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Aus der Stadt Kind der Stadt: Nachwuchs für den Nachwuchs
Hannover Aus der Stadt

Ladeneröffnung in Hannover-List: Kind der Stadt: Nachwuchs für den Nachwuchs

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16:22 27.11.2019
Andrea und Sven Hofmann, Inhaber der Geschäfte „Kind der Stadt“, stehen an der Podbielskistraße vor dem Eingang zu ihrem neuen Laden. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Das Konzept kommt aus Hamburg und seit einem Jahr auch in Hannover gut an: „Kind der Stadt“ steht für ein umfangreiches Angebot für den Nachwuchs – von Erstausstattung über Kinderwagen und Kinderzimmermöbel bis hin zu Accessoires. Die Farben sind dezent, die Materialien unbehandelt und nachhaltig und die Beratungen individuell sowie zeitlich unbegrenzt. Kurzlebige Kindermode gehört nicht ins Sortiment.

Dafür, dass sich Andrea Hofmann und ihr Mann Sven vor einem Jahr mit dem Familien-Franchise selbstständig gemacht haben, ist allerdings zunächst eine Freundin verantwortlich. „Sie war mit Zwillingen schwanger und genervt davon, für Erstausstattung und Zubehör immer nach Hamburg zu müssen“, sagt Andrea Hofmann. Und so entstand 2019 das „Kind der Stadt“ an der Podbielskistraße 10 in den ehemaligen Räumen der Boutique Paraphernalia. Jetzt hat auch das Projekt gewissermaßen Zuwachs bekommen – mit dem Ableger im Nachbarhaus für Kinderwagen, die vor dem Kauf auch Probe gefahren werden können.

Die List ist als Standort optimal

Ein Jahr lang sind die Hofmanns mit ihrem Unternehmen – es gibt noch zwei Läden in Hamburg sowie einen in Bremen – bereits erfolgreich. Jetzt haben sie die Gelegenheit genutzt und das Ladenlokal zwei Häuser weiter dazu gemietet, um dort Kinderwagen, Autositze, Karren und Babyschalen zu präsentieren. Jane Lott hat dort 18 Jahre lang einen Kinder-Secondhand betrieben, die Geschäftsfläche bleibt daher gewissermaßen im Thema.

Die Hofmanns waren vom „Kinder der Stadt“-Konzept von Anfang an begeistert, „dann allerdings ging die Suche nach einem passenden Laden los“, erzählt die gebürtige Münchnerin Andrea Hofmann. Ihr Mann stammt aus Hannover, hat aber bei der Recherche zu Geschäftsräumen noch einige neue Ecken seiner Heimatstadt entdeckt. „Die List ist optimal: kinderreich, naturbewusst, voller Kitas, Spielplätze und Schulen.“ Ein perfektes Umfeld für besondere Kindersachen.

Nachhaltig und multifunktional: In gleich zwei Läden bietet „Kind der Stadt“, Podbielskistraße 8 und 10, in Hannover-List alles für die Erstausstattung und das Kinderzimmer. Das Geschäftsmodell kommt auch in Hamburg und Bremen gut an.

Zwei Teenager-Töchter hat das Paar, das in Kirchrode lebt, ansonsten sind sie in der Kinderbranche eher fachfremd. „Wir kommen aus dem Vertrieb, haben etwa für Cecil und Nike gearbeitet“, erzählt Andrea Hofmann. Ihr Mann sei dann einige Jahre in Berlin tätig gewesen und gependelt – „keine gute Option für das Familienleben“. Also haben sie sich entschlossen, gemeinsam etwas Eigenes aufzubauen. „Das funktioniert prima, auch als Team“, betont Andrea Hofmann.

Fahrradsitz wird zum Buggy

Positiv überrascht sind sie von der Bandbreite ihrer Kundschaft. Im Umkreis von bis zu 200 Kilometern lassen sich werdende Eltern beraten und beliefern, „außerdem leben hier viele Nationen, etliche Verkaufsgespräche führen wir auf Englisch“, sagt Sven Hofmann. Multifunktional sind viele Teile im Sortiment – ein Fahrradsitz, der zum Buggy wird zum Beispiel, oder ein Beißring mit Noppen, der die Schmerzen beim Zahnen lindern soll.

Einen Farbcode gibt es beim „Kind der Stadt“ auch. Spielzeug und Zubehör in Knallfarben kommen den Hofmanns nicht ins Geschäft, alles ist aus Naturmaterialien in dezenten Farben und sehr skandinavisch. Das Team ist von drei auf zehn Mitarbeiter gewachsen, es gibt Listen für Geburtsgeschenke und mittlerweile einen eigenen Möbellaster samt Monteuren, die die bestellte Kinderzimmereinrichtung nicht vor der Haustür abladen. Der Zeitgeist fordert nicht nur neue Ideen, sondern auch viel Service.

Kommentar: Einzelhandel braucht Gespür

Oft wird beklagt, dass sich der inhabergeführte Einzelhandel aus den lukrativen Lagen zurückzieht und Filiallisten sowie Ketten weicht. Dass sich die Boutiquebesitzerin das Ladenlokal nicht mehr leisten kann – Telefonanbieter, Drogeriemärkte und große Wohnaccessoires-Anbieter indes schon. Dass Einkaufsstraßen ihr individuelles Flair verlieren, weil überall nur ein Ableger derselben fünf Konzerne sein Geschäft öffnet. Glücklicherweise gibt es immer wieder Gegenbeispiele, die Mut machen. In der List hat sich ein Laden für Erstlingsausstattung und Kindermöbel nach nur einem Jahr um ein Zweitgeschäft vergrößert. Hier gibt es jetzt Kinderwagen und Autositze, jede Menge Beratung und ganz offenbar reichlich Kundschaft. Ein bisschen Glück, aber auch ein Gespür für Konzept und Marktlücke gehören sicher zu so einem Erfolg.

Geschäfte sind heute nicht einfach nur Läden, die mit Schuhen, Kleidung oder Accessoires bestückt werden. Jede Neueröffnung ist ein Projekt, das neben Ware auch Erlebnis bieten muss. Ein hannoverscher Bäcker hat am Lister Platz einen nachhaltigen To-Go-Shop eingerichtet, wo der Kunde das Beste und zu sich selbst finden soll. Was sich abgehoben anhört, funktioniert offensichtlich. Genauso wie die Treue von Stammkunden zu manchen Läden. In der List gibt es etliche Beispiele für das kleine Überleben in großem Stil: Am Wedekindplatz, in Jakobi-, Eden-, Droste- und Sedanstraße – überall werden kreative Ideen mit Erfolg vermarktet. Das macht Mut. Wobei übrigens die Großen natürlich auch gebraucht werden. Denn sie locken ja schließlich in die Stadtteile.

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