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Aus der Stadt Lüttje Lage: Der Staubsaugerroboter
Hannover Aus der Stadt Lüttje Lage: Der Staubsaugerroboter
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20:05 27.11.2018
Die Lüttje Lage heute von Tomma Petersen Quelle: HAZ
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Hannover

 Wir haben jetzt einen dieser hochmodernen Staubsaugerroboter. Kein Witz: Unsere Wohnung war noch nie so sauber. Selbst um die hintersten Ecken kümmert sich der Roboter und saugt alles weg, was ihm begegnet. Eine britische Frauenstimme kündigt an, wenn er losfährt und erklärt irgendwann erschöpft, dass der Akku leer sei. Doch seit einiger Zeit scheint etwas in den Schaltkreisen des Saugers vorzugehen. Am Anfang hatten wir nur ein komisches Gefühl – immerhin fanden wir einige Fransen des Wischmobs in den Bürsten des Staubsaugers. Sollte er etwa die Konkurrenz im Haus ausgeschaltet haben? Diesen abstrusen Gedanken habe ich erst noch beiseite.

Aber der Roboter rast seit Kurzem mit Tempo von Zimmer zu Zimmer, macht vor Füßen nicht mehr Halt und scheucht uns vor sich her. Mittlerweile glaube ich sogar, er lauert mir auf. Als ich neulich im Schlafzimmer stand, fuhr der Roboter plötzlich mit Vollgas auf mich zu – ich vermute, er war zum Äußersten bereit. Gerade noch rechtzeitig knallte ich ihm die Tür vor der Nase zu. Durch das Milchglas sah ich unheilvoll seinen blauen Sensor leuchten. Wie im Horrorfilm rammte er die Tür und versuchte wohl, sich Zutritt zu verschaffen. Bumm. Bumm. Bumm. Schließlich gab er auf und fuhr in die Küche.

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Ich hörte, wie er seine Wut dort am Altglas ausließ und es auf dem Boden verteilte. Am Ende stieß er sogar das Weinregal um. Seit diesem Vorfall hat der Roboter Fahrverbot. Wir haben einfach Angst vor ihm. Aber immerhin einen Namen hat er jetzt: Johnny, nach dem verrückten Mörder aus dem 80-er-Jahre Horrorfilm „The Shining“.

Von Tomma Petersen