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Aus der Stadt Keine Anschlagspläne: Waffensammler aus Stöcken zu drei Jahren Haft verurteilt
Hannover Aus der Stadt

Landgericht Hannover verurteilt Waffensammler aus Stöcken zu drei Jahren Haft - und den Vater zu einer Bewährungsstrafe

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13:57 27.11.2019
Die 18. Große Strafkammer sprach Marcel M. (l.) und seinen Vater Oliver M. (ganz vorn) des verbotenen Waffenbesitzes schuldig. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Der jahrelang in einer Stöckener Wohnung versteckt lebende Waffensammler Marcel M. (30) ist am Mittwoch vom Landgericht Hannover zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Die 18. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Patrick Gerberding sprach ihn wegen vorsätzlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz schuldig. Er hatte 41 Schusswaffen und 3590 Schuss Munition in seinem Besitz.

Hinzu kommen Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz in 36 Fällen – dazu zählt die in der Ithstraße gefundene Leuchtspurmunition – sowie ein Angriff des beleibten Mannes auf einen Polizeibeamten bei seiner Festnahme. M.s Vater Oliver M. (53) wurde wegen fahrlässigen Verstoßes gegen das Waffengesetz in 43 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

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Pistolen wie aus Piratenfilmen

Die Entwicklung von Marcel M., der schon zu Jugendzeiten wegen seiner enormen Körperfülle gemobbt wurde, habe – so Richter Gerberding in der Urteilsbegründung – einen „tragischen Verlauf“ genommen. M. sei in eine Parallelwelt von Computerspielen sowie zweifelhaften Chats geflohen und habe seit 2012 via Internet Schusswaffen gekauft.

Darunter seien aber viele historische Vorderlader und „Pistolen wie aus Piratenfilmen“ gewesen. Für den Verdacht, dass der 30-Jährige mithilfe der erworbenen Waffen irgendwelche Anschläge verüben wollte, habe man laut Gerberding keine Anhaltspunkte gefunden.

Sichergestellte Waffen: Die Polizei hatte unter anderem diese Waffen in der Wohnung des Mannes entdeckt. Quelle: Pressefoto Polizei

Ob Vater Oliver M. wirklich nicht wusste, dass sich in dem in der Stöckener Wohnung gebunkerten Sammelsurium auch scharfe Waffen befanden, konnte ihm das Gericht nicht widerlegen. Der 53-Jährige hätte im Zuge seiner Mittelsmanntätigkeit bei den Waffenlieferungen – die Pakete wurden zunächst zur Großmutter von Marcel M. geschickt – aber nachhaken und der Sache auf den Grund gehen können, betonte Richter Patrick Gerberding. Was strafrechtlich bleibe, sei die Feststellung eines fahrlässigen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Folgt noch ein Prozess?

Pascal Ackermann, Verteidiger des verurteilten Sohns, kündigte an, Revision einlegen zu wollen; er hatte in der Vorwoche auf eine zweijährige Bewährungsstrafe plädiert. Einen Verzicht auf Rechtsmittel erklärte hingegen Rechtsanwalt Matthias Waldraff, der den Vater vertritt.

Die Vertreterin der Celler Generalstaatsanwaltschaft äußerte sich noch nicht zu weiteren Verfahrensschritten. Ungeklärt ist zudem, ob es einen weiteren Prozess gegen Marcel M. wegen der 98.000 Euro geben wird, die man in der Wohnung fand – die Ermittlungen zur Herkunft des Geldes sind noch nicht abgeschlossen.

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