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Aus der Stadt „Lüttje Lage“: Das Ende vom Beat
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"Lüttje Lage": Das Ende vom Beat

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16:00 26.11.2019
Simon Benne Quelle: Franson

Selig lenkte ich meine Schritte heimwärts. „Vater ist heute sehr glücklich“, sagte ich, als ich in die Küche trat, um meinen Kindern die gute Nachricht zu verkünden. Man muss dazu wissen, dass ich noch nicht geboren war, als sich die Beatles an jenem schicksalhaften Apriltag des Jahres 1970 auflösten. Aber ich war ja auch noch nicht geboren, als Michelangelo und Mozart noch auf Erden wandelten. Und die Beatles habe ich früh entdeckt, als funkelnde Sterne am Firmament der Hochkultur.

Ich bin mit „Sergeant Pepper“ in die Pubertät gegangen und wieder hinaus. Bei unserer Hochzeit wurde „Julia“ vom Weißen Album gespielt, und ich schunkelte unsere Babys mit „Bungalow Bill“ in den Schlaf. Die Beatles lieferten den Soundtrack zu meinem Leben. „… und jetzt kommt ein Viertel der Beatles hierher, zu uns!“, sagte ich in der Küche und kämpfte mit den Tränen der Rührung.

„Na, dann räum mal schön das Gästezimmer auf, damit das Beatlesviertel bei uns auch Platz hat“, sagte meine Erstgeborene spöttisch. Die Mittelkinder lästerten mal wieder kichernd über die Frisuren der Beatles, weil die ignorante Generation von heute die gesellschaftspolitische Relevanz langer Haare ja gar nicht mehr ermessen kann. Mein kleiner Sohn wackelte immerhin mit dem Kopf und rief „Yeah, yeah, yeah!“. Mit viel Kraft und Liebe habe ich versucht, meinen Kindern die Bedeutung der Beatles zu vermitteln. Und alles, was davon geblieben ist, ist „Yeah, yeah, yeah!“. Kulturell ist das wohl das Ende vom Beat.

Trotzdem möchte ich den Tag und die sentimentale Stunde zum Anlass nehmen, mich einmal bei meiner alten, grundgütigen Musiklehrerin dafür zu bedanken, dass sie uns im Unterricht damals „Yesterday“ vorgespielt und mich so zum Fan gemacht hat. Und ich danke Ihnen, lieber Paul McCartney, dass Sie im Juni ein Konzert in Hannovers Stadion geben wollen. Wirklich, ich weiß diese Gnade auch ganz persönlich zu schätzen. Und falls Sie noch ein warmes Plätzchen für die Nacht suchen: Unser Gästezimmer räume ich bis dahin auf.

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Von Simon Benne

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