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Aus der Stadt Rückenwind für Volker Epping: Doch keine Kampfkandidatur um Uni-Präsidentschaft?
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Leibniz-Universität Hannover: Rückenwind für Volker Epping: Doch keine Kampfkandidatur um Uni-Präsidentschaft?

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13:25 15.10.2019
Uni-Präsident Volker Epping. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Volker Epping bleibt eine mögliche Kampfkandidatur um die Präsidentschaft der Leibniz-Universität wohl erspart. Im September hatte Maschinenbau-Professor Jörg Seume ein offenes Auswahlverfahren für die nächste Amtsperiode gefordert. Doch nach bisherigem Stand dürfte er damit nicht durchdringen: Uni-Präsident Epping scheint relativ breiten Rückhalt zu genießen.

Eppings erste Amtszeit endet in gut 15 Monaten. Bisher war eine Verlängerung um acht Jahre ohne Ausschreibung geplant, über die aber noch nicht entschieden ist. „Für einen so wichtigen Posten bedarf es einer Ausschreibung, damit wir den Besten oder die Beste für die Leibniz-Universität gewinnen“, argumentiert Seume. Über seine persönlichen Ambitionen und Beweggründe schweigt er weiterhin. Wirtschaftsprofessor Stefan Homburg schlägt in die gleiches Kerbe. Die Universität brauche bei der Besetzung ihres Spitzenamtes „Transparenz, Wettbewerb und eine faire Bestenauslese“.

„Uni war nie so erfolgreich“

Doch Seumes Vorstoß stößt auf wenig Gegenliebe. „Wir waren nie so erfolgreich wie jetzt. Herr Epping hat die Leibniz-Universität so weit gebracht wie keiner der vorherigen Präsidenten“, betont Udo-Klaus Schmitz, Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Schmitz steht mit dieser Meinung nicht allein. Auch andere Wissenschaftler vertreten diese Position. Mehrheitlich sollen Dekane und Fakultäten hinter dem Präsidenten stehen. Eine Ausnahme bildet allerdings die Maschinenbau-Fakultät.

Viele Forscher sehen es als Verdienst des Juristen Epping, dass die Uni bei der wichtigen Spitzenförderung im Exzellenzwettbewerb gut abgeschnitten hat. Die Hochschule hat zwei Forschergruppen in die Förderung gebracht und sich gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule um den Titel Exzellenzuniversität beworben. Das ist zwar gescheitert, formuliert aber immerhin einen Anspruch. Epping hat sich mit viel Energie für das Thema engagiert, treibt auch die Förderung junger Spitzenwissenschaftler voran.

„Ohne den Präsidenten hätte es diese Bewerbung nie gegeben“, argumentiert Chemieprofessor Thomas Scheper, Träger des Wissenschaftspreises Niedersachsen. Allein der gemeinsame Antrag für die Exzellenzuni habe die Kooperation mit der MHH vertieft und weitergebracht.

Jörg Seume fordert ein offenes Auswahlverfahren. Quelle: Sven Sokoll

Diskussion alarmiert Forscher

Manche Spitzenforscher reagieren sogar alarmiert auf die aufgeworfene Diskussion. Ein Wechsel in der Präsidentschaft koste ein bis zwei Jahre, bis eine neue Führung eingearbeitet sei. Ein Strategiewechsel, sprich andere Schwerpunkte auch im Exzellenzwettbewerb, würde bisher Erreichtes gefährden, heißt es weiter. „Epping hat sich persönlich sehr eingesetzt. Mit ihm haben wir eine gewisse Chance in der nächsten Runde der Exzellenzunis“, sagt ein Wissenschaftler. Das sei vertan, komme es zu einem Wechsel an der Spitze. Denn die Arbeit für die nächste Bewerbung steht bereits an.

Der Maschinenbau, eine traditionell starke Fakultät an der ehemals Technischen Universität,hat gerade einen eigenen, 175 Millionen Euro teuren Campus in Garbsen bezogen. Schlechte Rahmenbedingungen für Forschung sehen anders aus. Dennoch gärt dort bei einigen die Unzufriedenheit. Bei der angestrebten vertieften Zusammenarbeit von Leibniz-Uni und MHH spielen nur Teilbereiche des Maschinenbaus eine Rolle.

Entscheidung über Ausschreibung am 23. Oktober

Der Hochschulsenat aus 13 direkt gewählten Vertretern von Professoren, wissenschaftlichen sowie technischen Mitarbeitern und Studenten entscheidet am 23. Oktober, ob es zu einer Ausschreibung für die Präsidentschaft kommt. Im Sommersemester hatte der Senat zur Vorbereitung zahlreiche Personen und Einrichtungen der Uni um ihre Meinung gebeten. „Wir haben, quasi zum ersten Mal in der Geschichte der Uni, einen breiten Informationsprozess gestartet. Denn wenn wir auf eine Ausschreibung verzichten, sollten große Teile der Uni dahinterstehen“, erklärt Senatssprecher Hartmut Lehne.

Danach sieht es bisher aus. „Die Zufriedenheit mit Herrn Epping ist relativ breit. Natürlich gibt es immer Kritikpunkte, über die werden wir mit ihm sprechen“, sagt Lehne. Der Senat will nun bewerten, welche Chancen eine Ausschreibung für die Uni bietet. Und er beurteilt bisherige Leistungen und zukünftige Pläne des Präsidenten. Üblich in Niedersachsen ist allerdings eine Verlängerung der Amtszeit, solange es keine tief gehende Kritik gibt. Eine Ausschreibung wäre deshalb ein politisches Signal. Auch das gelte es in die Überlegungen einzubeziehen, sagt Lehne. „Es besteht das Risiko, dass der aktuelle Präsident sich dann nicht bewirbt. Deutschlandweit werden gerade gute Kandidaten gesucht.“

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