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Aus der Stadt Schau erzählt Historie des Limmerbrunnens
Hannover Aus der Stadt Schau erzählt Historie des Limmerbrunnens
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13:57 23.01.2019
Eine historische Postkarte zeigt, wie der Limmerbrunnen einst aussah. Quelle: Archiv
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Limmer

Es ist eine kleine Sackgasse: die Straße Limmerbrunnen. Doch hinter dem Namen verbirgt sich eine große Geschichte. Denn der Limmerbrunnen war einst eine bekannte Heilquelle im Wäldchen Limmerholz. Der Botaniker Friedrich Ehrhardt hatte die schwefelhaltige Quelle 1779 entdeckt, und kein Geringerer als König Georg III. gab 1792 den Befehl, dort eine Badeanstalt zu errichten. Zwei Jahre später wurde diese eröffnet. Immer mehr Gebäude entstanden, das Geschäft mit den Badegästen florierte. Doch ab Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Betrieb wegen der Konkurrenz zum Heilbad Bad Nenndorf stetig zurück. Gleichwohl gelang es, die Anlage bis 1961 zu erhalten. Danach war endgültig Schluss.

Die 225-jährige Geschichte des Limmerbrunnens zeichnet Stadtteilhistoriker Rudolf Lotze in einer neuen Ausstellung in der St.-Nikolai-Kirche nach. Er hat viele interessante Details zusammengetragen. Zum Beispiel die Tatsache, dass das Haus am Limmerbrunnen 11 nach den Entwürfen des berühmten Baumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves errichtet wurde – was erst 1966 bekannt wurde. 1817 wurde die Villa an der Jägerstraße als Gartenhaus für die Kammerfrau Madame Beckedorf gebaut, dort stand das Laves-Haus bis 1873. Dann erwarb es der damalige Besitzer des Vollmeierhofes Nummer 1, Friedrich Wedekind, ließ es abreißen und am heutigen Standort wieder aufbauen. Hinzu kamen eine Wagenremise, ein Stall und ein Turm vor dem Hauptgebäude.

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Über Generationen blieb das Anwesen im Besitz der Familie Wedekind. 1970 erwarb die Stadt Hannover die mittlerweile etwas heruntergekommene Villa, sah sich aber nicht im Stande, das nötige Geld für die Sanierung – es waren rund 550 000 Mark – aufzubringen. 1979 entschied die Stadt, das Grundstück samt Gebäuden zu verkaufen. Seitdem ist es wieder in Privatbesitz, und der heutige Eigentümer hält es liebevoll in Schuss.

Die Ausstellung dokumentiert die wechselhafte Geschichte des Heilbades.

Auch über die Geschichte eines weiteren historischen Gebäudes am Limmerbrunnen berichtet Stadtteilhistoriker Lotze. Die Villa Goedeckemeyer mit der heutigen Hausnummer 14 wurde 1896 für den Tuch- und Teppichhändler Otto Goedeckemeyer erbaut. 1933 erwarb der Kaufmann Adolf Ludewig Haus und Grundstück – bis heute ist beides im Familienbesitz. Auffällig ist der Ziegel- und Fachwerkstil, mit dem das Gebäude ein wenig an den amerikanischen Cottage Style erinnert.

Die Ausstellung wird auf der Empore der St.-Nikolai-Kirche, Sackmannstraße 27, gezeigt, geöffnet ist sie jeden zweiten und dritten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr. Sonderführungen sind auf Anfrage möglich beim Gemeindebüro unter Telefon 2 10 42 84 oder direkt bei Rudolf Lotze unter Telefon 21 17 54.

Von Juliane Kaune

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