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Aus der Stadt Laubenbrände: Versicherung für Kleingärtner wird teurer
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Laubenbrände in Hannover: Versicherung für Kleingärtner wird teurer

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15:01 07.11.2019
Feuerwehrleute löschen in Linden einen Laubenbrand. Quelle: Feuerwehr Hannover (Archiv)
Hannover

Immer wieder kommt es zu Brandstiftung in Hannovers Kleingartenkolonien. Als wäre ein Feuer in der Gartenlaube nicht schon Aufregung genug, kommen danach auf die Betroffenen hohe Kosten zu: Der Brandmüll muss entsorgt, außerdem muss die Laube wieder aufgebaut werden. Weil die für alle gültige Versicherung die teils hohen Kosten längst nicht mehr abgedeckt hat, hat der Bezirksverband jetzt einen neuen Generalversicherungsvertrag für die 17.500 hannoverschen Kleingärtner abgeschlossen. Der bietet mehr Leistung – aber für viele wird es teurer.

Pflichtversicherung gegen Laubenbrand

Die Pflichtversicherung, die jeder Kleingärtner im Verband abschließen muss, sah bisher bei einem Laubenbrand eine Entschädigung von bis zu 5000 Euro vor und für die Entsorgungskosten bis zu 1000 Euro. „Diese Summen reichten schon lange nicht mehr“, sagt Bezirksverband-Anwalt Andreas Hildebrandt. Etwa die Hälfte der Kleingärtner hat deshalb Zusatzversicherungen abgeschlossen – die andere Hälfte aber nicht. Jetzt ist ein neuer Generalvertrag unterzeichnet worden, der bei einem Brand Wiederaufbauzahlungen bis zu 20.000 Euro und Entsorgungskosten bis zu 8000 Euro abdeckt. Wer genau diese Summen vorher in einzelnen Zusatzversicherungen abgesichert hat, für den wird es jetzt unterm Strich deutlich billiger.

Zusatzversicherungen nicht mehr nötig

Alle anderen aber zahlen mehr. 38 Euro betrug bisher der Mindestbetrag im Jahr, wenn keine Zusatzversicherungen gebucht waren. Künftig sind es 98 Euro. Dafür sind keine Zusatzversicherungen mehr nötig, sie verlieren automatisch ihre Gültigkeit. Der Verband rechnet seinen Mitgliedern vor, dass der Gegenwert der Versicherungsleistungen 121 Euro betrage. „Aber ich brauche diese hohen Erstattungen nicht“, sagt eine Kleingärtnerin aus Kirchrode: „Für mich ist das jetzt ein Missverhältnis: Ich zahle 211 Euro Pacht im Jahr und 98 Euro Versicherung.“

Bezirksverband: Demokratischer Prozess

Beim Bezirksverband betont man, dass der neue Generalversicherungsvertrag in einem demokratischen Prozess zustandegekommen sei. 134 stimmberechtigte Vorstandsmitglieder aus den einzelnen Vereinen hätten sich in Workshoprunden mit dem Konzept auseinandergesetzt und abgestimmt. Der neue Vertrag sei auch mit der Stadt abgestimmt: Sie ist Vermieterin und verlangt, dass abgebrannte Lauben entsorgt und wieder ersetzt werden – sonst bleibt die Allgemeinheit der Kleingärtner auf den Kosten sitzen.

Feuerwehrleute aus Dedensen löschen einen Brand in einer Gartenlaube. Quelle: Feuerwehr (Archiv)

Auch für die Schäden durch Einbruch sind die Erstattungskosten von 450 auf 750 Euro angehoben worden, das Inventar von Lauben ist jetzt mit 2500 statt 1000 Euro versichert. Zusätzlich gilt für alle eine Sturm- und Hagelversicherung bis zur Höhe von 20.000 Euro.

Künftig zahlt die LSH aus Fallingbostel

Eine weitere Neuerung gibt es noch: Erstmals nach Jahrzehnten sind die Kleingärtner nicht mehr bei der Generali versichert, sondern bei der Landesschadenshilfe mit Sitz in Bad Fallingbostel. Das 115 Jahre alte Unternehmen ist unter anderem auf Landwirtschaftsversicherungen spezialisiert – und will jetzt die Sparte der Kleingartenversicherungen ausbauen.

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