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Aus der Stadt Litauens Expo-Pavillon ist verkauft: Kulturhauptstadt-Idee in Not
Hannover Aus der Stadt

Litauens Expo-Pavillon ist verkauft – Aha muss Kulturhauptstadtidee für Hannover neu planen

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19:54 31.10.2019
Ein Bild aus besseren Tagen: Der Expo-Pavillon Litauens. Jetzt soll er doch auf dem Gelände am Kronsberg bleiben. Quelle: Rainer Surrey (Archiv)
Hannover

Rückschlag für das ambitionierte Kulturhauptstadtprojekt von Aha auf dem „Monte Müllo“: Das Gebäude des litauischen Expo-Pavillons ist überraschend an ein Immobilienunternehmen aus Sehnde verkauft worden. Damit dürfte sich die Idee zerschlagen haben, das markant-gelbe Gebäude auf den Laher Müllberg zu versetzen und dort als Wahrzeichen für das Großprojekt „Ohne Kultur ist alles Müll“ zu nutzen. „Wir sind sehr enttäuscht, wollen aber weitermachen“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich.

Sehnder Firma war schneller

Offenbar hat der Vertreter des litauischen Gebäudeeigentümers, ein Berliner Anwalt, mit beiden Interessenten fast zeitgleich gesprochen – und den Sehndern nun den Zuschlag gegeben. „Wir haben den Pavillon drei Wochen, bevor wir von dem Aha-Projekt in der Zeitung gelesen haben, gekauft“, sagt Firmenchef Dirk Berkefeld von Beste-Bau. Das Familienunternehmen ist in den vergangenen Jahren gewachsen, es hat sich auf den Bau von Mehrfamilien-Mietshäusern und Immobilienverwaltung spezialisiert. Jetzt soll der litauische Pavillon für den neuen Firmenzweig der Bauregie umgebaut werden.

Feuer im Expo-Pavillon – Schaden gering

Das Feuer richtete im litauischen Expo-Pavillon auf dem Expo-Gelände keine statisch gravierenden Schäden an. Quelle: Christian Elsner (Archiv)

Zum Kaufpreis schweigt Berkefeld. Der Pavillon hatte im Sommer einen Brandschaden davongetragen, als mutmaßlich Jugendliche darin gekokelt hatten. Ein Statiker habe aber bestätigt, dass der Pavillon nutzbar sei. Die Stadt bestätigt, dass der neue Eigentümer bereits Kontakt mit der Bauverwaltung aufgenommen und einen Umbau angekündigt habe. Berkefeld sagt, er hoffe auf eine Umbaugenehmigung Anfang 2020 und wolle dann 2021 einziehen.

„Für mich ist das ein Denkmal“

So sah es im Inneren des Litauen-Pavillons zur Expo 2000 in Hannover aus. Quelle: Ralf Decker (Archiv)

Der Umbau solle behutsam laufen: „Für mich ist das ein Denkmal.“ Ein Umzug auf den Laher Müllberg komme auch übergangsweise nicht infrage, stellt Berkefeld klar. „Der Pavillon wiegt über 1000 Tonnen, der lässt sich überhaupt nicht transportieren.“ Das Vorhaben von Aha finde er sehr charmant, sagt der Unternehmer – auch wenn es nun nicht mehr genau so funktioniere wie geplant. „Aber aus einer guten Idee entstehen ja oft neue gute Ideen.“

Aha-Projekt zum Kulturhauptstadt-Müllberg geht weiter

So könnte der Schriftzug aussehen, den Aha auf dem „Monte Müllo“ plant. Quelle: Fotomontage/aha

Bei Aha kann man sich auch einen Nachbau des Gebäudes mit der eingängigen Form eines Siebzigerjahre-Haushaltsgeräts vorstellen. Eine erste Projektion hatte den Pavillon mit einem an Hollywood erinnernden Schriftzug auf dem Laher Müllberg gezeigt – und viel öffentliche Zustimmung ausgelöst. Möglicherweise funktioniert das Vorhaben aber auch mit einer völlig anderen Architektur. „Wir arbeiten weiter an unserem Projekt zur Kulturhauptstadt“, sagt Aha-Sprecherin Herich. Jetzt eben ohne den Original-Pavillon.

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Von Conrad von Meding

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