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Aus der Stadt Niko Nikolaidis will der König der Pop Art werden
Hannover Aus der Stadt Niko Nikolaidis will der König der Pop Art werden
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06:00 09.03.2019
Künstler Niko Nikolaidis hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der "König der Pop Art“ hat in kurzer Zeit eine steile Karriere hingelegt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Noch vor vier Jahren hat Niko Nikolaidis im Restaurant seiner Eltern in Brelingen in der Wedemark gekellnert, heute verkaufen sich seine Bilder für rund 12.000 Euro das Stück, er ist einer der angesagtesten Nachwuchskünstler Deutschlands. Für den 28-Jährigen ist der Traum, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen, wahr geworden.

Seine Liebe für die Kunst hat Nikolaidis schon früh entdeckt. „Ich habe eigentlich schon immer gemalt“, sagt der junge Mann, der in der Wedemark aufgewachsen ist und in Mellendorf die Schule besucht hat. Doch sein Potential habe er selbst erst relativ spät erkannt – nämlich mit 25 Jahren. In der Schule habe er sogar Fünfen in Kunst bekommen, sagt Nikolaidis und muss schmunzeln. „Ich war einer der schlechtesten in der Klasse.“ Er habe schon damals einfach nicht verstanden, dass jemand vor der Klasse steht und Kunst mit Noten bewertet. Doch im Unterricht gab es noch ein anderes Problem: „Wenn ich meine Bilder zuhause fertig gemacht habe, haben mir die Lehrer einfach nicht geglaubt, dass ich sie gemalt habe.“

Nikolaidis bringt Pop Art aus Hannover in die ganze Welt

Das ist schon eine Weile her, heute zweifelt niemand mehr an seinem Können. Nikolaidis wird von vielen schon als der neue „King of Pop Art“ gehandelt. Und das, obwohl er nie eine Kunstschule besucht hat. Studiert hat der 28-Jährige Marketing Management in Hannover. Schnell merkte er, dass ihn dieses Feld nicht erfüllt. Nach seinem Studium hat er dann bei seinen Eltern in einem Griechischen Restaurant in Brelingen gejobbt. Auch das erfüllte ihn nicht.

Als ein Freund von ihm dann 30 wurde, hat er für ihn ein Bild gemalt – und das kam so gut an, dass viele Freunde ihn animierten, es doch mit der Kunst zu versuchen. „Damals wurde in mir ein Feuer entfacht, irgendetwas hat schon lange in mir gebrodelt“, sagt er. Die Kunst habe eine Leere gefüllt, die er vorher in sich gespürt habe. Die Entscheidung, seinen Weg als Künstler zu gehen und nicht in der Gastronomie oder in der Wirtschaft, sei ihm leicht gefallen. „Die Leidenschaft hat mich dazu getrieben“, sagt der Künstler mit dem sympathischen Lächeln. Und Grund zum Lachen hat Nikolaidis: Denn der Erfolg lies nicht lange auf sich warten. Er schaute sich bald nach Galerien um, fand eine in Hamburg. Schnell kam die Rückmeldung: Seine Werke sollen bei der Kunstmesse Scope in Miami ausgestellt werden. Der Anfang seiner Karriere. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Miami, New York, Barcelona, Shanghai, Beijing und Europa.

Bilder sind bunt, schrill und positiv

Die Entscheidung, alles auf die Kunst zu setzen, habe er nie bereut. „Ich wusste, dass ich das bin und dass es für mich keinen Weg zurück gibt“, sagt Nikolaidis. Dass auch das Leben als Künstler Regeln braucht, habe er erst lernen müssen. Vor und hinter ihm steht seine persönliche Managerin Rita Döring-Klawitter. Von ihr habe er die Wichtigkeit von Pünktlichkeit und Disziplin gelernt. Denn auch wenn das Malen emotional abläuft, brauche es auch Struktur für den Erfolg. „Vorher habe ich meinen Tag anders geplant“, sagt Niko. „Aber wer mehr will, der muss auch mehr geben“, sagt der junge Mann heute.

Und er will Alles geben – verbringt ganze Nächte in seinem Atelier. „Ich komme mit wenig Schlaf aus“, sagt er. Und das muss er auch, denn er malt oft bis in die Morgenstunden, steht aber um 10.30 Uhr schon wieder im Atelier, geht auf Termine oder trifft seine Managerin. Vielleicht liegt diese Leichtigkeit, die er ausstrahlt, auch an den bunten Farben, die einem sofort ins Auge stechen, sobald man seinen Arbeitsplatz betritt. Denn mit seinen Bilder wolle er seine positive Energie weitergeben, zeigen, dass trotz allem Schlechtem auf der Welt, das Leben „echt lebenswert“ ist, sagt er.

Künstler will Stiftung gründen

Pop Art trifft es am ehesten, was der Künstler mit den griechischen Wurzeln auf seine Leinwände bannt, auch wenn er selber von sich sagt, seinen Stil noch nicht gefunden zu habe. „Daran arbeite ich noch, ich bin in der Findungsphase. Aber irgendwie will ich mich auch noch gar nicht festlegen.“ Die meist großformatigen Werke wirken oft wie Zitate aus der Kunstgeschichte, bedienen sich spielerisch an Stilen bekannter Ikonen. Man sieht, dass Andy Warhol zu seinen Vorbildern zählt. Zahlreiche Akteure der Pop- und Rap-Geschichte, wie Dr. Dre, David Bowie oder Bob Marley aber auch Figuren aus dem Trickfilmbereich zieren die Leinwände. Hauptsache bunt, schrill und positiv.

Trotz des Erfolges, will Nikolaidis noch mehr erreichen. Sein größter Traum: Eine Stiftung aufbauen, die sich für junge Künstler einsetzt. „So viele talentierte Menschen bekommen leider nie die Möglichkeit, sich zu entfalten“; sagt er. Diese Chance wolle er ihnen bieten. Auch auf wenige auserwählten Charity-Veranstaltungen lässt er seine Werke für den guten Zweck versteigern.

Nikolaidis ist bei Startup-Veranstaltung in der Faust

Wer mehr über Niko Nikolaidis erfahren möchte, der hat am 14. März in der Faust Gelegenheit dazu. Dort ist er ab 19 Uhr gemeinsam mit Niklas Leck, Gründer & CEO von CryptAdvise, Rubin Lind, CEO von Skills4School und Mareike Wulf, Politikerin und Mitglied des Niedersächsischen Landtages zu sehen. Der Eintritt zu der Veranstaltung „Startups: Die Unternehmer von Morgen?!“ ist frei.

Von Lisa Malecha

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