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Aus der Stadt Nachts nur noch Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen in Hannover
Hannover Aus der Stadt

Lärmschutz in Hannover: Ratsmehrheit will nachts Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen

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00:19 07.06.2019
Die Podbielskistraße gehört zu den am meisten belasteten Strecken in Hannover. Quelle: Martin Steiner
Hannover

Nachts sollen Autofahrer auf Hauptverkehrsstraßen vom Gas gehen – so wünscht es sich die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP. Nach Informationen der HAZ legt das Bündnis einen entsprechenden Antrag am Mittwoch dem Bauausschuss vor. Zudem fordern die Mehrheitsfraktionen, dass Stadtverwaltung und Polizei auf verkehrsreichen Straßen die Geschwindigkeitskontrollen verstärken. Zu diesen besonders belasteten Verkehrswegen zählen unter anderem Podbielskistraße, Friedrich-Ebert-Straße und Vahrenwalder Straße. Dabei solle auch konsequent gegen Fahrer vorgegangen werden, die ihre Motoren laut aufheulen lassen („Autoposer“). Die Maßnahmen sollen dazu dienen, den Lärm auf Hannovers Straßen zu reduzieren.

Stadt setzt auf schallisolierende Fenster

Ursprünglich wollten die Grünen eine Tempo-30-Regelung rund um die Uhr und flächendeckend im ganzen Stadtgebiet durchsetzen. Doch das sei rechtlich schwierig, heißt es aus den Reihen der Partei. Daher hat sich das Mehrheitsbündnis auf ein nächtliches Tempolimit geeinigt, „um den Schutz der Nachtruhe zu erreichen“, wie es in dem Antragsentwurf heißt. Die Forderung ergänzt den Lärmschutzplan der Stadtverwaltung, der unter anderem vorsieht, Wohnhäuser in lärmbelasteten Straßen mit schallisolierenden Fenstern auszustatten.

Insgesamt 1,6 Millionen Euro will die Stadt in den kommenden Jahren für den Einbau von Schallschutzfenstern ausgeben. In den Genuss der Zuschüsse für neue Fenster sollen Anwohner von Straßen kommen, in denen nachts mehr als 60 Dezibel gemessen werden. Die Grünen kritisieren, dass das Schallschutzprogramm der Stadt nur die Symptome bekämpft, nicht aber die Ursache – den Verkehrslärm.

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Besonders belastete Straßen

Zu den am stärksten belasteten Strecken in Hannover gehören nach Angaben der Verwaltung die Podbielskistraße zwischen Lister Platz und Spannhagengarten, die gesamte Friedrich-Ebert-Straße und die Göttinger Straße. Hier liegen die Lärmpegel nachts sogar über 65 Dezibel. Etwas geringer fällt die Belastung in der Königsworther Straße aus, in der Vahrenwalder Straße zwischen Werderstraße und Dragoner Straße, in der Wedekind- und der Celler Straße, sowie in der Ferdinand-Wallbrecht-Straße zwischen Lister Platz und Moltkeplatz und in der Marienstraße. Auf all diesen Strecken soll nach dem Willen der Mehrheitsfraktionen das nächtliche Tempolimit durchgesetzt werden.

CDU: Auf konkrete Messungen verlassen

Auch die CDU hat Vorschläge zum Lärmschutz entwickelt. Die Christdemokraten meinen, dass sich die Stadt beim Bewerten von Verkehrslärm nicht nur auf Modellrechnungen, sondern auf konkrete Messergebnisse verlassen sollte. Zudem fordert die CDU die Stadt auf zu prüfen, welche Ampeln nachts abgeschaltet werden können. „Ebenso ist zu prüfen, in welchen Wohnstraßen verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden können“, sagt CDU-Bauexperte Felix Semper. Zudem wehrt sich die CDU dagegen, dass Hauptverkehrsachsen aus Lärmschutzgründen verengt werden – wie es der Lärmschutzplan anregt. Eine Entscheidung über die Vorschläge fällt der Bauausschuss am Mittwoch.

Ratsmehrheit will Tempo-30-Versuch ausweiten

Wie stark verringert sich der Verkehrslärm, wenn Autos nur noch Tempo 30 fahren? Dieser Frage will die Stadt Hannover nachgehen und hat drei Hauptverkehrsstraßen für einen Modellversuch des Landes Niedersachsen vorgeschlagen – die Göttinger Straße und deren Verlängerung, die Friedrich-Ebert-Straße sowie die Marienstraße. Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP fordert jetzt, den Versuch auf die Otto-Brenner-Straße im Abschnitt zwischen Klagesmarkt und Brühlstraße auszudehnen. Unklar ist, ob es noch möglich ist, weitere Teststrecken beim Land anzumelden. Andererseits scheint das Land eine Entscheidung, wo die Versuche stattfinden sollen, noch nicht getroffen zu haben.

18 Kommunen seien landesweit noch im Rennen, unter anderem Hannover, teilte das Niedersächsische Verkehrsministerium kürzlich mit. Doch es gebe Verzögerungen. Das Land sucht zunächst europaweit nach geeigneten Kandidaten für die Gutachterkommission, die am Ende über die Zuschläge entscheidet. asl

Von Andreas Schinkel

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