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Leibniz-Uni Hannover: Studenten entwickeln Roboter zum Unkrautzupfen

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21:09 01.07.2019
Manuel Ufheil zeigt seinen Unkrautroboter. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Milad Mafi ist sich sicher, dass das Verfahren perfekt funktioniert: Der Student vermisst mit einer App auf dem Smartphone den Fuß des potenziellen Kunden, der sich ein ganz besonderes Paar Schuhe leisten möchte. Ein 3-D-Drucker fertigt dann auf der Grundlage dieser Messergebnisse die Schuhleiste an, individuell für den linken und den rechten Fuß. Die daraus hergestellten Maßschuhe sollen 400 bis 500 Euro kosten, Bestellungen sind ab Beginn nächsten Jahres möglich.

„Wir wollen den Maßschuh demokratisieren“, erklärt Mafi bei der Präsentation seines Projekts Modum in der Roboterfabrik. Diese wird am Zentrum für Mechatronik von der Leibniz-Uni und der Region Hannover gemeinsam betrieben. Mafi und drei Mitstudenten haben die App entwickelt und am Montag vorgestellt – mit zwei weiteren innovativen Geschäftsideen, die in der Roboterfabrik entstanden sind.

Die meisten Menschen tragen Schuhe, die nicht passen

„Acht von zehn Menschen in Deutschland tragen Schuhe, die ihnen nicht richtig passen“, berichtet Mafi. Das liege daran, dass die Schuhgröße immer nur die Länge der Schuhe angebe und nicht die Breite oder die Höhe des Spans. Außerdem seien linker und rechter Fuß nie genau gleich. Jetzt soll es dank der hannoverschen Studenten endlich passende Schuhe geben.

Milad Mafi will „Maßschuhe demokratisieren“, wie er sagt. Quelle: Nancy Heusel

2016 wurde die Roboterfabrik gegründet. Von Anfang an sei es das Ziel gewesen, dass „aus der tollen Kompetenz Unternehmen entstehen“, sagt der Wirtschaftsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz. „Wir haben ein Potenzial, das wir wenig ausschöpfen“, erklärt der Leiter des Instituts für Mechatronische Systeme, Prof. Tobias Ortmaier. Deshalb sei die Roboterfabrik ein guter Weg, bei den Studenten Interesse für eine Zukunft auch außerhalb der Automobilindustrie zu wecken.

Das Zählen der Schweine ist ein Problem

Bei Manuel Sprehe ist das gelungen. Weil sein Vater Landwirt ist, kennt er das Problem des Schweinezählens von kleinauf. Immer wenn die Tiere den Stall wechseln, müssen sie gezählt werden, was aber auf konventionellem Weg mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. Denn sie sind dann in großer Zahl unterwegs und bewegen sich schnell. Sprehe hat mit drei Kommilitonen ein System entwickelt, das die Schweine automatisch zählt. Es läuft derzeit testweise in drei Ställen – später soll es 2200 Euro kosten.

Manuel Sprehe hat mit anderen Studenten ein Gerät entwickelt, das Schweine automatisch zählt. Quelle: Nancy Heusel

Mit Erleichterungen für Landwirte hat sich auch das Team um Manuel Ufheil befasst. Die drei Studenten haben Fenntec entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Roboter, der auf einem Feld Unkraut von den gesäten Pflanzen unterscheidet und die unerwünschten Gewächse konsequent herausreißt. Gedacht ist der Roboter für Bio-Bauern, die keine Spritzmittel zur Unkrautvernichtung benutzen dürfen.

Expertenjury wählt die besten Ideen

Seit der Gründung der Roboterfabrik werden die Studenten mit einem Tutorium darauf vorbereitet, eigene praxistaugliche Ideen zu entwickeln. Wer die Auswahl einer Expertenjury besteht, könne einen Prototypen herstellen und Fördermittel für seine Geschäftsidee beantragen, sagt der Geschäftsführer des Mechatronik-Zentrums, Marc Warnecke.

Insgesamt haben sich bisher 57 Studenten in 26 Teams zusammengefunden und um die Teilnahme an dem Tutorium beworben. 13 Teams konnten die Jury von ihren Idee überzeugen, sie durchliefen oder durchlaufen aktuell das Coaching oder sind bereits mitten in der Gründungsphase.

Von Mathias Klein

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