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Aus der Stadt Grüne sind gegen Radroute an der Kohlebahn
Hannover Aus der Stadt Grüne sind gegen Radroute an der Kohlebahn
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00:16 26.01.2019
Die Natur hat das Gelände der alten Kohlebahn in Linden-Mitte zwischen Fössestraße und Rampenstraße zurückerobert. Quelle: Samantha Franson
Linden-Mitte

Gegen die von der Mehrheit im Stadtrat befürwortete Radroute entlang der ehemaligen Kohlebahn regt sich Widerstand im Stadtteil. Aus Sicht der Grünen gibt es keinen Bedarf für diese neue Strecke – auch weil sich dort schützenswerte wilde Vegetation gebildet habe. „Wir haben bereits drei Radrouten parallel zur alten Kohlebahn“, sagt Daniel Gardemin, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer. Dazu gehörten die beiden Radwege direkt oberhalb der Gleise und an der Fössestraße sowie eine von den Grünen angeregte Streckenführung über das Fössebad durch die Ahlemer Straße bis zum Küchengarten. „Bevor wir die ökologisch und landschaftlich wertvolle Brachfläche zu einem weiteren Radweg umbauen, sollten wir die bestehenden für die Zukunft fit machen“, erklärt Gardemin.

Ähnlich argumentiert Gerd Wach, örtlicher Naturschutzbeauftragter des BUND. Gerade weil die Natur an der Kohlebahn sich selbst überlassen wurde, habe sich dieser Bereich „zu einem Kleinod entwickelt, das für viele Lindener Bürger und Bürgerinnen inzwischen unverzichtbar ist“. Wach fordert den Fortbestand der wilden Vegetation und ein entsprechendes Pflegekonzept. Der frühere Leiter des städtischen Grünflächenamtes, Kaspar Klaffke, dagegen begrüßt die vorgeschlagene Radroute ausdrücklich als „Schritt in die richtige Richtung“.

Wie berichtet, hat die Ampelkoalition im Rathaus die Verwaltung beauftragt, eine durchgängige Radverbindung vom Küchengarten bis zum Fössegrünzug in Davenstedt und Badenstedt zu prüfen; diese soll auf der Trasse der alten Kohlebahn verlaufen, die früher parallel zur Davenstedter Straße und zur Rampenstraße vom Lindener Hafen bis zum Heizkraftwerk führte. Die Idee stammt von dem früheren SPD-Ratsherrn Ernst Barkhoff. Der Energieversorger Enercity benötigt die Kohletrasse nicht mehr und unterstützt die Pläne.

Allerdings hatte die Stadt einen zentralen Teil der Strecke zwischen Bardowicker Straße und Dieckbornstraße wegen der dortigen Artenvielfalt als „ökologisch wertvoll“ eingestuft und wollte ihn als „postindustrielle Wildnis“ auf einem halben Kilometer mit einem naturbelassenen Weg zwischen den Schienen wieder zugänglich machen. Einen früheren Vorschlag des Bezirksrats, dort einen Radweg anzulegen, hatte die Verwaltung 2012 abgelehnt.

„Was sich daran geändert haben soll, ist nicht ersichtlich“, sagt Gardemin. Es wäre eher denkbar, die „grüne Wildnis“ an der Rampenstraße als definiertes Biotop in die Zuständigkeit des Grünflächenamtes aufzunehmen, meint Gardemin. Als Grünzug entlang der viel befahrenen Fössestraße hab die alte Bahntrasse eine wesentliche Bedeutung für das Mikroklima im Stadtbezirk. Gleichwohl will er das Ergebnis der städtischen Machbarkeitstudie abwarten.

Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube gibt zu bedenken, dass immer mehr öffentliche Grünflächen in Linden durch eine Bebauung verloren gegangen seien – zuletzt mit dem Beschluss, eine Kita auf der Faustwiese zu errichten. Daher sei es wichtig, bestehende grüne Areale zu erhalten. Und, sagt Grube, es könne nicht sein, dass ein ökologisches Verkehrsmittel wie das Fahrrad die Ursache dafür sein soll, dass weiteres Grün aus Linden verschwindet.

Von Juliane Kaune

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