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Aus der Stadt „Lüttje Lage“: Alte Zeiten
Hannover Aus der Stadt

Lüttje Lage: Alte Zeiten

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17:12 05.08.2019
Susanna Bauch Quelle: HAZ
Hannover

Mich hat jetzt eine ganz alte Geschichte eingeholt. Ein Freund aus Studientagen, vor Jahrzehnten ausgewandert nach Gomera, hat mich angerufen. Eigentlich haben wir uns auch seit Jahrzehnten nichts mehr zu sagen, und ein wenig habe ich verflucht, genauso lange an meiner Festnetztelefonnummer festgehalten zu haben. Peter hat mich auf dem Balkon gestört. Er sei in der Stadt, weil sein Vater gestorben sei. Gesegnetes Alter, schmerzfreies Ableben, nun habe er allerdings die Haushaltsauflösung zu erledigen.

Mal wieder gemeinsam Mist machen

Bevor er wieder nach Gomera fliege, wo natürlich die letzten 30 Jahre alles super toll gelaufen ist – Wetter, Kinder, Traumfrau, cooler Job, niedrige Lebenshaltungskosten – wolle er den Besuch in Hannover nutzen, um die alte Truppe mal wieder zusammenzutrommeln. Und gemeinsam so einen Mist zu machen wie damals. Die alte Truppe: Das waren vier Jungs und drei Mädels, die in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts wenig studiert und viel gefeiert haben, gern auch sich selbst. Und die sich für Frieden und gegen das Establishment eingesetzt haben. Meist rein theoretisch.

Einmal allerdings haben wir übertrieben. Ziel und Dorn im Auge war ein Schnellrestaurant aus Übersee in Linden. Ganz mutig und antikapitalistisch haben wir damals – naja – eine klitzekleine Sachbeschädigung begangen. Ich hoffe, das ist verjährt. Eine Jugendsünde ohne Folgen. Wir haben uns gefühlt wie Che Guevara. Okay, Haken dahinter. Von der alten Truppe habe ich nur noch mit Silke losen Kontakt. Die ist Sozialarbeiterin geworden und hat ihren Fehltritt sicher längst wieder gut gemacht.

Wo anfangen mit dem Jungsein?

Peter möchte in den paar Tagen Hannover wieder jung sein und revolutionär. Er weiß gar nicht, wo er anfangen soll. Bei mir jedenfalls nicht. Ein bisschen zivilen Ungehorsam leiste ich mir allenfalls beim Autofahren, wenn ich die Ampel bei Gelb nehme. Ich berate mich mit meinen Freundinnen. Sie möchten Peter kennenlernen. Vielleicht gibt er eine Runde aus, wegen Haushaltsauflösung und so. Und danach würden sie dann gegebenenfalls mit dem Freak aus Gomera auch mal über die Stränge schlagen. Und einen Schluck Maschseewasser trinken zum Beispiel. Ich bin in jedem Fall raus.

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Von Susanna Bauch

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