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Aus der Stadt So suchen Restauratoren nach der Todesursache von Moorleiche Moora
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Landesamt für Denkmalpflege: So suchen Restauratoren nach der Todesursache von Moorleiche Moora

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20:00 13.10.2019
Restauratorin Monika Lehmann erklärt Besuchern im Landesamt für Denkmalpflege die geplanten Untersuchungen an der Moorleiche Moora. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Eine der berühmtesten Leichen Niedersachsens bekam Sonntag Besuch. Das Landesamt für Denkmalpflege in der Scharnhorststraße öffnete seine Pforten und stellte seine Arbeit vor. Zu den aktuellen Aufgaben der Restauratoren gehört die Betreuung der Moorleiche Moora, die bereits vor 19 Jahren im Uchter Moor bei Nienburg entdeckt wurde. Doch ihre Geheimnisse sind noch lange nicht aufgeklärt.

Landesamt in Hannover sucht Mooras Todesursache

„Wir wissen immer noch nicht, woran Moora gestorben ist“, erläutert Monika Lehmann, Leiterin der Archäologischen Restaurierung. An den Knochen fanden sich keine Schrammen. „Wenn Sie eine Klinge ins Herz rammen, können die Rippen unbeschadet bleiben“, erklärt die Expertin. Die Restauratorin öffnet einen großen Metallkoffer, in dem alle Einzelteile der ältesten Moorleiche Niedersachsens sorgsam verpackt in mehreren Etagen lagern. Lehmann greift ein Stück Haut auf einer Unterlage und lässt es unter den Besuchern kreisen.

Die Moorleiche Moora liegt, sorgfältig verpackt, in einem Koffer im Landesamt für Denkmalpflege. Quelle: Katrin Kutter

„Aber ganz vorsichtig, bitte. Wir Restauratoren kennen keinen Dreck. Für uns sind das alles Informationen.“ Die Fachleute wollen die Haut, die jetzt noch in einem Klumpen zusammenklebt, in Kürze genau untersuchen. „Dafür müssen wir sie akribisch auseinanderfalten. Es kann sein, dass wir auf der Haut noch Verletzungsspuren oder Tätowierungen finden“, erklärt Lehmann. „Jetzt noch?“, staunt eine Besucherin.

Detektivische Spurensuche

Die Arbeit der Fachleute im Landesamt für Denkmalpflege ähnelt einer detektivischen Spurensuche. Wenn Archäologen bei Ausgrabungen Leder, Holz, Metall, Tonscherben oder Glas bergen, untersuchen die Experten im Amt die Funde genauer. Meist kleben die Überreste vergangener Epochen dann noch in einem Block oder Klumpen zusammen. Denn Ausgrabungen stehen oft unter Zeitdruck, die Feinarbeit erfolgt in Hannover.

„Manchmal müssen wir ein Objekt wachküssen wie den Froschkönig“, beschreibt es Monika Lehmann. Mithilfe von Röntgenaufnahmen und Computertomografie klären die Fachleute oft zunächst, was sie erwartet, bevor sie eine Anstecknadel oder einen Dolch freilegen. Mit winzigen Instrumenten befreit Metallexperte Michael Meier die Objekte von einem dicken Mantel aus Rost.

Und manchmal muss eine Untersuchung per Computertomografie reichen. „Manche Funde sind so fragil, dass wir sie beim Freilegen zerstören würden“, erklärt Andrea Tröller-Reimer. Das gilt für Moora nicht. Obwohl sie seit 650 vor Christus im Moor lag.

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Von Bärbel Hilbig

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