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Aus der Stadt Sieben Fahrkartenautomaten mit „Polenböller“ gesprengt: Vier Männer angeklagt
Hannover Aus der Stadt

Landgericht Hannover: Vier Männer wegen Sprengens von Fahrkartenautomaten angeklagt

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07:00 21.09.2019
Vier Männer müssen sich wegen des Sprengens von Fahrkartenautomaten verantworten. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Vier Männer müssen sich seit Freitag wegen des Sprengens von Fahrkartenautomaten – darunter vier des Nahverkehrsunternehmens Üstra – vor dem Landgericht Hannover verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen insgesamt sieben Straftaten vor, dabei sollen die Angeklagten 17.500 Euro erbeutet und einen Sachschaden von rund 210.000 Euro angerichtet haben. Offenbar reichte jeweils ein „Polenböller“ aus, um die Apparate in die Luft zu jagen.

So sieht ein Fahrkartenautomat aus, wenn er von einer Sprengstoffexplosion aufgerissen wurde. Quelle: privat

Anklagt sind die Männer, von denen keiner einen Beruf erlernt hat, wegen der Delikte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, Sachbeschädigung und Diebstahl. Dimitrios F. (27), Marcel H. (34) und Schajan T. (21) sollen dabei als Mitglieder einer Bande agiert haben, was für Aziz Z. (22) nicht gilt. Während F. sieben Taten zur Last gelegt werden, sind es bei H. sechs, bei T. drei und bei Z. nur eine Tat. Gesprengt wurden die Fahrkartenautomaten zwischen Mitte Januar und Mitte März 2019; festnehmen konnte die Polizei die mutmaßlichen Täter im März und im April.

Es knallte immer nachts

Die erste der Sprengungen, die die 18. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Patrick Gerberding voraussichtlich bis Anfang November beschäftigen werden, traf am 15. Januar 2019 einen Üstra-Automaten in Altwarmbüchen. Hier lag der Wert der Beute mit 6814 Euro am höchsten. Eine Polenböller-Zündung am 19. Januar am Wissenschaftspark Marienwerder legte die Geldkassette nicht frei, einen Tag später klappte dies allerdings an der Bahnstation Karl-Wiechert-Allee. Dort fielen den Tätern 3140 Euro in die Hände, gut drei Wochen später an einem Üstra-Automaten im Roderbruchviertel war es mit 3175 Euro ein ähnlich hoher Betrag. Gemein war allen Taten, dass es nachts – vornehmlich zwischen 1 und 4 Uhr – knallte. Der Sachschaden pro zerstörtem Ticketautomaten liegt bei rund 30.000 Euro.

Der Aktionsradius der Diebe reichte zudem über Hannover hinaus. Am 19. Februar zündeten sie einen Böller in einem Bahn-Automaten in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt), kamen aber nicht an das Geld heran. Nur 280 Euro betrug die Beute Anfang März am Bahnhof Maschen in Seevetal, wo ein Apparat des Unternehmens Metronom zerstört wurde. Am 17. März schließlich rumste es an der S-Bahn-Station in Sehnde; aus dem Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn entwendeten die Täter eine Geldkassette mit 4135 Euro. Doch sind die sieben jetzt zur Anklage gebrachten Fälle nicht die einzigen, unter denen die Verkehrsunternehmen und ihre Kunden in der jüngeren Vergangenheit zu leiden hatten. So gab es in diesem Jahr beispielsweise auch Attacken auf Fahrkartenautomaten in Rethen, Herrenhausen, Vahrenheide, Anderten, Dedenhausen und Bornum.

Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Für den nächsten Termin in drei Wochen kündigten mehrere Verteidiger an, namens ihrer Mandanten Erklärungen abgeben zu wollen.

Von Michael Zgoll

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