vergangenen Wochen demontieren ließen. Übrig geblieben ist der Turm, der am Donnerstag um 15 Uhr per Sprengung gefällt werden soll. Damit niemand gefährdet wird, richtet die Abrissfirma bereits eine Stunde vorher einen Sicherheitsradius ein.

Rotor diente der Forschung

Das Windrad kostete im April 1990 rund 1,1 Millionen Mark und diente als Demonstrationsobjekt. Bundesforschungsministerium und Land wollten nachweisen, ob sich Windenergie bei optimaler Standortauswahl auch im Binnenland lohnt. Für die Region Hannover hat das geklappt – sie ist heute mit 259 Rotoren einer der größten Standorte für Windstrom abseits der Küsten.

Bei der Montage vor knapp 30 Jahren war die Windkraftanlage am Kronsberg eine der ersten im niedersächsischen Binnenland. Quelle: Michael Thomas

Nach Angaben der Stadtwerke hat die Anlage vom Typ Enercon E32 seit April 1990 reibungslos funktioniert und den Jahresstromverbrauch von rund 5000 Privathaushalten gedeckt. Mit ihrer Leistung von 300 Kilowattstunden kann sie mit modernen Windrädern längst nicht mehr mithalten; diese erreichen das Zehnfache. Kein Wunder: Mit seiner Höhe von 40 Metern ist der Turm der Anlage mittlerweile ein Zwerg unter seinesgleichen. Das Maß der Dinge liegt heute bei 150 Metern und mehr.

Technische Aufrüstung ist nicht möglich

Das betagte Windrad zu repowern, also technisch hochzurüsten, ist nach Angaben von Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen nicht möglich. „Weil die Stadt in dem Bereich das Wohngebiet Kronsrode bauen will, sind dann die Abstandsregelungen nicht einzuhalten“, erklärt er. Die anderen Windräder am Kronsberg können stehen bleiben.

Gondel und Rotorblätter der Windenergieanlage sind bereits abgebaut und werden nicht verschrottet, sondern in Polen wieder verwendet. Zur Sprengung des Turms haben sich die Stadtwerke entschlossen, weil dabei im Vergleich zu einem Abbau mit der Greifzange weniger Bauschutt unkontrolliert verteilt wird.

150 Meter Sicherheitsabstand

Damit bei der Sprengung niemand zu Schaden kommt, gelten ab 14 Uhr strenge Sicherheitsvorgaben. So wird nach Angaben der Abbruchfirma ein 150 Meter großer Sperrradius eingerichtet. Von dann an dürften sich weder Radfahrer, Jogger, Hundehalter oder Spaziergänger in dem Bereich rund um das Windrad aufhalten.

Zudem sollte jeder auf die Anweisungen des Sicherheitspersonals hören. Darüber hinaus sollen auch außerhalb der Sperrzone hinaus Hunde ab spätestens 14.30 Uhr angeleint sein. Sie könnten sich durch den lauten Knall der Sprengung erschrecken und sonst davonlaufen.

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