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Aus der Stadt Macheten-Attacke hätte Opfer fast getötet
Hannover Aus der Stadt Macheten-Attacke hätte Opfer fast getötet
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17:16 16.10.2018
David L. (r.) wird von Anwalt Matthias Wandzik verteidigt. Quelle: Michael Zgoll
Hildesheim / Lehrte

 Wegen versuchten Mordes muss sich seit Dienstag der 37-jährige David L. vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Laut Anklage stieß er vor einem halben Jahr im Lehrter Ortsteil Aligse einem 35-Jährigen eine Machete in den Bauch. Das Opfer, ein Conti-Arbeiter, erlitt Verletzungen an Magen, Leber und Gallenblase; ohne Not-OP hätte der Mann die Attacke nicht überlebt. Die 1. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Karin Brönstrup versuchte vom Angeklagten zu erfahren, welches seine Motive waren. Doch die Aussagen des schmächtigen, stark tätowierten L. deckten sich in weiten Teilen nicht mit Zeugenaussagen und polizeilich ausgewerteten Handy-Nachrichten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der bis zu seiner Festnahme in Hamburg lebende David L. am Abend des 21. April 2018 gemeinsam mit einem Freund aus Hannover in die Wohnung des Opfers in der Aligser Dorfstraße eindrang. Vor Ort war auch die Freundin des Täters, die früher mit dem Opfer liiert war. Im Wohnzimmer kam es zu einem Streit und einem Handgemenge zwischen dem 37-Jährigen und dem Wohnungsinhaber, in dessen Folge das Opfer die 50 bis 80 Zentimeter lange Machete in den Bauch gerammt bekam. Er habe „teils zugestochen“, teils sei das Opfer in seine Waffe „hineingelaufen“, schilderte der Angeklagte seine Sicht der Dinge. Zu seiner Motivlage erklärte L., er habe Schulden für seine Freundin eintreiben und ihr helfen wollen, Klamotten und Schmuck aus der Wohnung zu holen. Die Machete habe er nur dabeigehabt, um damit für Facebook-Profilfotos zu posieren.

Hund wurde ausgesetzt

Diese Freundin, die offenbar erheblich unter Drogeneinfluss stand, war allerdings kurz vor der Tat mit dem Pocket-Bully des Opfers aus dem Haus gekommen, um mit ihm Gassi zu gehen. Dieser Hund namens Jay-Jay wurde Tage später von einem Spaziergänger nahe der Autobahnausfahrt Langenhagen an einen Baum gebunden entdeckt. Den flüchtigen L. nahm die Polizei noch am 21. April auf der A7 in Höhe Soltau fest. Es gibt Zweifel, dass das Opfer seiner Ex-Freundin wirklich noch etwas schuldete, es gibt Zweifel, dass es L. tatsächlich darum ging, Schulden einzutreiben.

Nebenklage-Anwältin Tanja Brettschneider äußerte den Verdacht, dass L. und sein Kumpan den Plan für den Überfall genau ausbaldowert hätten. Auch das Gericht konfrontierte den Angeklagten mit etlichen Sprachnachrichten, die darauf hindeuteten. Nachbarn hatten beobachtet, dass der 37-Jährige und ein „maskierter Mann“ nach der Bluttat flohen – doch L. leugnete standhaft, noch einen Mittäter im Schlepptau gehabt zu haben.

Zum nächsten Verhandlungstermin am 23. Oktober wird eine Reihe von Zeugen befragt, darunter auch Freundin, Opfer und Nachbarn.

Von Michael Zgoll

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