Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Lars Windhorst sagt, was er mit dem Ihme-Zentrum will
Hannover Aus der Stadt Lars Windhorst sagt, was er mit dem Ihme-Zentrum will
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 23.03.2019
In Teilen ruinös – und trotzdem will der Investor einsteigen: Das Ihme-Zentrum in Linden.
In Teilen ruinös – und trotzdem will der Investor einsteigen: Das Ihme-Zentrum in Linden. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Er will die Mehrheitsanteile im Ihme-Zentrum übernehmen: An diesem Donnerstag kommt Finanzjongleur Lars Windhorst ins hannoversche Rathaus und stellt sich den Fragen der Kommunalpolitiker zu seinem überraschenden Engagement. Die Sitzung beginnt um 13.30 Uhr und ist öffentlich.

Intown verkauft Ihme-Zentrum an Windhorst

Die Nachricht vom geplanten Einstieg Windhorsts im Ihme-Zentrum hatte vor gut zehn Tagen Erstaunen ausgelöst. Großeigentümer Intown aus Berlin hatte zuvor stets betont, ein langfristiges Interesse an der Großimmobilie zu haben und die ruinösen Sockelbereiche mit Hunderten Millionen Euro revitalisieren zu wollen. Warum man jetzt plötzlich die Lust verloren hat und was Windhorst, der bisher eher durch Finanzspekulationen aufgefallen ist, zu einem Kauf der Anteile bewogen hat, blieb bisher im Dunkeln.

Viele in der Politik glauben, dass sich das auch mit dem Rathausauftritt nicht wirklich ändern wird. Windhorst wird der vierte Großinvestor sein, der mit warmen Worten ehrliches Interesse bekundet – so wie seine drei Vorgänger Frank Engel, Carlyle und Intown. Bisher haben aber alle nur angefangen, abzureißen, und die Sockelgeschosse hinterher schlimmer hinterlassen, als sie je waren.

Bekannt geworden als „Wirschaftswunderkind“

Windhorst war in den Neunzigerjahren als „Wirtschaftswunderkind“ bekannt geworden. Damals 18 Jahre alt, erwirtschaftete er mit gewagten Transaktionen in der Boomzeit der Neuen Märkte viel Geld für seine Anleger und sich selbst. Kanzler Helmut Kohl nahm ihn in einer Wirtschaftsdelegation mit auf eine Asienreise. Allerdings rutschte Windhorst während der Dottcom-Krise 2003 in die Pleite, später verurteilte ihn das Berliner Landgericht wegen Untreue in 27 Fällen. Ein zweites seiner Unternehmen musste 2009 Insolvenz anmelden. Jetzt hat er mit seiner jungen Firma Sapinda wieder neue Anleger gefunden, die ihm ihr Geld anvertrauen. Vor einigen Wochen konnte er die Mehrheit der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft übernehmen. Für das Ihme-Zentrum soll eine Sapinda-Tochtergesellschaft zuständig sein, die Civitas Property Group aus Luxemburg. Sie kauft nicht die Gebäudeanteile, denn dann müsste sie Grunderwerbssteuer zahlen, sondern eine Tochterfirma von Intown, der 83 Prozent des Ihme-Zentrums gehören.

Sondersitzung im Rathaus

Zu Gast ist Windhorst im sogenannten Oberbürgermeisterausschuss von Stefan Schostok, der sich um wichtige Themen in Hannover kümmern soll. Die Sitzung am Donnerstag, 21. März, im Hodlersaal des Rathauses am Trammplatz wird aber gemeinsam mit dem Wirtschaftsausschuss des Rates und dem zuständigen Bezirksrat Linden-Limmer abgehalten. Zunächst ist eine Einwohnerfragestunde angesetzt, dann soll Windhorst ab etwa 14 Uhr eine Stunde lang berichten und Fragen der Politiker beantworten.

Auf haz.de halten wir Sie am Donnerstagnachmittag mit Texten, Fotos und einem Video vom Auftritt auf dem Laufenden.

Lesen Sie auch:

Lars Windhorst steigt im Ihme-Zentrum ein

Unser Dossier zum Ihme-Zentrum

Von Conrad von Meding